Sonntag, 3. Dezember 2017

Einleitung

Der zeitgemäße Mann von Welt besitzt di­ver­­se ein­schnei­dende Charakteristika. Zu­nächst ist er kein Blender oder neu­reicher An­geber, der sich nur selbst inszeniert, auch wenn er sich oft unter Blendern bewegt und ein we­nig Show durchaus vertretbar ist. Der Mann von Welt ist stilsicher und ge­räusch­arm. Er ist zwar kein Leisetreter, aber auch kein Groß­maul. Er erfüllt einen Raum er­ha­ben, lautlos und unübersehbar mit seiner Prä­senz, ohne aus­drück­lich auf seine An­wesen­heit hin­zu­wei­sen. Er glänzt gewis­ser­maßen durch Under­state­ment, Lässigkeit und Tief­sta­pe­lei. An­de­­ren Men­schen gegen­über, vor allem aus den un­ter­ge­ord­neten Gesell­schafts­schich­ten, zeigt er sich umgäng­lich, aber distanziert. Er versteht es trotz aller Freund­lichkeit die na­tür­liche Grenze zu beachten. Denn im Zwei­fels­fall gilt, was schon Horaz sagte: Odi pro­fa­num vulgus et arceo (Ich verachte den Pö­bel und halte mich fern von ihm).
Der Mann von Welt ist in seiner Kultur tief verwurzelt, dennoch wird ihm eine gewisse Rei­­se­­­tätig­keit zugeschrieben, wobei er in der Lage ist sich auch unter den fremden Völ­kern seines aktuellen Gast­lan­des sicher zu be­wegen, im Gegensatz zum Pau­schal­tou­ri­sten, der sich oft nicht aus der Hotelburg heraus­traut. Natürlich verfügt der Mann von Welt über weit­rei­chende Sprachkenntnisse, die es ihm er­mög­lichen mit An­ders­spra­chi­gen in Kontakt zu treten, ohne sich jedoch beim Pöbel an­zu­bie­dern. Auch mit fremden Sitten und kulina­ri­schen Genüssen ist der Mann von Welt bestens ver­traut und kann mit Essstäbchen genauso gut um­ge­hen, wie mit Messer und Gabel. Überhaupt ist er kul­ti­viert und findet er sich in jeder Situ­a­tion zu­­recht. Letzteres un­ter­schei­det ihn vom Snob, der sich einen Zacken aus der Krone brä­che, sollte er mal ge­­zwun­gen sein ein öffent­liches Ver­kehrs­mit­­tel zu benutzen. Der Mann von Welt da­gegen besteigt souverän einen über­füll­ten, indischen Nahverkehrszug und ge­nießt die Aussicht auf die exotische Land­schaft, die sich ihm vom Trittbrett aus bietet.
Ein wichtiges Charakteristikum des Mannes von Welt ist sein Hang zur Exklu­si­vi­tät. Als exklusiv kann man alles bezeichnen, was in irgendeiner Weise originell, außer­ge­wöhn­lich und besonders ist, eben das, was nicht jeder hat. Etwas, das teuer ist, muss nicht not­wendigerweise exklusiv sein. Überdies hüte man sich vor künstlich erzeugter Ex­klu­si­vität, die man vor allem bei VIP-Lei­stun­gen und Kreditkarten findet. Das ist reine Geldschneiderei. Der Mann von Welt nimmt zu­gunsten der Exklusivität eine gewisse Un­po­pularität in Kauf. Denn schließlich darf man sich nicht vom Urteil seiner Mit­men­schen abhängig ma­chen, schon gar von dem des Pöbels. Som­­mer an der Côte d’Azur und Win­ter­sport in St. Moritz mögen für neu­rei­che Em­­por­kömmlinge ihren Reiz haben und zu­ge­­ge­be­ner­maßen liegen beide Orte in land­schaft­­lich sehr attraktiven Gegenden. Ein ech­­ter Mann von Welt wird jedoch einem klei­­­neren, un­be­kann­ten Ort den Vorzug ge­ben und folg­lich durch eine exklusive Um­ge­­bung ent­schä­digt, anstatt sich in bekannten und überlaufenen Nobel­or­ten mit neureichen Russen den Tisch im über­teuerten Nobel­re­stau­rant zu teilen. Denn der Mann von Welt findet das Besondere, bevor die anderen es entdecken.
Natürlich treibt ein Mann von Welt auch Sport. Golf ist da eine gute Wahl, zumal Golf sich bis­her als elitärer Sport halten konn­te. Tennis spielt ja heute fast jeder! Leider trifft man auf Golf­­­­­plä­tzen neben ech­ten Kön­nern auch recht vie­le Snobs, die sich hier qua­si in ih­rem na­tür­lichen Habitat be­we­gen. Man er­kennt sie an ihrer nagelneuen, un­be­zahl­ten Aus­­rü­stung, zahlreichen Plastik-Tags diver­ser Golf­clubs an der Schlä­ger­ta­sche und ei­nem ergebenen Caddy. Auch der Mann von Welt sollte eine gute Ausrüstung und mög­lichst einen Caddy haben, aber noch viel wich­­tiger ist ein geringes Handi­cap. Darin nämlich un­ter­­scheidet sich der Mann von Welt von den Snobs.
Unglücklicherweise hat er auch eine Ge­mein­samkeit mit dem Snobtypus: Beide ver­mei­den es zu arbei­ten, was überdies direkten Kon­­takt mit der Welt des Pöbels bedeuten wür­­de. Der Mann von Welt, der sich aber na­tur­­gemäß in jeder Lage zurechtfindet, würde im Extremfall auch damit klarkommen und es sicher verstehen die unangenehmsten Tä­tig­keiten durch andere erledigen zu lassen. Allerdings versteht es der Mann von Welt wie kein anderer seine Geschäfte und die angenehmen Dinge des Lebens mitein­an­der zu verbinden. Warum sollte man auch nicht während des Urlaubs auf seinem Boot mittels Note­book bei seinem Internetbroker noch schnell ein paar Abschlüsse tätigen?
Als vielleicht wichtigstes Geheimnis der Le­bens­kunst des Mannes von Welt muss man wohl die Fähig­keit ansehen in schwierigen Situationen wie selbst­ver­ständ­lich Ver­ant­wor­­­­tung für andere zu übernehmen und durch beherztes Eingreifen schlimmeres zu ver­­­hindern. Damit erwirbt sich der Mann von Welt das wahre Ansehen seiner Mit­men­schen ohne die natürlichen Grenzen zu ver­wi­schen. Denn letztendlich definiert sich der Mann von Welt durch seine Taten und nicht durch seinen Besitz.

Wohnsitzwahl

Zum Zwecke der sozialen Umtriebe des Man­nes von Welt eignen sich weniger über­füll­te Großstädte, als vielmehr Mode­kur­orte, re­nom­mierte, aber wenig über­laufene Fe­rien­­orte, sowie Badeorte an Bin­nen­seen und an der Küste. Besonders geeignet zur Wohn­sitz­nah­me sind Heil­bä­der, die sich zwar mit dem Titel „Bad“ schmücken, deren Heilwasser aber kei­ne be­son­dere Wirkung zeigt, wie z.B. Heilwasser ge­gen Stuhl­­verstopfung. Da­her wer­den sie ge­le­­gent­lich „Mo­­de­kur­or­te“ ge­nannt. Auch See- und Kneipp­heil­bä­der kann man in diese Kategorie einordnen, denn bei Badeorten am Meer ge­nügt es in der Pra­xis geo­gra­phisch un­mit­tel­bar an der Kü­ste zu liegen, um sich See­heil­bad nennen zu dürfen und Kneippkuren sind medizinisch um­strit­ten.
Gemäß Wikipedia werden in der BRD als „Kur­orte“ Ge­mein­den oder Gemeindeteile be­zeich­net, de­nen aufgrund ihrer besonderen Eig­nung für eine medizinische Therapie ein ent­­spre­chen­des Prädikat von Amts wegen ver­liehen wurde. Prä­gend für einen Kurort ist das Vor­han­den­sein natür­li­cher Heilmittel des Bo­dens, des Was­sers oder des Klimas, oder die Mög­lich­keit eine Physio­the­rapie nach Kneipp zu ab­sol­vieren. Alle der knapp 400 an­erkannten Heilbäder in der BRD dürfen die Bezeichnung „Bad“ vor dem Namen füh­ren, was jedoch nicht alle tun. Es gibt sogar einige Orte, die „Bad“ als Wortteil bereits im Namen tragen, u.a. Baden-Baden, Baden­wei­ler, Jordanbad, Salzgitter-Bad, Schlangen­bad, Sibyllenbad, Warmbad, Wiesbaden und Wie­senbad. Man unterscheidet grob die fol­gen­den Heilbäderarten:
  • Mineralheilbad; Nutzung von Mineral­vor­­­kommen,
  • Moorheilbad; Zubereitung von Moor­bä­dern unter Nutzung von Torf,
  • Seeheilbad; Nutzung des Seeklimas,
  • Soleheilbad; Nutzung von Sole (Salz­lau­ge),
  • Radonbalneologie; Nutzung der natürli­chen Radioaktivität des Edelgases Radon,
  • Kneippheilbad.
