Sonntag, 3. Dezember 2017

Damenbekanntschaften

Frauen kennen zu lernen sollte einem Mann von Welt eigentlich nicht schwer fallen. Die besten Gelegenheiten dazu bieten statistisch gesehen, neben Be­kann­tenkreis und Ar­beits­platz, Tanz­ver­an­stal­tungen, z.B. der nach­­­mittägliche Tanztee im Kurparkcafé. Wenn sie gerade in Ham­burg sind, besuchen sie das schon legendäre Café Keese. In Wein­­­an­bau­ge­bieten gibt es vor allem im Herbst ein bei­na­he inflationäres An­ge­bot an Wein­festen. Auch dort kann man sehr gut zum Zuge kom­men.
Oft ist es selbst auf Tanzveranstaltungen nicht ein­mal nötig zu tanzen. Probieren sie den alten Trick und bestellen sie ein Getränk, welches der Kellner der Dame an den Tisch bringt. Wenn sie sich dann suchend nach dem Absender umsieht, prosten sie ihr zu. Nimmt sie das Getränk an, dann gehen sie zu ihr rüber, ver­beugen sich höflich und fra­gen, ob sie sich zu ihr an den Tisch setzen dür­fen und wie ihr das Getränk geschmeckt hat. Jetzt wird sie wohl kaum noch ab­leh­nen. Sie kön­­nen sie stattdessen natürlich auch zum Tan­­zen auffordern. Bei Frauen, die sie nach­mit­tags oder abends bei einer Tanz­ver­an­stal­tung in einem Kurort kennen lernen, können sie da­von ausgehen, dass diese an einer net­ten Män­nerbekanntschaft inte­res­siert sind, vor allem, wenn sie alleine oder, wie mei­stens, mit einer Freundin zusammen am Tisch sitzen. Da geht es dann nur noch da­rum, ob sie und die Dame sich gegenseitig sym­pa­thisch sind, was man ja auch an diver­sen Blick­kontakten er­kennen kann. Schauen sie sich also aus­gie­big um und vergessen sie nicht das Wichtig­ste: Immer Lächeln!
Für den Fall, dass sie nicht tanzen können, reicht es aus, den im folgenden ge­zeig­ten Foxtrott-Grundschritt zu beherr­schen. Auf einer rappelvollen Tanz­flä­che ha­ben sie sowieso keinen Platz für mehr.
Beginnen sie damit den linken Fuß einen Schritt nach vorne zu setzen. Dann setzen sie den rechten Fuß einen Schritt davor. Machen sie mit dem linken Fuß einen Schritt zur Sei­te nach links und ziehen sie den rechten Fuß nach. Merken sie sich: Schritt – Schritt – Seit - Schluss. Dann geht es rückwärts: Setzen sie auch hier wieder den linken Fuß zuerst um einen Schritt nach hinten, dann folgen sie mit dem rechten Fuß. Als nächstes kommt wie­der ein Seitenschritt nach links mit dem lin­ken Fuß und den rechten Fuß ziehen sie hin­terher. Üben sie das ruhig mal alleine.

Die beiden ersten Schritte des Foxtrott sind immer lang, die beiden letzten kurz, d.h. etwa doppelt so schnell wie die ersten. Das gan­ze sieht sogar recht gut aus, wenn sie mal eine Drehung probieren.
Wichtig beim Tanzen ist, dass sie erkennen, ob es sich um einen schnellen oder lang­sa­men Tanz handelt. Passen sie ihr Tempo an und bleiben sie auf jeden Fall im Takt der Musik. Die meisten Musikstücke sind im Vier­vierteltakt komponiert. Einen Drei­vier­tel­takt besitzen nur Walzer und Langsamer Walzer. Hier funktioniert o.g. Trick nicht. Falls ein Walzer kommt, können sie fol­gen­des probieren: Machen sie mit dem rechten Fuß einen Schritt nach vorne und ziehen sie den anderen Fuß gleich nach. Dann warten sie einen viertel Takt und treten mit dem lin­ken Fuß wieder nach hinten. Mit dem rech­ten Fuß ziehen sie nach. Schwin­gen sie so immer hin und her, mit dem einen Fuß nach vorne und mit dem anderen nach hin­ten. Wenn sie es schaffen sich dabei zu dre­hen, umso besser.
Auf einer vollbesetzten Tanzfläche werden sie so wenig Platz haben, dass sie kaum mehr als diese allgemeinen Grundschritte machen können. Wahrscheinlich werden sie sogar auf der Stelle tanzen müssen. Auch fällt es nur der Dame auf, wenn sie mal aus dem Takt geraten.
Ein weiterer Ort zur Kontaktaufnahme ist für den Mann von Welt der Golfplatz. Auch hier trifft man immer wieder Frauen, die man zwang­los kennen lernen und anschließend zu einem Umtrunk im Golfplatzrestaurant ein­la­den kann. Hierbei dürfen sie aber nicht direkt auf ihr Ziel zusteuern. Seien sie ein­fach nur höflich und warten ab, was passiert.
