Zum Zwecke der sozialen Umtriebe des Mannes
von Welt eignen sich weniger überfüllte Großstädte, als
vielmehr Modekurorte, renommierte, aber wenig
überlaufene Ferienorte, sowie Badeorte an
Binnenseen und an der Küste. Besonders geeignet zur
Wohnsitznahme sind Heilbäder, die sich zwar
mit dem Titel „Bad“ schmücken, deren Heilwasser aber
keine besondere Wirkung zeigt, wie z.B. Heilwasser
gegen Stuhlverstopfung. Daher werden sie
gelegentlich „Modekurorte“
genannt. Auch See- und Kneippheilbäder kann man
in diese Kategorie einordnen, denn bei Badeorten am Meer genügt
es in der Praxis geographisch unmittelbar
an der Küste zu liegen, um sich Seeheilbad nennen zu
dürfen und Kneippkuren sind medizinisch umstritten.
Gemäß Wikipedia werden in der BRD als
„Kurorte“ Gemeinden oder Gemeindeteile
bezeichnet, denen aufgrund ihrer besonderen Eignung
für eine medizinische Therapie ein entsprechendes
Prädikat von Amts wegen verliehen wurde. Prägend für
einen Kurort ist das Vorhandensein natürlicher
Heilmittel des Bodens, des Wassers oder des Klimas, oder
die Möglichkeit eine Physiotherapie nach Kneipp
zu absolvieren. Alle der knapp 400 anerkannten
Heilbäder in der BRD dürfen die Bezeichnung „Bad“ vor
dem Namen führen, was jedoch nicht alle tun. Es gibt sogar
einige Orte, die „Bad“ als Wortteil bereits im Namen
tragen, u.a. Baden-Baden, Badenweiler, Jordanbad,
Salzgitter-Bad, Schlangenbad, Sibyllenbad, Warmbad, Wiesbaden
und Wiesenbad. Man unterscheidet grob die folgenden
Heilbäderarten:
- Mineralheilbad; Nutzung von Mineralvorkommen,
- Moorheilbad; Zubereitung von Moorbädern unter Nutzung von Torf,
- Seeheilbad; Nutzung des Seeklimas,
- Soleheilbad; Nutzung von Sole (Salzlauge),
- Radonbalneologie; Nutzung der natürlichen Radioaktivität des Edelgases Radon,
- Kneippheilbad.
Außerdem gibt es noch Erholungsorte,
Luftkurorte, heilklimatische Kurorte etc. Einzelheiten
zur Klassifikation von Kurorten gibt es auf der
Webseite des Deutschen Heilbäderverbandes e.V.
Der Österreichische Heilbäder- und
Kurorteverband definiert „Kurorte“ als
Gebiete, „in
denen behördlich anerkannte Heilvorkommen
vorhanden sind und ortsgebunden genutzt werden, und in denen die
hierfür erforderlichen Kureinrichtungen vorhanden
sind.“ Unter die „Heilvorkommen“
fallen auch klimatische Einwirkungen (Luftkurorte),
aber, im Gegensatz zu Deutschland, keine Kuren nach Kneipp, die
allerdings weit verbreitet sind.
In Südtirol ist der lange
vergessene Bädertourismus wieder im Aufschwung begriffen.
Fast vergessene Quellen werden seit einigen Jahren wieder für den
Badebetrieb genutzt, u.a. die Schwefelquelle in Bad Moos in den
Dolomiten. Im Elsass und in Lothringen ist der Badebetrieb heute
situationsgemäß auf französische Badetouristen ausgerichtet.
Badeorte erkennt man an ihrem deutschen Ortsnamen plus
den nachgestellten Wörtern „..-les-bains“.
In der Schweiz stellt sich die Situation der
Kurorte etwas anders und oft auch noch kantonal
verschieden dar. Zunächst sei bemerkt, dass die Bezeichnung
„Bad“ häufig, und öfter als in Deutschland üblich, nach
dem Ortsnamen folgt, wie z.B. in „St. Moritz
Bad“, dem Ortsteil von St. Moritz, in welchem
der Badebetrieb stattfindet. Der Grund dafür
liegt in der Organisation einer Gemeinde, die ihrerseits in
Fraktionen (=Ortsteile) untergliedert ist, deren Namen dem
Gemeindenamen folgt. Dabei gilt, dass der Ortsteil
„Platz“ derjenige ist, in welchem sich die
Gemeindeverwaltung befindet, „Dorf“ der Kernraum
der Wohnbebauung ist und „Bad“ den Gemeindeteil mit
dem Kurbad bildet. Daneben gibt es auch noch Orte, die eine
eigenständige Gemeinde bilden und bei denen „Bad“
ein Teil des Namens ist, wie z.B. „Leukerbad“.