Außerdem gibt es noch Erholungsorte, Luft­kur­orte, heilklimatische Kurorte etc. Ein­zel­hei­ten zur Klas­si­fi­kation von Kurorten gibt es auf der Webseite des Deutschen Heil­bä­der­verbandes e.V.
Der Österreichische Heilbäder- und Kur­orte­ver­band definiert „Kurorte“ als Gebiete, „in de­nen behörd­lich anerkannte Heil­vor­kom­men vorhanden sind und ortsgebunden ge­nutzt werden, und in denen die hierfür er­for­der­lichen Kureinrichtungen vorhanden sind.“ Unter die „Heilvorkommen“ fallen auch kli­ma­tische Einwirkungen (Luft­kur­or­te), aber, im Gegensatz zu Deutschland, kei­ne Kuren nach Kneipp, die allerdings weit ver­breitet sind.
In Südtirol ist der lange vergessene Bäder­tou­rismus wieder im Aufschwung begriffen. Fast vergessene Quellen werden seit einigen Jahren wieder für den Badebetrieb genutzt, u.a. die Schwefelquelle in Bad Moos in den Dolomiten. Im Elsass und in Lothringen ist der Badebetrieb heute situationsgemäß auf französische Badetouristen ausgerichtet. Ba­de­orte erkennt man an ihrem deutschen Orts­namen plus den nachgestellten Wörtern „..-les-bains“.
In der Schweiz stellt sich die Situation der Kur­­orte etwas anders und oft auch noch kan­tonal verschieden dar. Zunächst sei be­merkt, dass die Be­zeich­nung „Bad“ häufig, und öfter als in Deutschland üblich, nach dem Orts­­na­men folgt, wie z.B. in „St. Moritz Bad“, dem Orts­teil von St. Mo­ritz, in wel­chem der Ba­de­be­trieb statt­fin­det. Der Grund dafür liegt in der Organisation einer Ge­mein­de, die ihrerseits in Fraktionen (=Ortsteile) untergliedert ist, deren Namen dem Ge­mein­de­namen folgt. Dabei gilt, dass der Ortsteil „Platz“ derjenige ist, in welchem sich die Ge­meindeverwaltung befindet, „Dorf“ der Kern­­raum der Wohn­bebauung ist und „Bad“ den Gemeindeteil mit dem Kurbad bildet. Da­neben gibt es auch noch Orte, die eine ei­gen­ständige Gemeinde bilden und bei denen „Bad“ ein Teil des Namens ist, wie z.B. „Leu­­ker­­bad“.
Als Heilbäder offi­ziell aner­kannt nach Artikel 40 Bun­des­ge­setz über die Kran­ken­versicherung (KVG) sind die Or­te Baden, Rheinfelden, Schinz­nach-Bad, Bad Zurzach, Läufelfingen BL, Andeer GR, Al­va­neu Bad, Scuol, St. Moritz, Bad Ragaz, Va­lens SG, Stabio TI, La­vey-les-Bains, Yver­­don-les-Bains, Breiten ob Mörel, Leu­ker­bad, Ovron­naz VS und Sail­lon VS. In al­len Orten finden ernstzunehmende Kur­be­hand­lungen statt, al­ler­dings hat sich der Schwer­­punkt in den Heil­bädern der Berg­kantone schon lange auf den Touris­mus ver­­lagert. Vor allem St. Mo­ritz ist als Win­ter­sport­ort und zweimaliger Aus­tra­gungs­ort der olympischen Winter­spie­le nicht auf den Kur­be­trieb angewiesen. Ein auf­stre­bendes Kur­bad ist dagegen Alvaneu Bad in Grau­bün­den, wel­ches - einige Kilo­me­ter bergab­wärts vom ei­gent­lichen Ort ent­fernt - im we­sent­­li­chen aus einem Thermal­bad und einem Golfplatz be­steht. In Valens SG indessen wird man außer­halb der Kur­be­triebsanlagen nur Wohn­häu­ser vorfinden, während sich das gesell­schaft­liche Leben im einige Kilometer talab­wärts gelegenen Bad Ragaz abspielt. Völ­lig anders stellt sich die Lage in Leu­ker­bad dar. Hier wanderte der Gemeinde­prä­si­dent ins Ge­­fängnis, weil seine Bestrebungen den Ort zu einem Modekurbad umzu­ge­stal­ten einen gigantischen Schul­den­berg ange­häuft haben.
Im übrigen gibt es auch Badeorte die nicht als Heilbäder nach Artikel 40 KVG an­er­kannt sind und die dennoch das Kürzel „Bad“ vor oder hinter dem Namen führen, z.B. Bad Serneus GR, ein nur aus einem Kur­­ho­tel be­ste­hen­der Ortsteil des Dorfes Ser­­­neus, welches wie­de­rum einen Ortsteil der Ge­mein­de Klo­sters-Serneus darstellt, oder Schwefelberg-Bad, ein Teil der Ge­mein­­de Rüsch­egg BE, wo es ne­ben einer Schwe­­fel­quel­le das ein­zi­ge Natur­fango­vor­kom­men der Schweiz gibt.
Modekurorte findet man in der Schweiz kon­se­quenterweise vornehmlich unter jenen Or­ten, die nicht nach Art. 40 KVG anerkannt sind und folg­lich auf Kurtourismus setzen müs­sen, was aber bei der allge­mei­nen Tou­ris­mus­orien­tie­rung im Land kaum ins Auge fällt. Ein „Kur­haus“, oft mit Wellness-Be­reich, und ei­nen „Kur­­park“ gibt es ohnehin in fast jedem Tou­­ri­sten­ort.
In die Kategorie der Modekurorte fallen unter anderem die vor allem in der BRD und in Öster­reich ver­brei­teten sog. „Kneipp­­kur­or­te“ de­ren Be­hand­­­lungs­me­tho­de auf Was­ser­an­wen­dun­gen, Pflanzen­wirk­­stof­fen und auf Be­we­gungs- und Ernäh­rungs­em­pfeh­­lun­gen des be­kann­ten Pfarrers Sebastian Kneipp basiert. Die Wirk­sam­keit seiner Leh­re ist medi­zi­nisch zwar nicht ein­deu­tig be­legt, aller­dings sind bei eini­gen Krank­heiten Lin­de­run­gen nach­­­ge­wiesen. Als Heilbad an­er­kann­te Kneipp­kur­or­te gibt es nur in der BRD. In Österreich fin­den sich Kneippkuren vorwiegend als er­gän­zendes Kurangebot, in der Schweiz wer­den sie kaum offeriert.
Ähnliches gilt für Kurorte, in denen die sog. „Schroth­ku­ren“ angeboten werden. Die­ses ebenfalls um­­­strittene, im 19. Jahr­hun­dert ent­­wickelte Heilverfahren geht auf den Fuhr­mann Johann Schroth zurück, der seine eigenen Krank­hei­ten mit feuchten Wickeln, zeitweisem Nah­rungs- und Flüssig­keits­ent­zug und daran an­schließen­den Diättagen ku­rier­te. Es gibt Me­di­ziner, die Schroth­kuren sogar als gesund­heits­ge­fähr­dend einstufen. Ein­ziges „offi­ziel­les“ Schroth-Heil­bad in Deutsch­land ist Bad Ober­stau­fen im Allgäu, al­ler­­dings werden die um­strit­tenen Kuren auch in zahlreichen anderen Kur­bädern durch­­ge­führt, und zwar meistens dort, wo es auch Kneipp­ku­ren gibt.
Eine Mo­de­welle auf dem Gesund­heits­­markt sind Trink­kuren mit Molke, ei­nem Abfall­pro­­dukt aus der Milch­ver­ar­bei­tung. Molke­ku­­ren wurden etwa gegen 1745 in der Schweiz erfunden und erreichten im 19. Jahr­­­­hundert ihre größte Popularität. Ob sie ir­­gend­­­ei­ne medizini­sche Wir­­kung her­bei­füh­ren, ist nicht klar. Es existieren heute auch keine reinen Mol­­ke­kur­or­te mehr, so­dass Mol­­kekuren vor­wie­gend als Er­gän­zung zu Schroth- und Kneipp­ku­ren an­ge­bo­ten wer­den.
Modekurorte sind ge­ra­­de­zu ge­zwun­­gen, ne­ben ihrem üb­li­chen Kur­­be­trieb, ihre An­zie­hungs­kraft für ge­ho­be­ne Touristen zu för­dern, was bei Kneipp­- und Schroth­kurorten – neben der Erhebung von Kurtaxe - wohl auch die Ab­sicht ist. Sie tun das ge­wöhn­lich mittels einer reich­­­hal­ti­gen Frei­zeit­in­fra­­struk­tur, zu wel­cher un­be­dingt ein Kur­park mit einem oder mehreren Tanz­cafés ge­hört. In selbigen wird der Mann von Welt ge­nü­­gend Auswahl an hol­der Weib­­­lich­keit vor­fin­den, um seinen Ver­­­füh­rungs­­kün­sten freien Lauf zu lassen. Voraus­gesetzt, die Da­me sei­ner Wahl über­lässt ihm die Ini­tia­ti­ve! Eine wei­tere gute Mög­­lichkeit Kontakte zu knüp­fen bieten die in Kurorten vor­­han­de­nen Trink- und Wan­del­hallen. Sport­­­mög­lich­kei­ten sind ebenso wichtig. Ne­ben Tennis­plät­zen und einem Ther­­­­­mal­schwimm­bad soll­te vor allem ein Golf­­­­­platz vor­handen sein.