Überhaupt empfiehlt sich bei Frauen die fol­gen­­de, bewährte Taktik: Seien sie nett, zu­vor­­kom­mend, höflich, aber um jeden Preis un­­auf­dring­­lich. Hören sie ihr zu, auch wenn es schwer fällt, verabreden sie sich häufig mit ihr und zeigen sie ihre Wertschätzung. Aber machen sie auf gar keinen Fall teure Ge­­schen­ke, geben sie nicht an, machen sie kei­ne Komplimente, übertreiben sie nicht und lassen sie unter allen Umstän­den die Fin­ger von der Dame! Irgendwann wird sie es wissen wol­len und mehr oder weniger über sie her­fal­len. Es ist einfach so: Wenn sie einfach nur viel Zeit mit einer Frau ver­brin­gen, dann landen sie irgendwann au­to­matisch im Bett. Da brauchen sie gar nichts dazu zu tun.
Und falls dies nicht geschieht, heißt das, dass die Dame absolut nicht an ihnen interessiert ist und sie werden sie wieder los, ohne sich eine Abfuhr ge­holt zu haben.
Mit dieser Me­tho­de verhindern sie auch an Frau­en zu geraten, die einen Kavalier nur zur Befrie­di­gung ihrer Eitelkeit brauchen und nie­mals die Absicht haben ihn zum Zuge kom­men zu lassen, nach dem Motto „Appetit darfst du dir holen, aber gegessen wird zu­hau­se.“ Solche Frauen müssen sie umgehend fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel.
Sofern sie gezwungen sind für ihren Le­bens­un­terhalt zu arbeiten, auch wenn es ihren Status als Mann von Welt gefährdet, dann hü­ten sie sich vor Liebesaffären am Ar­beits­platz. Damit produzieren sie jede Menge Ge­rüch­te und im Falle einer Trennung stehen sie als Mann fast immer als der Schuldige dar. Und wol­len sie danach wirklich jeden Tag ihrer Ver­flossenen am Fotokopierer be­geg­nen?
Günstig ist es, wenn sich in ihrer Nähe ein Ort befindet, wo viele Frauen arbeiten, z.B. eine Schwestern­schule oder irgendeine Ver­wal­tungshochburg mit vielen weiblichen An­ge­stellten. In deren näherer Um­ge­bung (Ca­fés, Kaufhäuser etc.) können sie auch eine Frau kennen lernen. Achten sie auf solche, die nach Feierabend nicht abge­holt werden und weniger zielstrebig ihren Heimweg ein­schla­gen. Inwiefern diese Frauen zu einem Mann von Welt passen, muss im Einzelfall entschieden werden.
Ein Insidertipp sind versetzte Frauen. Sehen sie sich mal vor dem Kurtheater, dem Kon­zert­saal oder einem Kino kurz nach Vor­stel­lungs­beginn um. Irgendwo wartet fast immer eine hübsch zu­recht­gemachte Frau, deren Be­­­gleiter nicht auf­getaucht ist und die nervös um sich und auf ihre Uhr schaut. Tun sie ein­fach so, als wären auch sie ver­setzt worden. Vielleicht will sie ja mit ihnen den Film an­se­hen oder ein benach­bar­tes Restaurant auf­su­chen?
Wie aber spricht man eine Frau an? Dafür gibt es eine ganze Litanei von mehr oder we­ni­ger erfolg­reichen „Anmachsprüchen“. Zu­nächst testen sie via Augenkontakt, ob sie bei der infrage­kommenden Dame Chancen ha­­ben. Dabei immer freundlich lächeln! War­­­­ten sie ein paar Sekunden, dann sprechen sie sie an. Am vorteilhaftesten ist es, wenn sie ir­gend­etwas aus der Kennenlernsituation he­raus sagen kön­nen. In einem Be­klei­dungs­geschäft kön­nen sie die Dame zum Beispiel um Hilfe bei der Auswahl eines Klei­dungs­stückes bit­ten. Auf dem Golfplatz fragen sie, ob sie eine gemeinsame Runde spielen wol­len (Vor­sicht mit dem Begriff „Einlochen“). Notfalls fragen sie nach dem Weg oder bitten um irgendeine Aus­kunft. Die wird ihnen nie­mand verweigern. Den­ken sie daran, dass sie kei­ne Auf­nah­me­prü­fung für die Philoso­phi­sche Fakultät ab­le­gen. Sie brauchen also nicht einmal son­der­lich geistreich zu sein. Wich­­tig ist vielmehr, dass sie nicht zaudern, son­­dern die Gelegenheit beim Schopfe packen. Sie können es auch mit einem mehr oder weniger dick auf­ge­tra­ge­nen Kom­pli­ment versuchen. Frauen sind neugierig und fragen sich, was es war, dass ihnen so an ihr ge­fallen hat. Komplimente wirken dabei so ent­waff­nend, dass sie erst mal einige Se­kun­den verstreichen lassen soll­ten, bevor sie die Da­me um ein Rendez­vous bitten. Dann soll­ten sie aber das Thema wechseln, das macht die Frau erst recht neugierig. Ist die Ge­sprächs­barriere überwunden, dann haben sie eigentlich schon das Schlimmste über­stan­den.
