Sonntag, 3. Dezember 2017

Accessoires von A-Z

Der Mann von Welt hat selbstverständlich immer die richtige Ausrüstung parat. Und um vor Über­ra­schun­gen gefeit zu sein, sollte er einige unverzichtbare Gegenstände mög­lichst ständig bei sich tragen.

Armbanduhren
Der Mann von Welt trägt eine me­cha­nische Armbanduhr oder sogar eine Ta­schen­uhr aus schweizerischer oder Glas­hüt­ter Produktion. Die Uhr sollte nicht zu modisch, mechanisch und von einer nicht allzu peinlichen Marke mit einer guten Heritage sein.
Als Marken kommen vor allem die kleine­ren, schweizerischen Edelschmieden im Ju­ra­gebirge infrage, z.B. Maurice Lacroix, Cho­pard, Audemars Piguet, Jaeger–LeCoul­tre, Armand Nicolet, Vacheron Con­stan­tin, Aerowatch oder andere schweizerische Edelmarken wie Patek Philippe, IWC oder Cimier. Ansonsten sind noch die Uhren aus dem sächsischen Ort Glashütte gesell­schafts­fähig, vor allem die Marken Glashütte Ori­gi­nal, Union Glashütte und A. Lange & Söhne. Bei Taschenuhren empfehlen sich u.a. die Marken Boeg­li, Tissot oder Davosa, ins­besondere, wenn sie einen Frack tragen.
Gegen eine Rolex-Uhr ist im Prinzip nichts ein­zuwenden, aber beachten Sie, dass Rolex Uhren de facto Massenprodukte sind, wenn auch recht teure. Aufgrund ihres Be­kannt­heits­grades sind sie auf alle Fälle alles andere als exklusiv und ihre Träger werden häufig als Angeber eingestuft. Einen Vorteil haben sie aber unbestritten: Eine echte Rolex-Uhr kann im Notfall überall zu Geld gemacht werden. Auf diese Weise trägt man seinen Notgroschen unauffällig mit sich herum. Auf einen Wertzuwachs sollte man sich aber nicht verlassen.
Der Erwerb einer schweizerischen oder Glas­hüt­ter Luxusuhr reißt zugegebenermaßen ein empfindliches Loch in die Portokasse. Man könnte natürlich ein preiswertes Mar­ken­imi­tat aus vorwiegend indischer Fer­tigung an­schaf­fen, wie es in südlichen Ländern häufig im Straßenverkauf angeboten wird, jedoch gibt es dabei einige Nachteile. Auch wenn heutige Markenimitate optisch kaum noch vom Original zu unter­schei­den sind, besteht dennoch immer die Gefahr, dass die Fäl­schung als solche erkannt wird. Damit wäre das mühsam aufgebaute Image mit einem Schlag zerstört. Es gibt aber eine viel bessere Möglich­keit. Man erwerbe einfach eine ge­brauchte Originaluhr! Auch eine gebrauchte Rolex ist eine echte Rolex, und wer erkennt schon, dass nicht Sie, sondern jemand an­de­res die Uhr in den letzten Jahren getragen hat? Auf diversen Internetseiten gibt es eine große Auswahl an ge­brauch­ten Nobeluhren. Kaufen sie aber kein zu auffälliges Modell, denn damit erwecken sie nur den Neid ihrer Umgebung.
Im übrigen empfiehlt es sich auf Reisen, neben der edlen mechanischen Uhr, immer auch eine billige Quarz­uhr mitzuführen, falls man sich mal in einer Gegend bewegen muss, in welcher eine bessere Uhr Neid erwecken könnte.

Brieftaschen
Auch hier sollte man möglichst keine kurz­le­bigen Massenprodukte verwenden. Die australische Firma Bellroy (bellroy.com) offeriert, neben dem üblichen Sortiment, Reisebrieftaschen, die ideal auf die Größe eines Reisepasses ab­ge­stimmt sind und in denen alle für die Reise wichtigen Dinge (Flugtickets, Bord­karten, Pass, Kredit­kar­ten etc.) Platz finden.

Geldclips
Selbst wenn er ihn im Euroraum eher selten einsetzt, sollte der Mann von Welt einen Geld­­­clip sein eigen nennen. Vor allem in Län­dern mit Geldscheinen in kleinen Nenn­be­trägen, z.B. den USA oder in Skan­di­na­vien und Osteuropa, ist ein Geldclip un­ver­zichtbar, ermöglicht er es doch einige, kleine Scheine sofort zur Hand zu haben, ohne den Anwesenden einen Blick in die Brieftasche zu gewähren. Das verhindert Neidgefühle und eventuelle Diebstähle. Als Material sollte man Silber nehmen, welches in der Hosen­tasche weniger kratzanfällig ist als Edelstahl. Von Clips mit Lederüberzug sei dringend abzuraten, weil sich dieser sehr schnell abnutzt.