Der „norma­le“ Kur­be­trieb bedingt die Ein­rich­­tung eines Kur­- und Badehauses und ei­ner Trink- und Wan­del­hal­le, ideale Or­te der Kon­takt­pfle­ge für den Mann von Welt. Mei­stens sind diese Stätten von dem ob­­li­ga­to­ri­schen Kur­­park umgeben oder sel­biger liegt in un­mit­telbarer Nähe. Oft fin­den sich in der Trink- und Wandelhalle auch ein Lese­saal und ein Konzertsaal für Ver­an­stal­tun­gen. Im Kur­haus oder einem an­de­ren Ge­bäude gibt es in der Regel ein Thea­ter und nicht selten auch ein Spielcasino. Ge­säumt wer­den die Kur­­­­einrichtungen von nob­len Ho­tels und eben­­­­so noblen Geschäften, die fast immer naht­­­los in eine Geschäftstraße und Fuß­gän­ger­zone übergehen, die wiede­rum Ein­kaufs­mög­lichkeiten, Restaurants und Cafés für je­den Geldbeutel präsentiert. In der näheren Um­gebung, wenn nicht sogar im Ort selber, gibt es zahlreiche Sport­ein­rich­tungen, zu denen Wanderwege, Tennis­plä­tze und ein Golfplatz gehö­ren.
Urtyp aller Modekurorte ist Bad Ems an der Lahn, wo schon Kaiser Wilhelm und der rus­si­sche Zar ihren Ur­laub verbracht haben. An die Zarenzeit erinnert die russisch-orthodoxe Kirche, die bis heute alle Wir­ren über­dau­ert hat. Natürlich gibt es in Bad Ems auch ernst­zunehmende Kurbehandlungen, und zwar ist man auf Atem­wegs­er­kran­kun­gen speziali­siert, die oberhalb des Ortes in einer eigenen Höhenklinik behandelt wer­den. Dorthin ge­langt man von Ortszentrum aus mit einer Stand­seilbahn. In Bad Ems kann der Mann von Welt sogar mit seinem Was­­ser­fahrzeug vor­fahren, bietet die Lahn doch direkten Zu­gang zum Rhein, mittels di­ver­ser Schleu­sen, und der örtliche Sport­boot­club zahl­rei­che Lie­­­ge­plätze, übrigens auch für Gäste. Der Golf­­platz liegt nördlich des Ortes an der Straße nach Denzerheide.
Ein weiteres, exzellentes Beispiel für einen renommierten Modekurort ist Bad Neuenahr, südlich von Bonn. Der Ort verfügt neben ei­ner geographisch günstigen Lage mitten in ei­nem Weinanbaugebiet über alle Annehm­lich­keiten, die Männer von Welt schätzen. Der lokale Rotwein ist überdies von sehr gu­ter Qua­li­tät und für besondere Anlässe em­pfiehlt sich der regionale Sekt. Der Golf­­platz be­fin­det sich zwi­schen den Orts­teilen Lohrs­dorf und Kirch­daun. Leider ist die Ahr nicht schiff­bar, so­dass hier eine Vor­fahrt mit dem Was­­ser­fahr­zeug nicht mög­lich ist. Die näch­ste Ma­ri­na liegt etwa 16 km ent­fernt in Ober­winter am Rhein (Hinweis für Be­sucher, die per Boot an­­­­reisen: Zwi­schen den beiden Orten ver­kehrt stünd­lich ein di­rek­­ter Re­gio­nal­zug mit Erster-Klasse-Ab­teil. Die Fahrzeit be­trägt an­­­­nähernd 20 Mi­nuten. Mit dem Taxi geht es nur un­we­sent­­lich schnel­­ler und die Fahrt ko­stet etwa € 23,-). Auch in Bad Neu­­­en­­­­ahr gibt es natürlich ernst­hafte medizi­ni­sche Be­hand­lun­gen: Der Ort ist ein Zentrum für die Hei­lung von Blut­ge­fäß­­­krank­hei­ten.
Ein Beispiel für einen jungen, im Auf­schwung begriffenen Kneipp­­kur­ort ist Bad Kötzting in der Ober­pfalz, nord­öst­lich von Regensburg gelegen. Den Titel „Bad“ trägt der Ort seit 2005. Die dort ansässige „Deut­sche Klinik für Traditio­nel­­le Chinesi­sche Me­di­zin“ ist seit 2005 Universi­täts­kli­nik der Peking-Universität. An­sonsten gibt es di­ver­se Reha­bilita­tions­kli­ni­ken, z.B. für Or­tho­pä­die, Rheumatologie und Neu­ro­lo­gie. Außer­­dem hat der Ort eine Fach­schule für Alten­­pflege. Schwimmbad, Kurpark und na­­tür­lich diverse Kneipp­kur­be­trie­be sind eben­­falls vor­­handen. Seit 2000 gibt es auch eine Spiel­bank und seit 2006 eine Whiskybrennerei. Der nächst­ge­legene Golfclub be­fin­det sich in Furth ca. 20 km nörd­lich von Bad Kötzting, der nächste schiff­bare Fluss ist die Donau. Die nächst­­ge­le­gene Marina ist in Deg­­­gen­dorf, ca. 45 km weiter südlich, zu fin­den. Al­len vorgenannten Orten ist über­dies ge­mein­­­sam, dass sie über einen Golf­plat­z in der Nähe und ein Thermal­schwimm­­bad am Ort selbst ver­fügen.
Weiterhin als Wohn­sitz­orte geeig­net sind Ba­de­­or­te, die durch­­­­aus auch an einem Bin­nen­­ge­wäs­ser lie­gen können, wie z.B. Meers­burg am Bo­den­see oder das am Wör­ther­see be­find­liche Vel­den. Als Beispiel für einen an der Küste lie­genden Bade- und Ur­laubsort sei das flä­mi­sche Knokke-Heist, nordöstlich von Oost­ende, erwähnt.
Zwar sind neben Modekurorten auch Ferien­or­te jedweder Couleur eines Mannes von Welt wür­dig, je­doch gibt es dabei ein paar Din­ge zu beachten. Der Mann von Welt soll­te zu­nächst An­sied­lun­gen mei­den, die von ihrer In­­fra­struktur her aus­­schließ­lich auf Win­­ter­sport ausgerichtet sind. Es gibt kaum etwas deprimierenderes, als eine mit Ski­lif­ten voll­ge­stellte, som­mer­li­che Alp­weide und ein Berg­­bahn­ver­kehrs­netz, wel­ches im Som­mer nur vor sich hin düm­pelt. Zu allem Über­fluss gibt es in reinen Win­ter­sport­orten oft auch noch Hotels und Restaurants, die im Sommer ge­schlos­sen sind. Derartige Gei­ster­gebäude sind der At­mos­phäre nicht för­der­lich. Rezi­prok kann ein auf Sommer­be­trieb aus­ge­rich­te­ter Kü­sten­ba­de­ort im Winter einer der lang­­­wei­lig­sten Plätze der Welt sein. Dort fin­den sich oft, ana­log zu Win­ter­sport­or­ten, Ho­tels, die nur im Sommer ge­öff­net sind und im Winter als leblose Gei­ster­ge­bäu­de vor sich hin modern. Ein weiteres Pro­blem der Fe­rien­orte ist die wachsende Zahl an Zweit­woh­nungen, die je­doch nur wenige Wo­chen im Jahr bewohnt wer­den; in der Schweiz „Kalte Betten“ ge­nannt. So­wohl im Al­pen­raum als auch an den euro­pä­i­schen Kü­sten sind in den letzten Jahrzehnten ganze Stadt­viertel aus dem Bo­den gestampft wor­den, die aber die meiste Zeit über leer stehen. Ein wunderbares Bei­spiel dafür sind die auf Mal­lorca üblichen Ur­banisationen. Solche Gei­sterstädte sind der allgemeinen Atmos­phä­re ebenso we­­­nig dien­lich, wie leer­ste­hen­de Hotels oder still­lie­gende Skilifte.
Es gibt nur wenige Ferienorte, in denen das ganze Jahr über Betrieb herrscht und selbst im belebtesten Ferienort sind in der Regel der Frühling und der Herbst die Zeiten mit dem geringsten Besucherandrang. Die für Fe­­rien­orte typischen Verkehrsspitzen – sei es im Sommer oder im Winter - können die Le­bens­qualität der Einheimischen jedoch er­heb­­lich be­ein­trächtigen. Daher sind Ferien­or­te bei der Wohnsitzwahl mit Vor­sicht zu ge­nießen. Kur­orte dagegen ver­zeich­nen in al­ler Regel das gan­ze Jahr über einen relativ kon­stanten Be­su­cherstrom, was sich auch sehr po­si­tiv auf die Infra­struk­tur auswirkt.
Eigentlich versteht es sich von selbst, dass der Mann von Welt mit der Infrastruktur und den Be­son­der­hei­ten seines Wohnortes vertraut ist, d.h. er kennt die Einkaufsmöglichkeiten am Ort und weiß wo und wie er welche benötigten Güter beschaffen kann. Das Veranstaltungsprogramm im Umkreis ist ihm eben­so bekannt. Er weiß auch, welche Restaurants empfehlens­wert sind oder welche Sehenswürdig­keiten er seinen Besuchern zeigen kann. Selbst Briefkästen stellen inzwischen eine Besonderheit im Ortsbild dar, sodass man ihren Standort und ihre Leerungszeiten kennen sollte.