Eigentlich ist es auch egal, was sie sa­gen. Wenn sie der Dame gefallen, dann kann das der letzte Blödsinn sein und sie wird sie trotzdem mögen. Denken sie an das Beispiel des Komikers Heinz Erhardt, der seine Frau in einem Fahrstuhl kennen lernte. Er sagte zu ihr: „Fahren sie auch nach oben?
Und wenn ihnen überhaupt nichts mehr ein­fällt, schütten sie der Auserwählten einfach ein Getränk über das Kleid. Dann haben sie sofort ein Gesprächsthema und nie­mand wird ihnen ihre eventuelle Un­si­cher­heit anmerken. Um die Reinigung zu be­zah­len, brauchen sie dann natürlich die Adresse der Dame und als kleine Wiedergutmachung laden sie sie spä­ter zum Essen ein.
Und noch etwas sehr wichtiges: Bringen sie eine Frau niemals öffentlich in Verlegenheit! Egal wie schnell sie in ihrem Bett gelandet ist, behandeln sie sie immer wie eine Dame! Und hüten sie sich davor irgendwem auch nur andeutungsweise von ihrem amourösen Aben­teuer zu erzählen!
Des weiteren gilt, dass eine Dame von Welt mit der sie eine längere Beziehung ein­zu­ge­hen wünschen die selben Neigungen etc. wie der Mann von Welt haben sollte. Einer glück­lichen Ehe dürfte dann nichts mehr im Wege stehen. Wenn sie mit einer Beziehung jedoch un­zu­frie­den sind, dann sollten sie diese umgehend beenden. Lassen sie sich nicht zum Fremd­gehen hinreißen, das macht sie erpressbar. Falls Sie den Wunsch verspüren die Treue Ihrer Partnerin zu testen, dann schicken Sie ihr am Valentinstag anonym einen Strauß roter Rosen. Wenn Sie dann nichts darüber zu Ihnen sagt, sollten Sie sich schnellst­möglichst von ihr trennen.
Eine Beziehung zu beenden ist meistens schwieriger als eine zu beginnen. Sind sie der Sitzen­gelassene, dann wenden sie sich so schnell wie möglich einer neuen Partner­schaft zu. So haben sie gar keine Zeit über die verkorkste Beziehung nach­zu­den­ken. Man­che Leute wechseln in solchen Fällen auch den Wohnort. Sich mit Schmutz zu be­wer­fen bringt dann auch nichts mehr, auch wenn es durchaus hilfreich sein kann. Sich die schlechten Eigenschaften seiner Ver­­flos­se­nen ins Gedächtnis zu rufen, ist aber auf jeden Fall wichtig.
Wenn ihre zu­künf­tige Ver­flossene im Ge­gen­satz zu ihnen jedoch nicht an Trennung denkt, dann gibt es nur eines: Fangen sie Streit an, und zwar so gründ­lich, dass es kei­nen Weg zu­rück mehr gibt. Wenn sie Glück haben, er­tap­pen sie ihre neue Ex in der Tren­nungs­phase beim ech­ten oder ver­meint­li­chen Seiten­sprung. Dann brauchen sie nur noch die Kon­se­quen­zen zu ziehen. Bis es so­weit ist, sollten sie dafür sor­gen, dass sie sich stu­fen­weise ent­frem­den. Verbringen sie im­mer mehr Zeit ohne die Dame oder nehmen sie einen Job in einer anderen Stadt an. Als Mann von Welt sagen sie, dass sie Zeit brau­chen, um zu sich selbst zu finden, besteigen ihre Motor­yacht und segeln um die Welt, oder so ähn­lich. Wenn gar nichts mehr hilft, behaupten sie impotent oder beziehungs­un­fä­hig zu sein. Das wirkt prak­tisch immer. Sie können auch eine an­de­re Exfrau mit einem Kind von ihnen er­fin­den, von dem sich bis­her nichts wussten. Logisch, dass sie die Mut­ter jetzt heiraten müssen, oder? Selbst wenn sich dann heraus­stellt, dass das Kind doch nicht von ihnen war. Im übrigen sollten sie in der Trennungsphase jeglichen sexuel­len Verkehr mit der Dame ver­­meiden. Sie könn­te sonst versuchen ihnen ein Kind anzu­hän­gen, um sie an sich zu binden.

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