Als Heilbäder offiziell anerkannt nach
Artikel 40 Bundesgesetz über die
Krankenversicherung (KVG) sind die Orte Baden,
Rheinfelden, Schinznach-Bad, Bad Zurzach, Läufelfingen BL,
Andeer GR, Alvaneu Bad, Scuol, St. Moritz, Bad Ragaz,
Valens SG, Stabio TI, Lavey-les-Bains, Yverdon-les-Bains,
Breiten ob Mörel, Leukerbad, Ovronnaz VS und Saillon
VS. In allen Orten finden ernstzunehmende Kurbehandlungen
statt, allerdings hat sich der Schwerpunkt in den
Heilbädern der Bergkantone schon lange auf den Tourismus
verlagert. Vor allem St. Moritz ist als
Wintersportort und zweimaliger Austragungsort
der olympischen Winterspiele nicht auf den Kurbetrieb
angewiesen. Ein aufstrebendes Kurbad ist dagegen
Alvaneu Bad in Graubünden, welches - einige
Kilometer bergabwärts vom eigentlichen Ort
entfernt - im wesentlichen aus einem
Thermalbad und einem Golfplatz besteht. In Valens SG
indessen wird man außerhalb der Kurbetriebsanlagen
nur Wohnhäuser vorfinden, während sich das
gesellschaftliche Leben im einige Kilometer talabwärts
gelegenen Bad Ragaz abspielt. Völlig anders stellt sich die
Lage in Leukerbad dar. Hier wanderte der
Gemeindepräsident ins Gefängnis, weil
seine Bestrebungen den Ort zu einem Modekurbad umzugestalten
einen gigantischen Schuldenberg angehäuft haben.
Im übrigen gibt es auch Badeorte die nicht als
Heilbäder nach Artikel 40 KVG anerkannt sind und die
dennoch das Kürzel „Bad“ vor oder hinter dem Namen
führen, z.B. Bad Serneus GR, ein nur aus einem Kurhotel
bestehender Ortsteil des Dorfes Serneus,
welches wiederum einen Ortsteil der Gemeinde
Klosters-Serneus darstellt, oder Schwefelberg-Bad, ein Teil der
Gemeinde Rüschegg BE, wo es neben einer
Schwefelquelle das einzige
Naturfangovorkommen der Schweiz gibt.
Modekurorte findet man in der Schweiz
konsequenterweise vornehmlich unter jenen Orten, die
nicht nach Art. 40 KVG anerkannt sind und folglich auf
Kurtourismus setzen müssen, was aber bei der allgemeinen
Tourismusorientierung im Land kaum ins Auge
fällt. Ein „Kurhaus“, oft mit Wellness-Bereich,
und einen „Kurpark“ gibt es ohnehin in fast
jedem Touristenort.
In die Kategorie der Modekurorte fallen unter
anderem die vor allem in der BRD und in Österreich
verbreiteten sog. „Kneippkurorte“
deren Behandlungsmethode auf
Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffen
und auf Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen
des bekannten Pfarrers Sebastian Kneipp basiert. Die
Wirksamkeit seiner Lehre ist medizinisch
zwar nicht eindeutig belegt, allerdings sind bei
einigen Krankheiten Linderungen
nachgewiesen. Als Heilbad anerkannte
Kneippkurorte gibt es nur in der BRD. In Österreich
finden sich Kneippkuren vorwiegend als ergänzendes
Kurangebot, in der Schweiz werden sie kaum offeriert.
Ähnliches gilt für Kurorte, in denen die sog.