Der Mann von Welt sollte aber auch wissen welche Angebote dem Suchenden bei Nacht und an Wo­chen­enden und Feiertagen offen stehen, also welche Unterhaltungsmöglichkeiten es lange nach Einbruch der Dunkelheit gibt (Kino, Theater, Musik- und Tanzlokale etc.), wo man spät nachts etwas essen oder trinken kann (Restaurants, Bars oder auch Bringdienste), welche Einkaufsmöglichkeiten nach Laden­schluss es gibt, wo der nächste Geldautomat steht, welche Taxidienste nachts arbeiten, welche Tank­stellen geöffnet haben und welche Notfalldienste man im Falle eines Falles anrufen kann (Medi­zini­sche Notfälle, Pannendienst etc.). Als Tipp sei gesagt, dass u.a. Autobahnraststätten und Autohöfe rund um die Uhr geöffnet haben und man dort tanken, speisen, einkaufen und oft auch Geld abheben kann. In länd­­lichen Gegenden gibt es meist keine anderen Möglichkeiten. In einer Großstadt kann man nachts am Bahnhof oder am Flughafen essen und einkaufen; auch gibt es dort neben Taxis häufig auch Nacht­bus­netze und –bahnverbindungen.
Nachdem die generelle Wohnortfrage geklärt ist, benötigt der Mann von Welt natürlich auch ein Do­mi­zil. Hierbei stehen ihm prak­tisch alle Möglichkeiten offen, von der luxu­riö­sen Villa bis zur gemieteten Klein­woh­nung. Man möge sich in diesem Zu­sam­men­hang das Beispiel des bekannten Londoner Meisterde­tektivs Sherlock Holmes vor Au­gen hal­ten, der den größten Teil seines Le­bens als eine Art Untermieter („Lodger“) im ersten Stock des Hauses 221B Baker Street zu­brach­te, welches sich im Besitz sei­ner Ver­mie­terin („Landlady“) Mrs. Hudson be­fand. Mr. Hol­mes bewohnte persönlich nur einen kleinen Schlafraum. Den kombinierten Wohn-, Spei­se-, Empfangs- und Arbeitsraum teilte er vie­le Jahre mit seinem Mitbewohner und Freund Dr. Watson. Obwohl Mr. Hol­mes nie über einen Herrensitz oder ähnliches verfügt hat, würde ihm dennoch niemand den Titel „Mann von Welt“ streitig machen. Es war seine Persönlichkeit, die immer wieder rat­su­chen­de Menschen in sein holzgefeuertes Wohn­zimmer lockte und ihn immer wieder dazu brachte, weite Reisen im In- und Aus­land zu unternehmen.
Mr. Holmes pflegte des öfteren chemi­sche Ex­perimente durch­zu­führen, weshalb in einer Ecke des Wohn­­­­rau­mes ein Tisch mit di­­ver­­sen chemischen Appa­­ra­tu­ren bereit stand. Außerdem lagerte er seine Un­t­er­lagen über vergangene Fälle und Kri­mi­­nelle jed­we­der Couleur wohl­ge­ord­net in ver­­schie­denen Schrän­ken, ebenso einige be­deu­tende Erin­ne­­rungsstücke an seine auf­ge­klär­ten Fäl­le. Als exzentrischer Junggeselle be­wahr­te er über­­dies seinen Ta­bak in einem per­si­schen Haus­schuh auf und seine un­be­ant­­wor­tete Kor­­respondenz heftete er mit einem Mes­ser an den Kamin­sims. Die Wand zierten Spuren seiner Schieß­übungen, die er grund­sätz­lich vom Sessel aus machte. Staub war ein Teil seines Archivsystems, denn an der Dicke der Staub­schicht konnte er das Alter der Un­ter­la­gen ablesen. Dass er seinen Wohn­sitz im Zen­trum Londons nahm und nicht in einem britischen Kurort wie z.B. Lea­ming­ton Spa, war berufs­be­dingt. Damit seine Klienten ihn erreichen konnten, musste er zentral wohnen. Für den Mann von Welt heißt das, dass die Größe und Art des Wohnsitzes – Villa oder Miet­­woh­nung - nicht sonderlich be­deu­tend ist. Viel wichtiger ist, mit welchen Ge­rät­schaf­ten er sich in seiner Residenz um­gibt.
Der Mann von Welt sammelt Ge­gen­stände um sich, die in seinem auf­re­gen­den Le­ben eine Rolle spielen oder gespielt ha­ben. Er hat auf seinen Reisen nicht nur viel ge­se­hen, sondern auch viele interessante Ge­gen­stände mitgebracht, die er zur Erinnerung in seiner Behausung aufgestellt hat. Dazu kom­men die Dinge und Hobbys, mit denen er sich aktuell beschäftigt. Mit den Jah­ren hat sich somit ein Kuriosi­tä­ten­ka­bi­nett he­raus­gebildet, aus wel­chem der Mann von Welt Kraft schöpft, in­dem er sich an die Begeben­heiten erinnert, die mit den einzel­nen Sou­ve­nirs verbunden sind. So ge­rü­stet sieht er den Heraus­for­de­run­gen der Zukunft gelassen entgegen. Eine große Vil­la mit nichtssagenden Design­er­möbeln die einen un­per­sönlichen Charme aus­strahlen ist eines Mannes von Welt un­wür­­dig. Eine Re­si­denz von Welt muss die Per­sön­lich­keit ihres Bewohners wider­spie­geln.
Nebenbei bemerkt, sollte der Mann von Welt in seiner Sammlung unbedingt eine stilvolle Musik­dose, auch Spieldose genannt, sein eigen nen­nen (aber nicht den Kitsch aus Souvenirshops!). Der Besitz einer solchen Musikdose weist ihn schließlich als kultivierten Men­schen aus. Stilvolle Musikdosen werden auch heute noch in verschiedenen Größen und Aus­füh­run­gen hergestellt, vornehmlich in der Stadt Sainte-Croix in der Westschweiz. Bei den Me­lodien stehen neben den Klassikern auch modernere Stücke zur Auswahl, z.B. aus diver­sen Musicals.
Falls der Mann von Welt des öfteren Besuche von Personen empfängt, mit denen er aber keinen vertrau­li­chen Umgang pflegt, wie z.B. Geschäftspartner, dann ist es vielleicht sinnvoll einen Raum als eine Art Be­sprechungszimmer herzurichten. Optimal wäre es, wenn der Zugang zu diesem Raum durch einen separaten Eingang erfolgen könnte. Damit vermeidet man, dass diesem Besucherkreis ein Einblick in die Privatsphäre des Mannes von Welt gewährt wird. Sollten die Besucher über Nacht bleiben, benötigt man natürlich entsprechende Gästezimmer oder man mietet solche in einem nahegelegenen Hotel an. Letzteres hat den Vorteil, dass auch hier eine gewisse Distanz gewahrt bleibt.

Autos

Wie bei der weltmännischen Residenz, muss auch das Trans­port­ge­fährt des Mannes von Welt dessen Per­­sön­lich­keit wieder geben. Das Auto sollte aber natürlich auch dem Trans­port­be­dürf­­nis entsprechend aus­gewählt sein. Je­mand, der in einer Stadtlage wohnt, benötigt keinen Geländewagen, während um­ge­kehrt man­che ländliche Gegend, vor allem im Win­­­­­ter, an­ders gar nicht zu erreichen ist. Auch sind eng be­baute Innenstädte oder kur­ven­reiche Park­häuser mit einem Klein­wa­gen leichter zu durchfahren, als mit einer Über­­län­­gen­li­mou­sine. Oft wird behauptet, dass Gran-Turismo-Fahrzeuge als die Sportwagen­gat­tung für Gentleman schlechthin gelten würden. Dabei ist ein solides Modell aus der Kompaktklasse prak­tisch immer die bessere Wahl, sofern man keine besonderen Fahrbedürfnisse hat (wie z.B. Offroad). Es kommt allerdings auch hier weniger auf das Äußere an, als viel­mehr auf das, was in dem Wagen steckt. Kaufen Sie über­dies einen unauffälligen Wagen, dann erregen sie bei ihren Mitmenschen kei­ne Neid­ge­füh­le und laufen nicht Gefahr, dass ihr Auto ge­klaut wird. Bei italienischen Sport­wagen ist es so gut wie sicher, dass die­se irgendwann abhanden kommen. Die Mo­tor­leistung ihres Gefährtes sollte aber so ge­wählt sein, dass der Wa­gen ohne Schwie­rig­kei­ten auch steile Al­pen­pässe überqueren kann. Innen richtet der Mann von Welt sein Auto be­quem ein, so­dass er neben Kurz­­strecken auch längere We­ge in ge­wohn­ter Be­­hag­lich­keit zurück­le­gen kann. Von den üb­lichen Re­qui­siten des Pöbels, wie z.B. Breit­­reifen oder Fuchs­schwän­zen an der An­ten­ne, sieht er geflis­sent­lich ab. Eine Anhängerkupplung kann allerdings gute Dienste leisten. Ne­ben Transportanhängern können z.B. auch Boots- oder Pferdeanhänger befördert wer­den, wobei die Motorleistung dann natürlich etwas stärker gewählt werden muss. Von der Benutzung von Wohnwagen sollte ein Mann von Welt aber absehen.