Mobiltelefone
Der Mann von Welt besitzt selbstverständlich ein WLAN-fähiges Smartphone. Das Gerät sollte wenig­stens in etwa dem aktuellen, technischen Stand entsprechen. Leider veralten technische Geräte sehr schnell, was einen ge­le­gent­lichen Ersatz nötig macht. Daher sollte man lieber nicht zuviel Geld für Handys oder andere elek­tro­ni­sche Geräte ausgeben.

Sonnenbrillen
Hier gilt vor allem eine Wahl: Ray Ban! Legendär und oft kopiert sind die Modelle Wayfarer oder Avia­tor (www.ray-ban.com). Auch in der eigenen Sehstärke erhältlich. Allerdings lohnt sich auch ein Blick auf andere Marken. Tragen Sie aber niemals eine Son­nen­brille in geschlossenen Räumen.

Schreibgeräte
Als standesgemäßes Schreibgerät bieten sich traditionelle Füllfederhalter und moderne Minenschreiber der bekannten Edelmarken Montblanc (u.a. Boutiquen in Andorra, Las Palmas de GC, Oslo und Zürich), Montegrappa (u.a. Anbieter in Andorra, Livigno, San Marino, der Schweiz, auf Gran Canaria, Teneriffa und La Palma, sowie in der Türkei) und S.T. Dupont (Fachhändler u.a. in Livigno, Samnaun, Zürich-Flughafen, Gran Canaria, Teneriffa und La Palma) an. Auch bei Wa­­ter­­man, Diplomat und Lamy gibt es exklusive Stifte verschiedenster Aus­führun­gen.

Taschenlampen
Eine Taschenlampe leistet hin und wieder gu­te Dienste, selbst wenn es sich nur um die Su­­che nach dem Schlüsselloch handelt. Las­sen sie aber die Finger von Mag­lites. Greifen sie lieber zu Fenix-Lampen.