„Schrothkuren“ angeboten werden. Dieses
ebenfalls umstrittene, im 19. Jahrhundert
entwickelte Heilverfahren geht auf den Fuhrmann Johann
Schroth zurück, der seine eigenen Krankheiten mit feuchten
Wickeln, zeitweisem Nahrungs- und Flüssigkeitsentzug
und daran anschließenden Diättagen kurierte. Es
gibt Mediziner, die Schrothkuren sogar als
gesundheitsgefährdend einstufen. Einziges
„offizielles“ Schroth-Heilbad in
Deutschland ist Bad Oberstaufen im Allgäu,
allerdings werden die umstrittenen Kuren
auch in zahlreichen anderen Kurbädern durchgeführt,
und zwar meistens dort, wo es auch Kneippkuren gibt.
Eine Modewelle auf dem
Gesundheitsmarkt sind Trinkkuren mit Molke,
einem Abfallprodukt aus der
Milchverarbeitung. Molkekuren
wurden etwa gegen 1745 in der Schweiz erfunden und erreichten im 19.
Jahrhundert ihre größte Popularität. Ob sie
irgendeine medizinische Wirkung
herbeiführen, ist nicht klar. Es existieren heute
auch keine reinen Molkekurorte mehr, sodass
Molkekuren vorwiegend als Ergänzung zu
Schroth- und Kneippkuren angeboten werden.
Modekurorte sind geradezu
gezwungen, neben ihrem üblichen
Kurbetrieb, ihre Anziehungskraft für
gehobene Touristen zu fördern, was bei Kneipp-
und Schrothkurorten – neben der Erhebung von Kurtaxe - wohl
auch die Absicht ist. Sie tun das gewöhnlich mittels
einer reichhaltigen
Freizeitinfrastruktur, zu welcher
unbedingt ein Kurpark mit einem oder mehreren
Tanzcafés gehört. In selbigen wird der Mann von Welt
genügend Auswahl an holder Weiblichkeit
vorfinden, um seinen Verführungskünsten
freien Lauf zu lassen. Vorausgesetzt, die Dame seiner
Wahl überlässt ihm die Initiative! Eine
weitere gute Möglichkeit Kontakte zu knüpfen
bieten die in Kurorten vorhandenen Trink- und
Wandelhallen. Sportmöglichkeiten
sind ebenso wichtig. Neben Tennisplätzen und einem
Thermalschwimmbad sollte vor
allem ein Golfplatz vorhanden sein.
Der „normale“ Kurbetrieb
bedingt die Einrichtung eines Kur- und Badehauses
und einer Trink- und Wandelhalle, ideale Orte
der Kontaktpflege für den Mann von Welt. Meistens
sind diese Stätten von dem obligatorischen
Kurpark umgeben oder selbiger liegt in unmittelbarer
Nähe. Oft finden sich in der Trink- und Wandelhalle auch ein
Lesesaal und ein Konzertsaal für Veranstaltungen.
Im Kurhaus oder einem anderen Gebäude gibt es in
der Regel ein Theater und nicht selten auch ein Spielcasino.
Gesäumt werden die Kureinrichtungen
von noblen Hotels und ebenso noblen
Geschäften, die fast immer nahtlos in eine
Geschäftstraße und Fußgängerzone übergehen, die
wiederum Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und
Cafés für jeden Geldbeutel präsentiert. In der näheren
Umgebung, wenn nicht sogar im Ort selber, gibt es zahlreiche
Sporteinrichtungen, zu denen Wanderwege,
Tennisplätze und ein Golfplatz gehören.
Urtyp aller Modekurorte ist Bad Ems an der Lahn,
wo schon Kaiser Wilhelm und der russische Zar ihren Urlaub
verbracht haben. An die Zarenzeit erinnert die russisch-orthodoxe
Kirche, die bis heute alle Wirren überdauert hat.
Natürlich gibt es in Bad Ems auch ernstzunehmende
Kurbehandlungen, und zwar ist man auf Atemwegserkrankungen
spezialisiert, die oberhalb des Ortes in einer eigenen
Höhenklinik behandelt werden. Dorthin gelangt man von
Ortszentrum aus mit einer Standseilbahn. In Bad Ems kann der
Mann von Welt sogar mit seinem Wasserfahrzeug
vorfahren, bietet die Lahn doch direkten Zugang zum Rhein,
mittels diverser Schleusen, und der örtliche
Sportbootclub zahlreiche Liegeplätze,
übrigens auch für Gäste. Der Golfplatz liegt nördlich
des Ortes an der Straße nach Denzerheide.