Wenn Sie mit ihrem Fahrzeug längere Strecken zurückzulegen wünschen, dann sind gewisse Accessoires zur Bequemlichkeits­stei­gerung eine Überlegung wert. Ein Tauch­sieder oder Wasserkocher für den Auto­strom­­anschluss ermöglicht die Bereitstellung von frisch gekochtem Kaffee, Tee oder Sup­pen­snacks, ohne auf den Service einer Rast­stät­te etc. angewiesen zu sein. Es gibt sogar richtige Einbau-Kaf­fee­ma­schinen fürs Auto, jedoch ist deren Rei­ni­gung ohne Fließend­was­ser-Anschluss schwierig. Ein weiteres, nütz­li­ches Accessoire ist eine Kühlbox, die so­wohl an einem Hausstromanschluss, als auch an einer Auto­steck­dose betrieben wer­den kann. Im Sommer können sie darin Ge­trän­ke oder Picknickproviant kühlen, aber auch ihre Einkäufe nach Hause trans­por­tie­ren ohne die Kühlkette zu unterbrechen. Wenn Sie es wün­schen, können sie ihr Auto auch so herrichten, dass sie darin zumindest für eine Nacht schlafen können, was sie al­ler­­dings nur in Aus­nahme­fäl­len tun sollten. Auf Campingurlaub mit Wohnmobil oder Wohn­wagen sollte ein Mann von Welt auf je­den Fall verzichten; dieser ist alles andere als ex­klu­siv, auch wenn moderne Wohn­mo­bi­le und Wohnwagen zugegebenermaßen an Komfort nichts mehr zu wünschen übrig las­sen. In besonderen Fällen, z.B. weil vor Ort kein anderes Quartier verfügbar ist und die ge­plante Akti­vi­tät einen eventuellen Image­ver­lust wettmacht, kann ein Mann von Welt aber auch auf diese Mög­lich­keit zurück­grei­fen.
Um im Auto arbeiten zu können, kann man im einfachsten Fall einen kleinen Hängetisch besorgen, den man am Lenkrad (natürlich nur wenn das Fahrzeug steht!) oder an der Rückseite des Vordersitzes be­fe­stigt, damit man darauf sein Notebook platzieren kann. Letzteres macht natürlich nur dann Sinn, wenn das Fahrzeug steht oder je­mand anderes lenkt. Schwierig wird es allerdings während der Fahrt eine In­ter­net­­ver­bin­dung zu behalten, da oft schon die Passage durch Tunnels oder unter Brücken zu einem Un­ter­bruch führt. Sollte der Mann von Welt jedoch öfter vom Auto aus arbeiten wollen, dann besteht die Mög­lich­keit sich von der Firma Brabus in Bottrop ein mobiles Büro in sein Fahrzeug, z.B. mit ausfahrbaren Note­book­ti­schen oder Flachbildschirmen, einbauen zu lassen. Auch Aktenschränke, Drucker oder Netz­wer­ke sind kein Problem. Bis hin zum rollenden Luxusbüro mit Konferenzraum ist alles möglich, wobei es sich dann allerdings empfiehlt als Fahrzeug einen Kleinbus oder Lieferwagen auszuwählen.
Falls Ihnen der Sinn nach einem Oldtimer steht, sollten Sie beachten, dass diese im Unterhalt mehr als dop­pelt so teuer sind, als zeitgenössische Modelle, aber aufgrund ihres hohen Alters nicht die Fahr­lei­stungen eines neuen Fahrzeuges erbringen. Daher kommen sie nur als Zweitfahrzeug für Liebhaber in Betracht. Alltagstauglich sind sie nicht mehr. Falls Sie jedoch ein exklusives aber alltagstaugliches Fahr­zeug im Stil vergangener Zeiten suchen, dann sollten Sie sich für die britische Marke Morgan Motor Com­pany interessieren. Das Unternehmen aus Malvern in Worcestershire ist weltweit das einzige, das bei Automobilen noch Aufbauten mit Rahmen aus Eschenholz einsetzt, eine Fertigungstechnik, die aus dem Kutschwagenbau stammt. Der Morgan 4/4 hält den Rekord als das am längsten durchgehend pro­du­zierte Automodell und wird seit 1936 - derzeit mit einem 1,6 Liter Motor von Ford - angeboten. Der Preis für ein solches Fahrzeug entspricht etwa dem eines oberen Mittel­klasse­wagen neuerer Bauart. Mehr Infos gibt es auf www.morgan-motor.co.uk. Eines sollte man jedoch noch wissen: Ältere Morgans neigen zu Karosserieschäden, weil der Aufbau nicht sehr dicht ist und nur von außen lackiert wurde. Daher rostet das Blech von innen und das Eschenholzgerippe verrottet, sobald Wasser eindringt. Bei den aktuel­len Serien stellt das jedoch kein Problem mehr dar. Aber der Morgan hat auch einen erheblichen Vorteil: Das Auto ist exklusiv ohne so angeberisch zu wirken wie manche italienischen Sportwagen, aber dabei so auffällig, dass es garantiert niemand klauen wird, denn wie und wo sollte man ein so seltenes Modell unbemerkt verkaufen?
Hin und wieder werden Sie mit ihrem Gefährt auch weitere Strecken zurücklegen wollen. Bei längeren Auto­bahn­fahrten stehen in der BRD rund 600 Auto­bahn­rast­stätten und Au­to­höfe zur Verfügung, in Österreich etwa 90 und in der Schweiz 36. Das gastronomische Angebot ist in aller Re­gel geradezu vor­züg­lich, auch wenn es natür­lich auf Massen­ab­fer­tigung ausgerichtet und damit wenig ex­klu­siv ist. Wei­ter­hin gibt es Ein­kaufs- und Über­­nach­tungs­mög­lichkeiten und natürlich Tank­­stellen, die allerdings oft recht teuer sind. Moderne Kom­mu­ni­ka­tions­mit­tel sind fast immer vor­han­den, ebenso saubere Toi­let­ten, Geldautomaten und in manchen An­la­gen neu­er­dings auch Konferenz- und Ver­an­stal­tungs­räume. Einige Rasthöfe haben sogar eine Autobahnkapelle. Die Öffnungszeiten reichen von morgens früh bis spät in die Nacht und ein Basis­angebot ist sogar rund um die Uhr verfügbar. In ländlichen Ge­gen­den ergibt sich damit ganz nebenbei auch eine Einkaufs­mög­lich­keit in den Tages­rand­stun­den.
Falls Sie sehr weite Strecken bewältigen müssen, dann können Sie eventuell einen Platz auf einem Au­to­zug zu buchen. Ab Hamburg bietet die Firma Urlaubs-Express (www.urlaubs-express.de) im Sommer Au­to­­zug­verbindungen nach Innsbruck, München, Vero­na und Villach an, außerdem gibt es die Strecke Düsseldorf - Verona. Im Winter wird ein Autotransport zwischen Hamburg oder Düsseldorf und München offeriert. Die ÖBB betreiben Autozug-In­lands­ver­bindungen von Feld­kirch nach Wien, Graz und Villach; dazu die Aus­­lands­­verbindungen von Wien nach Hamburg, Livorno und Verona, sowie von Innsbruck nach Düsseldorf. Über­nach­tet wird in den dem Zug bei­ge­stell­ten Liege- oder Schlafwagen, wobei es ver­schie­de­ne Kom­fortstufen gibt, vom ein­­fa­chen Lie­ge­wa­gen­platz bis zum De­luxe-Ab­teil mit Du­sche und WC. Gespeist wird im Re­stau­rant­wagen des Zuges. Und der Reiseveranstalter Optima Tours offeriert in den Som­mer­monaten auch Autozüge ab Vil­lach in die Türkei. An­ge­neh­­mer las­sen sich weite Strecken mit dem Auto wohl kaum über­brücken.
Der Vollständigkeit halber seien noch die Autozüge in Frankreich erwähnt, die jedoch in der Praxis keine große Rolle spielen. In Frankreich lau­fen praktisch alle Autozugverbindungen von und nach Paris in Rich­tung Südfrankreich (Côte d’Azur) und Autos und ihre Be­sitz­er reisen nicht im selben Zug. Stattdessen muss man sein Auto einen Tag vorher zum Ver­lade­bahn­hof brin­gen und einen Tag nach Ankunft am Zielbahnhof abholen. Bei so vielen Umständen ist es doch ein­fa­cher selbst zu fahren. Auch die (wenigen) Autozüge in der Slowakei, in Griechenland und einigen Balkanländern sind für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum nicht hilfreich.
Interessant sind jedoch ein paar Fährverbindungen, die die Reichweite des Autos nocheinmal erhöhen. Wer nach Spanien will, könnte ab Genua oder Savona mit einer Fähre nach Barcelona fahren (auch Marokko und das sizilianische Palermo werden von Fähren ab Genua angesteuert). Um nach Nordspanien zu gelangen, könnte man einen kleinen Umweg über Südengland machen und von Portsmouth mit der Fähre nach Santander (oder Bilbao) übersetzen. Liegt das Reiseziel in Griechenland, startet die Fährreise in Venedig oder Triest und führt nach Patras oder Igoumenitsa.