Taschenmesser
Die Auswahl an Taschenmessern für den ge­ho­benen Anspruch ist erstaunlich groß. Für den Mann von Welt empfiehlt sich ein stil­volles, aber praktisches Multi­funk­tions­mes­ser, welches sich nicht nur in Not­si­tua­tio­nen bewährt.
Infrage kommen zunächst einmal die be­kann­ten schweizerischen Offiziersmesser von Victorinox. Zwar sind diese Messer alles andere als exklusiv, aber aufgrund ihres breiten Ein­satz­spektrums einfach un­ver­zicht­bar. Die Zahl der angebotenen Design­va­rianten geht schein­­bar ins unendliche, je­doch sollte das aus­gewählte Messer vor allem über alle wich­tigen Werkzeuge verfü­gen. In der Pra­xis hat sich gezeigt, dass, ne­ben der obli­ga­to­ri­schen Klinge, hin und wieder auch eine Säge gute Dienste leistet. Stan­dardmäßig gibt es außerdem einen Dosen- und Fla­schen­öffner, Korkenzieher, Sche­re, Pinzette und Nagel­fei­le. Letz­te­re Instrumente sind der per­sön­li­chen Hygiene unterwegs sehr dien­lich. Als Griff­­scha­len­va­ri­anten sind neuer­dings auch Holz und Edel­stahl in Gebrauch. Für den Golfspieler gibt es auch ein sog. Golftool.
Aus Frankreich kommen die bekannten La­gui­ole-Messer. Eigentlich sind es tradi­tio­nel­le Hirtenmesser, aber schon seit Jah­ren ist es auch unter Männern von Welt üb­lich diese recht formschönen Schneide­ge­rä­te zu ver­wenden. Vor allem, wenn es sich um Exem­plare aus französischen Edel­schmie­den handelt, die leider aber auch ei­nen ent­spre­chend hohen Preis haben. Neben ex­zellentem Stahl – die meisten Messer­her­­stel­ler ver­wen­den heute Eisenerz aus dem schwe­dischen Sand­vik - kommen auch hoch­­wer­tige Griff­ma­­terialien zum Einsatz, u.a. Büffelhorn, Schlangenholz oder andere edle Hölzer. Seit kurzem gibt es auch Lagui­ole-Messer mit Korkenzieher oder Ein­hand­öff­­nungs­me­cha­nis­­mus. Übrigens war es frü­her üblich ei­nem Laguiole-Messer einen Na­men zu ge­ben. Ach­ten sie beim Kauf aber da­rauf, dass es sich um ein ech­tes, in Frank­reich gefertigtes Messer handelt. Es gibt zahl­reiche Imitate, die vor allem in Pa­ki­stan pro­duziert werden. Außerdem ha­ben vie­le an­dere Hersteller ähn­li­che Messer im La­gui­ole-Stil im Pro­gramm. Wer überdies Messer mit auffälligem Design mag, wird bei den französischen Herstellern aus Non­­tron gut bedient (www.couteaux-nontron.fr). Selbst de­ren klassische Multifunktionsmesser haben ihren ganz eigenen Charakter.
Auch in Solingen werden akzeptable Messer gefertigt. Da wäre zunächst die Firma Böker zu nennen, die bereits seit 1869 ihr so­ge­nann­tes Sportmesser herstellt. Es handelt sich dabei um ein 6-teiliges Multi­funk­tions­mes­ser mit polierten Neusilberbacken und Hirsch­­hornschalen. Ausgestattet ist es mit zwei Klingen, Dosen- und Flaschenöffner, Stech- und Reibahle, Korkenzieher und ei­nem Schlitz-Schraubendreher. Außerdem gibt es von Böker zwei sehr hübsche Messer mit einer oder zwei Klingen und echten Perl­mutt­griffen, die mit Abalone belegt sind. Man beachte jedoch, dass Perlmutt recht kratz­empfindlich ist, folglich sollten diese Mes­­ser in einem Etui getragen werden.
Ein weiterer Hersteller aus Solingen ist die Firma Friedrich Hartkopf. Dieser Betrieb stellt vorwiegend Jagdtaschenmesser und Mul­ti­funk­tionsmesser mit edlen Griff­ma­te­ria­lien her. Eine Besonderheit bei Hart­kopf-Messern ist das Gravurplättchen auf der Griffschale, in welches man einen Namen oder ein he­ral­­­di­sches Zeichen eingravieren kann.
Überdies gibt es in Solingen noch die Fir­ma Klaas, die vor allem Jagd­ta­schen­mes­ser in die USA expor­tiert. Im Programm sind je­doch auch ein paar klassische Modelle, die wegen ihrer Formschönheit und Ex­klu­si­vi­tät die idealen Begleiter für den Mann von Welt darstellen.
Ähnlich den schweizerischen Offiziers­mes­sern sind die Multifunktionsmesser der So­lin­ger Firma Ri­chartz gestaltet. Hier gibt es so­gar teil­ba­re Exemplare mit einer Gabel. Ideal für ein spontanes Pick­nick.
Weiterhin empfehlenswert sind die Ein­klin­gen-Messer aus der japanischen Edels­chmie­de Moki. Auch diese haben perlenverzierte Griff­ein­la­gen und hochglanzpolierten Edel­stahl.
Der Vollständigkeit halber sollte noch das West­fälische Adelsmesser der Solinger Fir­ma Huber­tus erwähnt werden. Es handelt sich dabei um ein 4-teiliges Multi­funk­tions­mes­ser mit Klinge, Korkenzieher, Flaschen­öff­ner und einem sog. Champagnerhaken, einem Werk­zeug zum Entfernen der Metall­fo­lie um den Kor­ken von Cham­pag­ner­fla­schen. Die­ses Mes­ser dürft aber wohl eher für Snobs ge­eig­net sein, als für Männer von Welt.
Eine gute Adresse für außergewöhnliche Ta­schen­messer ist die Firma www.roedter-messer.de. Dort erhalten sie Messer fast aller nam­haf­ten Hersteller. Stumpf gewordene Messer kann man übrigens - wenn gerade kein Schleifstein etc. zur Hand ist - an der Unterseite einer Kaffeetasse nachschleifen (abhängig vom Tassenmodell). 

Weitere Accessoires
Es gibt natürlich noch zahlreiche andere Gegenstände die unterwegs von Nutzen sein können, z.B. Multi­tools, Feu­er­zeuge oder USB-Sticks. Nichtsdesto­trotz hat wohl kaum je­mand genügend Platz in seinen Ta­schen, um diese alle unterzubringen. Oft sind je­doch ein paar Sicher­heits­na­deln, Papier­ta­schen­tücher, ein oder zwei feuchte Tücher (und/oder Desinfektionstücher) und ein Stück Schnur im Not­fall hilf­reich. Wenn Sie dazu nei­gen die Toilette ge­ruchs­mäßig zu bela­sten, dann sollten Sie ein Streich­­­holzheftchen dabei haben (siehe Klei­ne Tricks...).
Nebenbei sei angemerkt, dass Sie auf das Mit­­führen eines Flachmanns verzichten soll­ten, wenn Ihnen nicht das Image eines ge­wohn­heitsmäßigen Trinkers anheften soll.

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