Ein weiteres, exzellentes Beispiel für einen
renommierten Modekurort ist Bad Neuenahr, südlich von Bonn. Der Ort
verfügt neben einer geographisch günstigen Lage mitten in
einem Weinanbaugebiet über alle Annehmlichkeiten, die
Männer von Welt schätzen. Der lokale Rotwein ist überdies von sehr
guter Qualität und für besondere Anlässe empfiehlt
sich der regionale Sekt. Der Golfplatz befindet
sich zwischen den Ortsteilen Lohrsdorf und Kirchdaun.
Leider ist die Ahr nicht schiffbar, sodass hier eine
Vorfahrt mit dem Wasserfahrzeug nicht
möglich ist. Die nächste Marina liegt etwa 16
km entfernt in Oberwinter am Rhein (Hinweis für Besucher,
die per Boot anreisen: Zwischen den beiden
Orten verkehrt stündlich ein direkter
Regionalzug mit Erster-Klasse-Abteil. Die
Fahrzeit beträgt annähernd 20 Minuten.
Mit dem Taxi geht es nur unwesentlich schneller
und die Fahrt kostet etwa € 23,-). Auch in Bad Neuenahr
gibt es natürlich ernsthafte medizinische
Behandlungen: Der Ort ist ein Zentrum für die
Heilung von Blutgefäßkrankheiten.
Ein Beispiel für einen jungen, im Aufschwung
begriffenen Kneippkurort ist Bad Kötzting in der
Oberpfalz, nordöstlich von Regensburg gelegen. Den
Titel „Bad“ trägt der Ort seit 2005. Die dort ansässige
„Deutsche Klinik für Traditionelle
Chinesische Medizin“ ist seit 2005
Universitätsklinik der Peking-Universität.
Ansonsten gibt es diverse
Rehabilitationskliniken, z.B. für
Orthopädie, Rheumatologie und Neurologie.
Außerdem hat der Ort eine Fachschule für
Altenpflege. Schwimmbad, Kurpark und natürlich
diverse Kneippkurbetriebe sind ebenfalls
vorhanden. Seit 2000 gibt es auch eine Spielbank und
seit 2006 eine Whiskybrennerei. Der nächstgelegene
Golfclub befindet sich in Furth ca. 20 km nördlich
von Bad Kötzting, der nächste schiffbare Fluss ist die Donau.
Die nächstgelegene Marina ist in Deggendorf,
ca. 45 km weiter südlich, zu finden. Allen vorgenannten
Orten ist überdies gemeinsam, dass sie über
einen Golfplatz in der Nähe und ein Thermalschwimmbad
am Ort selbst verfügen.
Weiterhin als Wohnsitzorte geeignet
sind Badeorte, die durchaus
auch an einem Binnengewässer liegen
können, wie z.B. Meersburg am Bodensee oder das am
Wörthersee befindliche Velden. Als Beispiel
für einen an der Küste liegenden Bade- und Urlaubsort sei
das flämische Knokke-Heist, nordöstlich von Oostende,
erwähnt.
Zwar sind neben Modekurorten auch Ferienorte
jedweder Couleur eines Mannes von Welt würdig, jedoch gibt
es dabei ein paar Dinge zu beachten. Der Mann von Welt sollte
zunächst Ansiedlungen meiden, die von ihrer
Infrastruktur her ausschließlich auf
Wintersport ausgerichtet sind. Es gibt kaum etwas
deprimierenderes, als eine mit Skiliften vollgestellte,
sommerliche Alpweide und ein
Bergbahnverkehrsnetz, welches im
Sommer nur vor sich hin dümpelt. Zu allem Überfluss
gibt es in reinen Wintersportorten oft auch noch
Hotels und Restaurants, die im Sommer geschlossen sind.
Derartige Geistergebäude sind der Atmosphäre
nicht förderlich. Reziprok kann ein auf
Sommerbetrieb ausgerichteter
Küstenbadeort im Winter einer der
langweiligsten Plätze der Welt sein. Dort
finden sich oft, analog zu Wintersportorten,
Hotels, die nur im Sommer geöffnet sind und im Winter
als leblose Geistergebäude vor sich hin modern.