Zum Tanken in europäischen Nachbarländern sollte man folgendes wissen. In Skandinavien sind die Benzin- und Dieselpreise gewöhnlich höher als in der BRD, sodass man vor dem Grenzübertritt nochmal tanken sollte. Einen 10-Liter-Reservekanister kann man auch mitnehmen, jedoch erlauben die meisten Fährbetreiber keine vollen Kanister auf den Fährschiffen. Am teuersten ist das Tanken in Island; auf Platz zwei liegt Norwegen. Benzin ist in Schweden oft etwas günstiger als in Dänemark, bei Diesel ist es umgekehrt. In Finnland ist nur Diesel preiswerter, als in Schweden oder Dänemark, aber teurer als in der BRD. Und wer nach Norwegen will, sollte unbedingt vorher in Dänemark oder Schweden nachtanken.
In den Niederlanden sollte man nach Möglichkeit gar nicht tanken; Benzin und Diesel sind dort fühlbar teurer als in der BRD. In Belgien kostet Benzin ungefähr gleich viel wie in der BRD, aber Diesel ist deutlich teurer (sogar teurer als in den Niederlanden). Frankreich ist ebenfalls merklich teurer als die BRD (und Belgien), aber günstiger als Italien. Wer mit dem Auto nach Spanien reisen will, sollte vor der französischen Grenze volltanken und einen 10-Liter-Ersatzkanister mitnehmen. In Spanien sind die Tankstellenpreise dann wieder erschwinglich (vor allem in Andorra!). Portugal ist dagegen teuer. In der Schweiz ist nur Diesel teurer als in der BRD, aber billiger als in Italien.
Wer mit dem Auto nach Italien fährt, merkt schnell, dass die Treibstoffpreise in Italien deutlich höher sind als anderswo. Folglich sollte man auf jeden Fall bei der Durchreise in der Schweiz oder in Österreich tanken. Wer sich in Norditalien in Grenznähe zu einem der Nachbarländer (Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien) bewegt, sollte nach Möglichkeit jenseits der Grenze tanken, wobei die Ersparnis in Frankreich am geringsten ist. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Diesel, jedoch ist die Ersparnis beim Tanken in Frankreich und in der Schweiz äußerst gering. Österreich und Slowenien sind jedoch auch bei Diesel günstig. Wer kann, legt seine Reiseroute über eine der beiden Zollfreizonen Livigno oder Samnaun, wo Benzin und Diesel unschlagbar preiswert sind. Und wer an der Adria unterwegs ist, sollte einen Tankstopp in San Marino einlegen; dort kosten Benzin und Diesel deutlich weniger als im umliegenden Italien. Im übrigen sollte man noch wissen, dass in Italien Benzin (ital. Benzina) und Diesel (ital. Gasolio) an den Tankstellen der (meist mautpflichtigen) Autobahnen am teuersten sind, dass man an Selbstbedienungs-Tankautomaten meist ein paar Cent sparen kann (nur Barzahlung, keine Karten) und dass das Mitführen von Benzinkanistern im Auto verboten ist.
Preiswert tankt man sowohl Benzin als auch Diesel in Luxemburg, Österreich, der Tschechei und in Osteuropa.
Sollten Sie beabsichtigen mit ihrem kontinentaleuropäischen Auto nach Großbritannien, Irland, Malta oder in ein anderes Land mit Linksverkehr zu reisen, dann sollten Sie sich vielleicht für das Spiegelsystem Krugozor der russischen Firma Uniaks Co. (www.pravorul.ru) interessieren. Mit einem Linkslenkerauto sitzen Sie in Großbritannien auf der dem Verkehr abgewandten Seite und können den (entgegen­kom­men­den) Ver­kehr vor sich nur eingeschränkt sehen. Vor allem bei Überholvorgängen ist das ein Problem. Das Spie­gel­system Krugozor ermöglicht Ihnen jedoch einen Blick nach vorne, auch ohne den Beifahrer bemühen zu müssen. Das System funktioniert ebenfalls bei britischen Autos mit Rechtslenker die auf den Kon­ti­nent fahren.
Übrigens sind in Großbritannien die Benzinpreise in etwa dieselben wie in der BRD und in Belgien (Frankreich ist teuer); Diesel ist in Großbritannien jedoch deutlich teurer und etwa genauso teuer wie in Frankreich und Belgien. Die Treibstoffpreise in Irland entsprechen ungefähr denen in der BRD. Und in Malta ist tanken auf jeden Fall günstiger als in Italien.

Kleidung

Bei der Auswahl seiner Bekleidung verfährt der Mann von Welt ähnlich, wie bei der Wahl seines Auto­mo­bils: Sein Outfit soll­te immer der Situ­a­tion angemessen sein, also Sakko und Kra­wat­te oder Abend­an­zug bei der abendlichen Um­triebigkeit im Casino oder Kurparkcafé (gilt auch für den nach­mit­täg­lichen Tanztee) und Frei­zeit­klei­dung im Kurpark und auf dem Golfplatz. Wichtig ist aber auch hier, dass die Bekleidung der Persönlichkeit des Mannes von Welt entspricht.
In den letz­ten Jahr­zehn­ten haben sich die Be­klei­­dungs­kon­ven­tio­nen merk­­lich verändert. War es vor einem halben Jahrhundert noch pro­blemlos möglich einen Menschen an sei­ner Be­klei­dung ein­zu­schät­zen, tragen heute, nach der Pro­­le­ta­risierung der Gesellschaft als Folge der 68er Revolte, auch Angehörige des Geld­adels unauffällige Freizeitkleidung. Man muss schon genau hin­schauen, um zu er­ken­nen, ob es sich um ein billiges Massen­pro­dukt oder eine exklu­si­ve Sonder­an­fer­ti­gung handelt.
Was für die Auswahl teurer oder sogar maß­­ge­fertigter Kleidung spricht, ist die bes­sere Qualität. Textil­wa­ren und Schuhe aus bil­li­ger Massenproduktion verschleißen in der Re­­gel schneller und erfordert häu­fi­gen Er­satz. Ein qualitativ hochwertiges Produkt be­sitzt eine längere Lebensdauer, die den hö­he­ren Preis wett­macht. Man beachte jedoch, dass Klei­dung recht schnell un­mo­dern wer­den kann.
Worauf der Mann von Welt bei der Auswahl seiner Kleidung jedoch unbedingt achten muss, ist der har­mo­nische Bezug zu seinem persönlichen Stil. Die Kleidung sollte nicht nur größenmäßig zu ihm passen. Der Mann von Welt, der sich nicht sicher ist welche Art Klei­dungs­stücke seinem Typ ent­spre­chen (Pull­over oder Hem­den, Weste oder Sakko etc.) oder welche Farben ihm besonders gut stehen und wel­che nicht, sollte sich an einen fach­kun­di­gen Stil­be­rater wenden. Oft ist es leich­ter für einen Außen­stehenden solche Fragen zu klären, als für einen selbst, da man sich selbst nur schwer beobachten kann.
Hin und wieder wird ein Mann von Welt in eine Situation geraten, wo er unbedingt einen guten An­zug tragen muss, z.B. bei wichtigen Ge­schäfts­­­ge­sprä­chen, Hochzeiten, Beerdi­gun­­gen etc. Wenn man nicht daran gewöhnt ist, dann wird einem das Tragen eines Hem­des mit Krawatte, Sakko, passender Hose und vielleicht sogar einer Weste un­ge­wohnt vor­­kom­men, was man dem Trä­ger dann un­zwei­felhaft ansehen wird. Man tut folglich gut daran sich rechtzeitig an das Tra­gen von Anzügen zu ge­­wöhnen.
Wenn das auf sie zutrifft und damit dieser Ge­wöhnungseffekt ein­tritt, machen sie fol­gen­des: Ziehen sie einen Anzug an und legen sie sich damit Schla­fen! Wenn es ein wirk­lich guter Anzug aus gutem Material ist, dann brauchen sie ihn am nächsten Morgen nicht einmal zu bügeln. Erst wenn sie den An­zug so selbstverständlich tragen wie sonst ihre Freizeitkleidung, wirken sie über­zeu­gend und bewegen sich so selbstsicher, wie man es von einem Mann von Welt erwartet.
Was die Auswahl des Anzuges angeht, sei etwas zeitloses empfohlen, z.B. ein dunkler An­zug, bei dem die einzelnen Bestandteile Sak­ko, Weste und Hose aufeinander ab­ge­stimmt sind. Dazu trägt man ein weißes Hemd (mit Kentkragen), schwarze Schu­he (kei­nesfalls brau­ne!) und Socken, einen pas­sen­den Gür­tel und eine Krawatte oder Fliege. Am Sakko sollte ein gefaltetes Einstecktuch nicht feh­len, an der Krawatte eventuell eine Kra­wat­ten­nadel getragen werden.
Ein paar Worte zur Krawatte: Eine dunkelblaue, fast schwarze (midnightblue) Krawatte sollte im Klei­der­schrank nicht fehlen, denn man kann sie mit praktisch jeder anderen Bekleidungsfarbe kom­bi­nie­ren. Vor allem auf Reisen ist das sehr praktisch. Die Krawatte sollte aber wirklich tief dunkelblau und nicht schwarz sein, denn schwarze Krawatten trägt man nur zu Trauerfeiern.
Wenn sie etwas besonderes vorhaben, dann er­­kun­­di­gen sie sich vorher, was man trägt, so­­fern ihnen der Dresscode nicht ohne­hin mit der Eintrittskarte übermittelt wird. Die fol­genden Dresscode-Angaben finden sich gewöhnlich auf Einladungen etc.:
1. „Großer Gesellschaftsanzug“ (engl. „white tie“, franz. „cravate blanche“) als for­ma­le Abend­gar­de­robe, d.h. für Herren Frack und für Damen lan­ges Abendkleid,
2. „Großer Gesellschaftsanzug“ für for­­mel­le und festliche Anlässe am Vormittag oder frü­hen Nachmittag (besonders Hoch­zeiten), d.h. Cutaway (engl. „morning coat“) oder Strese­mann,
3. „Ge­sell­schafts­anzug“ (engl. „black tie“, franz. „cra­va­te noire“), d.h. für Herren Smo­king (ab 18 Uhr) und für Da­men langes Abend­kleid, das aber schulterfrei sein darf,
4. „Abendgarderobe“, d.h. für Herren dunk­ler An­zug und für Damen Cock­tail­kleid.
Dann gibt es noch die Bezeichnungen „Smart Casual“ (Anzug ohne Krawatte oder Blazer, geschlos­se­­ne Schuhe) und „Business Casual“ (Hemd und Jacket, keine Jeans und keine kurzen Hosen, ge­schlos­se­ne Schuhe).
Oft verrät auch schon der Veranstaltungsort, welche Kleidung man dort tragen sollte. Bei einer Ge­burts­tags­feier in einem Landgasthof wird es sicher nicht so formal zugehen, wie bei einem Empfang in der Staatsoper. Bei einigen formalen Veran­stal­tun­gen, u.a. beim Wiener Opernball, müssen sie unbe­dingt einen Frack tragen. Bei Staats­em­pfän­gen ist das mittlerweile nicht mehr üb­lich. Als Faustregel gilt, einen Frack erst ab 18 Uhr zu tragen, außer vielleicht bei Hoch­zeits­­zere­mo­nien die schon am späten Nach­mit­tag in der Kirche beginnen. Ansonsten gilt tagsüber, auch bei Hochzeiten, der Cuta­way als festlichster Anzug (engl. „morning coat“). Sie können auch einen Frack oder Cuta­way mieten; Angebote finden sie im In­ter­­net mit den Suchbegriffen „Frack leihen“, „Frack mieten“ oder „Cutaway mieten“ etc.
Der Frack besteht aus der Frackjacke und ei­ner pas­senden Ho­se. Eine Frackhose wird nicht mit Gürtel son­­dern nur mit Hosen­trä­gern ge­tragen. Da­zu trägt man ein weißes Frack­hemd mit ge­stärk­ter Piquébrust, Frack­knö­pfen sowie Steh­­kra­gen (Vatermörder) und ein­facher Man­­schet­te, die nicht umge­schla­­gen wird. Über dem Hemd wird eine weiße Frackweste und eine weiße Schleife (bei­des aus Baum­woll-Piqué) getragen. Hemd, Weste und Flie­ge werden zu­sammen als Frack­set be­zeich­net. Meistens können sie das Frackset zu­sammen mit dem Frack mie­ten. Der Fuß wird mit dunklen Sei­den- oder Woll­­strüm­pfen, die bis unter das Knie rei­chen (beim Sitzen darf man kei­nes­falls Haut zeigen) und schwarzen Lack­schu­hen be­klei­det. Kopf­be­de­ckung (nur wenn nötig) zum Frack ist der schwar­ze Klappzylinder (Cha­peau Cla­que); optionale Accessoires sind weißer Sei­den­schal und weiße Glacee­hand­schu­he. Als Ta­schen­tücher sind nur solche aus Stoff an­ge­bracht. Ein Einstecktuch sollte korrekt ge­fal­tet sein. Papiertaschentücher kön­nen sie da­bei haben, aber ohne sie öffent­lich zu zei­gen. Denken sie daran zum Frack oder Cutaway immer eine Taschenuhr zu tra­gen. Arm­band­uh­ren zum Frack gelten als stil­los.
Der Cutaway besteht aus einer schwarz-grau gestreiften Hose, schwarzen Schuhen, einer hellgrauen oder farbigen Weste (im Falle einer Beisetzung sollte sie aus demselben dunk­len Stoff wie das Jackett bestehen oder schwarz sein), einem weißen Hemd und dazu einer silbergrauen, für Trauerfeiern schwar­zen, Krawatte oder auch einem Plastron (ei­ne breite, weiße Krawatte; auf Hochzeiten trägt aber nur der Bräutigam einen Plastron!) Der anthrazitfarbene oder hellgraue Cut ist ein Geh­rock mit run­dem Abstich. Zum klassi­schen Cut gehören knöchellange weiße Woll­stoff-Gamaschen mit Steg, welche eine flauschige Innenseite haben.
Beim hellgrauen Cut – zu Hochzeiten vom Bräu­­tigam und vom Brautvater sowie bei Pfer­­derennen ge­tra­gen – bestehen Weste und Hose häufig aus demselben Stoff wie das Jackett. Traditionell trägt man dazu auch heu­­­te noch einen schwarzen oder sil­ber­grau­en Zylinder und eine weiße Chrysantheme im Knopf­loch. Für Feiern im Ausland gilt zu beachten, dass dort die Farbwahl häufig eine andere ist. So wird der schwarze Cutaway in Deutsch­land ausschließlich zu Beisetzungen getragen, in Spanien hingegen auch zu Hoch­zei­ten.
Es gibt im Buchhandel zahl­­reiche Stil­­hand­­bü­cher mit Be­klei­dungs­­hin­weisen. Grei­­fen sie im Zweifelsfall ruhig darauf zu­rück. Oder schauen sie auf die Webseite www.stilmagazin.com. Noch ein Tipp: Wenn sie ab­solut kei­­­ne Kra­wat­ten binden können, be­sor­gen sie sich fer­tig­gebundene Krawatten mit Gum­­­­­mizug oder tragen sie eine vor­ge­bun­de­ne Fliege! Ansonsten gibt es Anleitungen zum Krawattenbinden sogar als App für App­le und Android-Handys.
Wenn Sie einen guten Anzug mit auf eine Reise nehmen und, am Zielort angekommen, Ihr Anzug trotz sorg­fältiger Verpackung knittert: Hängen Sie ihn in Hotel gleich in der Dusche auf und drehen Sie das heiße Wasser eine Weile an. Der Dampf glättet die Falten. Nach etwa fünfzehn Minuten das Kleidungs­stück vom Bügel nehmen, ausschütteln und fertig. Der einzige Haken: Leider funktioniert diese Bügel­metho­de nicht bei festeren Stoffen, sondern nur bei Baumwolle, Viskose, Samt und Seide. Aber es geht auch mit einem Föhn: Hierzu wird das Kleidungsstück leicht mit Wasser benetzt und an­schließend wer­den die Knitterfalten einfach nur heraus geföhnt. Besonders gut funktioniert diese Me­tho­de bei Baum­woll­kleidung. Eine weitere Möglichkeit hat man, wenn man über einen Kochtopf mit heißem Wasser ver­fügt; diesen benutzt man einfach wie ein Bügeleisen. Man muss nur darauf achten, dass die Unterseite sauber ist, sonst hat man den Schmutz auf dem Stoff. Stilexperten empfehlen überdies auch auf Freizeitreisen einen dunkelblauen Blazer mit­zu­füh­ren, für den Fall, dass man „auf die Schnelle“ elegant sein muss.
Wenn Sie auf der Suche nach einem wirklich exklusiven Kleidungsstück sind, dann pro­bie­ren sie fol­gen­des: In Schott­land gibt es die bekannten Karo­mu­ster auf dem tradi­tio­nel­len Kilt, wel­che die Clan­zu­ge­hö­rig­keit der Trä­ger an­zei­gen. Die­se Mu­ster - Tartan ge­nannt – wer­­den in ei­nem Re­gister geführt und auch heu­te noch neu ge­schaffen. Tartan-Stoff wird mitt­ler­weile auch für andere Klei­dungs­stücke ver­wendet, z.B. für Anzüge, Jacken, Müt­­zen, Pullover oder Da­men­klei­der. Was hin­dert Sie da­ran in Schottland einen eigenen Tartan re­gi­strie­ren zu lassen und sich ein paar Meter Stoff mit diesem Muster zu be­stel­len? Da­raus lassen sie sich dann eine Jacke oder ein Sakko, eine Hose und eine Schirmmütze schnei­dern, viel­leicht auch noch eine Kra­wat­te. Natürlich sollten Sie nicht alle Teile gleich­zeitig tragen.

Sport

Der Mann von Welt treibt selbstverständlich Sport. Natürlich keinen Leistungssport oder ähn­liches, sondern solche Sportarten, die ihm auch gesellschaftlich zugute kommen.