Ein weiteres Problem der Ferienorte ist die wachsende
Zahl an Zweitwohnungen, die jedoch nur wenige Wochen
im Jahr bewohnt werden; in der Schweiz „Kalte Betten“
genannt. Sowohl im Alpenraum als auch an den
europäischen Küsten sind in den letzten
Jahrzehnten ganze Stadtviertel aus dem Boden gestampft
worden, die aber die meiste Zeit über leer stehen. Ein
wunderbares Beispiel dafür sind die auf Mallorca üblichen
Urbanisationen. Solche Geisterstädte sind der allgemeinen
Atmosphäre ebenso wenig dienlich, wie
leerstehende Hotels oder stillliegende
Skilifte.
Es gibt nur wenige Ferienorte, in denen das ganze
Jahr über Betrieb herrscht und selbst im belebtesten Ferienort sind
in der Regel der Frühling und der Herbst die Zeiten mit dem
geringsten Besucherandrang. Die für Ferienorte
typischen Verkehrsspitzen – sei es im Sommer oder im Winter -
können die Lebensqualität der Einheimischen jedoch
erheblich beeinträchtigen. Daher sind
Ferienorte bei der Wohnsitzwahl mit Vorsicht zu
genießen. Kurorte dagegen verzeichnen in aller
Regel das ganze Jahr über einen relativ konstanten
Besucherstrom, was sich auch sehr positiv auf die
Infrastruktur auswirkt.
Eigentlich versteht es sich von selbst, dass der
Mann von Welt mit der Infrastruktur und den Besonderheiten
seines Wohnortes vertraut ist, d.h. er kennt die
Einkaufsmöglichkeiten am Ort und weiß wo und wie er welche
benötigten Güter beschaffen kann. Das Veranstaltungsprogramm im
Umkreis ist ihm ebenso bekannt. Er weiß auch, welche
Restaurants empfehlenswert sind oder welche Sehenswürdigkeiten
er seinen Besuchern zeigen kann. Selbst Briefkästen stellen
inzwischen eine Besonderheit im Ortsbild dar, sodass man ihren
Standort und ihre Leerungszeiten kennen sollte.
Der Mann von Welt sollte aber auch wissen welche
Angebote dem Suchenden bei Nacht und an Wochenenden und
Feiertagen offen stehen, also welche Unterhaltungsmöglichkeiten es
lange nach Einbruch der Dunkelheit gibt (Kino, Theater, Musik- und
Tanzlokale etc.), wo man spät nachts etwas essen oder trinken kann
(Restaurants, Bars oder auch Bringdienste), welche
Einkaufsmöglichkeiten nach Ladenschluss es gibt, wo der nächste
Geldautomat steht, welche Taxidienste nachts arbeiten, welche
Tankstellen geöffnet haben und welche Notfalldienste man im
Falle eines Falles anrufen kann (Medizinische Notfälle,
Pannendienst etc.). Als Tipp sei gesagt, dass u.a.
Autobahnraststätten und Autohöfe rund um die Uhr geöffnet haben
und man dort tanken, speisen, einkaufen und oft auch Geld abheben
kann. In ländlichen Gegenden gibt es meist keine anderen
Möglichkeiten. In einer Großstadt kann man nachts am Bahnhof oder
am Flughafen essen und einkaufen; auch gibt es dort neben Taxis
häufig auch Nachtbusnetze und –bahnverbindungen.
Nachdem die generelle Wohnortfrage geklärt ist,
benötigt der Mann von Welt natürlich auch ein Domizil.
Hierbei stehen ihm praktisch alle Möglichkeiten offen, von der
luxuriösen Villa bis zur gemieteten Kleinwohnung.
Man möge sich in diesem Zusammenhang das Beispiel des
bekannten Londoner Meisterdetektivs Sherlock Holmes vor Augen
halten, der den größten Teil seines Lebens als eine Art
Untermieter („Lodger“) im ersten Stock des Hauses 221B
Baker Street zubrachte, welches sich im Besitz seiner
Vermieterin („Landlady“) Mrs. Hudson befand.
Mr. Holmes bewohnte persönlich nur einen kleinen Schlafraum.
Den kombinierten Wohn-, Speise-, Empfangs- und Arbeitsraum
teilte er viele Jahre mit seinem Mitbewohner und Freund Dr.
Watson. Obwohl Mr. Holmes nie über einen Herrensitz oder
ähnliches verfügt hat, würde ihm dennoch niemand den Titel „Mann
von Welt“ streitig machen. Es war seine Persönlichkeit, die
immer wieder ratsuchende Menschen in sein
holzgefeuertes Wohnzimmer lockte und ihn immer wieder dazu
brachte, weite Reisen im In- und Ausland zu unternehmen.
Mr. Holmes pflegte des öfteren chemische
Experimente durchzuführen, weshalb in einer Ecke des
Wohnraumes ein Tisch mit diversen
chemischen Apparaturen bereit stand. Außerdem
lagerte er seine Unterlagen über vergangene Fälle
und Kriminelle jedweder Couleur
wohlgeordnet in verschiedenen
Schränken, ebenso einige bedeutende
Erinnerungsstücke an seine aufgeklärten
Fälle. Als exzentrischer Junggeselle bewahrte er
überdies seinen Tabak in einem persischen
Hausschuh auf und seine unbeantwortete
Korrespondenz heftete er mit einem Messer an den
Kaminsims. Die Wand zierten Spuren seiner Schießübungen,
die er grundsätzlich vom Sessel aus machte. Staub war ein
Teil seines Archivsystems, denn an der Dicke der Staubschicht
konnte er das Alter der Unterlagen ablesen. Dass er
seinen Wohnsitz im Zentrum Londons nahm und nicht in einem
britischen Kurort wie z.B. Leamington Spa, war
berufsbedingt. Damit seine Klienten ihn erreichen konnten,
musste er zentral wohnen. Für den Mann von Welt heißt das, dass die
Größe und Art des Wohnsitzes – Villa oder Mietwohnung
- nicht sonderlich bedeutend ist. Viel wichtiger ist, mit
welchen Gerätschaften er sich in seiner Residenz
umgibt.
Der Mann von Welt sammelt Gegenstände
um sich, die in seinem aufregenden Leben eine
Rolle spielen oder gespielt haben. Er hat auf seinen Reisen
nicht nur viel gesehen, sondern auch viele interessante
Gegenstände mitgebracht, die er zur Erinnerung in seiner
Behausung aufgestellt hat. Dazu kommen die Dinge und Hobbys, mit
denen er sich aktuell beschäftigt. Mit den Jahren hat sich
somit ein Kuriositätenkabinett
herausgebildet, aus welchem der Mann von Welt Kraft
schöpft, indem er sich an die Begebenheiten erinnert, die
mit den einzelnen Souvenirs verbunden sind. So
gerüstet sieht er den Herausforderungen
der Zukunft gelassen entgegen. Eine große Villa mit
nichtssagenden Designermöbeln die einen unpersönlichen
Charme ausstrahlen ist eines Mannes von Welt unwürdig.
Eine Residenz von Welt muss die Persönlichkeit
ihres Bewohners widerspiegeln.
Nebenbei bemerkt, sollte der Mann von Welt in
seiner Sammlung unbedingt eine stilvolle Musikdose, auch
Spieldose genannt, sein eigen nennen (aber nicht den Kitsch aus
Souvenirshops!). Der Besitz einer solchen Musikdose weist ihn
schließlich als kultivierten Menschen aus. Stilvolle Musikdosen
werden auch heute noch in verschiedenen Größen und Ausführungen
hergestellt, vornehmlich in der Stadt Sainte-Croix in der
Westschweiz. Bei den Melodien stehen neben den Klassikern auch
modernere Stücke zur Auswahl, z.B. aus diversen Musicals.
Falls der Mann von Welt des öfteren Besuche von
Personen empfängt, mit denen er aber keinen vertraulichen
Umgang pflegt, wie z.B. Geschäftspartner, dann ist es vielleicht
sinnvoll einen Raum als eine Art Besprechungszimmer
herzurichten. Optimal wäre es, wenn der Zugang zu diesem Raum durch
einen separaten Eingang erfolgen könnte. Damit vermeidet man, dass
diesem Besucherkreis ein Einblick in die Privatsphäre des Mannes von
Welt gewährt wird. Sollten die Besucher über Nacht bleiben,
benötigt man natürlich entsprechende Gästezimmer oder man mietet
solche in einem nahegelegenen Hotel an. Letzteres hat den Vorteil,
dass auch hier eine gewisse Distanz gewahrt bleibt.
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