Golf hat sich bis heute als elitärer Sport hal­ten können. Als Folge trifft man auf Golf­plät­zen jede Menge Snobs, aber auch andere Leute, die über beruflichen oder privaten Ein­fluss verfügen. Der Golfplatz ist also der ideale Ort für die Kontaktpflege allgemein und für die Anbahnung von Geschäften im be­sonderen. Ebenso gut eignet sich das Club­re­staurant des Golfplatzes als Stätte, wohin man Geschäfts­freun­de einladen kann, um in bei­nahe schon privater Atmosphäre einen ge­müt­­lichen Abend zu ver­bringen und neue Ge­­schäfte abzuschließen. Selbst­ver­ständ­lich sollte ein Mann von Welt tatsächlich in der Lage sein einigermaßen ordentlich Golf zu spielen und möglichst auch ein geringes Handicap besitzen. Schließlich will er sich vor seinen Geschäftsfreunden nicht bla­mie­ren, auch wenn es aus taktischen Gründen hilf­­reich sein kann ein fast schon ge­won­nenes Spiel im letzten Moment zu versieben. Golf ist eine Ballsportart mit jahr­hun­der­te­al­ter Tradition. Es gilt einen Ball mit mög­lichst wenigen Schlägen in ein Loch zu spie­len, wobei verschiedene Golfschläger zum Einsatz kommen. Eine Golfrunde besteht in der Regel aus 18 Spielbahnen, die nach­ein­an­der auf einem Golfplatz absolviert werden. Das heute übliche Golfspiel wurde in allen nicht-britischen Ländern erst im 19. oder 20. Jahr­hundert eingeführt bzw. reimportiert. Vor­läufer des Golfspiels gab es jedoch auf fast allen Kontinenten. Eine Besonderheit im Golf ist das sehr große und weitgehend na­tür­lich belassene Spielfeld, der sogenannte Golf­platz, sodass die Regeln eine Vielzahl von denkbaren Situationen abdecken müs­sen. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und wenigen anderen Ländern wird die Er­laub­nis, auf einem Golfplatz zu spielen, von der Erlangung der sogenannten Platzreife oder Platzerlaubnis abhängig gemacht, die in Kursen erworben werden kann.
Als weitere Sportarten kommen Ten­nis und Squash infrage. Allerdings begibt sich der Mann von Welt hier auf ein ge­fähr­li­ches Ter­rain, denn exklusiv sind bei­de Sport­ar­ten schon lange nicht mehr. Um so wich­ti­ger ist die Auswahl einer stan­des­ge­mäßen Spiel­stätte zum Ausgleich.
Beim Reitsport scheiden sich die Geister. Zwar ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Mann von Welt dem Reitsport frönt, insbesondere der Variante Pferdepolo. Und schon die al­ten Römer wussten: „Auch der klein­ste Mann wirkt bedeutend zu Pferd.“ Ein Mann von Welt der Reiten will muss je­doch auch ein Pferdeliebhaber sein. Der Un­ter­­schied zwi­schen dem Reit­sport und ande­ren Sport­ar­ten liegt vor­nehm­lich darin, dass ein zwei­tes Individuum in­vol­viert ist, näm­lich ein Pferd. Anders als einen Golfsack, kann man ein Pferd nicht ein­fach in eine Ecke stel­­len und sich ein paar Tage lang nicht da­rum kümmern. Ein Pferd braucht Auf­merk­sam­keit und Pflege. Man sollte sich dabei auch nicht auf den Reiterhof verlassen, egal wie gut die Tiere dort ver­sorgt werden. Auch der beste Reiterhof kann nur die Grund­­ver­sor­gung gewährleisten. Wer sich ein eigenes Pferd anschafft, muss viel Zeit mit dem Tier verbringen können und ein gutes Verhältnis zu ihm aufbauen. Letzteres geschieht aus eigenem Interesse, denn wer will schon mit einem Pferd reiten, das ihm feindlich ge­son­nen ist? Auch wenn der Reit­sport für einen Mann von Welt durchaus stan­desgemäß ist, stellt er besondere An­for­de­rungen, über die sich jeder im klaren sein muss. Im Zwei­felsfalle sollte man lieber die Finger davon lassen.
Der Mann von Welt sollte hin und wie­der ein Thermalbad aufsuchen; weniger um zu schwim­­­men, als vielmehr zur Gesund­heits­­pflege. Thermalbäder, vor allem solche in Kur­­orten, verfügen oft über einen aus­­ge­dehn­­ten Wellnessbereich, wozu auch Whirl­pools oder angereicherte Sitzbäder gehören. Meistens er­hält man dort auch Massagen und ähnliche Leistungen. Selbst zur Kon­takt­pfle­ge sind Thermalbäder geeignet.
Ferner kommen für den Mann von Welt alle Sport­arten in Betracht die eine gewissen Ex­klu­sivität besitzen und nicht zu anstrengend sind. Dazu gehören auch diverse Winter- und Wasser­sport­arten. Man hüte sich jedoch vor „tren­deigen“ Mode­sport­s, wie Bungee­sprin­gen oder Snow­board­fah­­ren. Das ist eher et­was für Snobs.
Im übrigen sollte der Mann von Welt die Teil­­nahme an sportlichen Wettkämpfen ver­mei­den, zumindest solange er nicht sicher sein kann dabei einigermaßen gut ab­zu­schnei­den. Generell leidet das Image bei Nicht­erfolg mehr, als man durch einen schwer zu er­rin­gen­den Er­folg hätte gewinnen kön­nen. Das offene Zu­schau­stellen sport­li­cher Trophäen wirkt über­dies snobistisch und sollte im Erfolgsfall unterlassen wer­­den.

Sportboote

Ein Mann von Welt sollte auf jeden Fall über ein Wasserfahrzeug verfügen und auch über entsprechende Kenntnisse es zu steuern, d.h. einen Sportbootführerschein. Kurse dazu bie­ten inzwischen auch viele Volks­hoch­schu­len an, jedoch sollten sie einer renommierten Boots­­schule den Vorrang geben. Das Was­ser­­fahrzeug von Welt muss natürlich dem Geld­­­­beutel von Welt, als auch dem Ge­wäs­ser an­ge­passt sein. Wenn sie also ihr Boot an einem kleinen Binnengewässer liegen haben, dann brauchen sie keine hoch­see­tüchtige Yacht, eine solche würde auf ei­nem kleinen Binnensee völlig deplaziert wir­ken. Aber auch auf dem kleinsten Gewässer muss un­be­dingt auf Schlauch­boote oder kleine Boote mit Außen­border ver­zich­tet werden. Wenig­stens eine klei­ne Kajüte ist das Mindeste, was ein Boot von Welt aufzuweisen hat.
Die Auswahl des Gewässers und des Lie­ge­platzes hängt vom per­sön­lichen Geschmack und von den Nut­zungs­gewohnheiten des Eig­ners ab. Nichtsdestotrotz sollte die aus­ge­wäh­­l­te Marina bevorzugt an einer Bin­nen­was­­serstraße liegen, die Zugang zum Meer ermöglicht, so­fern es sich nicht ohnehin um einen Kü­sten­­ha­fen oder wenigstens um einen großen Binnensee handelt, wie z.B. dem Bo­den­see. Im Ge­gen­satz zum Snob, der eine über­große Mo­toryacht oder eine mehr­ma­stige, kreditfinanzierte Segel­yacht in Monte Carlo oder Por­to­fino liegen hat, wählt der Mann von Welt den Liegeplatz so, dass er sein Boot auch mög­­lichst oft nut­zen kann. Die geo­gra­phi­sche Nähe zum Wohn- oder be­vorzugten Auf­enthaltsort ist für ihn ent­schei­dend. Na­tür­lich kann sich auch ein Mann von Welt in Monaco auf­hal­ten, aber im Gegensatz zum Snob muss er es nicht! Für ihn sind auch kleinere Marinas an einer mitteleuropäischen Binnen­was­serstraße ak­zep­tabel, die er schnell und pro­blemlos er­rei­chen kann. Sollte er dennoch den Wunsch ver­­spüren von seinem Liegeplatz an der Mo­sel ins offene Meer zu steuern, macht er dies im Rahmen einer mehr­mo­na­ti­gen Bootstour ins Mittel­meer oder in die Nordsee, oder er char­tert sein ent­spre­chendes Ge­fährt vor Ort. Denn im Gegensatz zum Snob, der mit seiner Lu­xus­yacht sowieso meistens nur an der Ufer­­­­­promenade des ausgewählten Nobel­or­tes an­liegt, um den Pöbel zu beeindrucken, ist der Mann von Welt tat­säch­lich in der Lage ein Boot zu steuern und auch auf See zu na­vi­gieren. Einer gelegentlichen Mehr­­ta­ges­tour von der Mosel rheinabwärts in die Nordsee bis an die englische Küste steht also nichts im Wege. Dafür muss das Boot natürlich see­tauglich sein und das Lie­ge­gewässer ei­nen Zugang zum Meer haben, was kleinere Binnenseen in der Regel aus­schließt.
Bei der Wahl des Bootstyps gilt: Nicht größer als es das Heimatgewässer erlaubt, aber immerhin groß ge­nug und mit einer Ka­jü­te, um auf dem Boot bequem über­nach­ten zu können. Sollte ihr Liegeplatz auf dem Steinhuder Meer sein, dann wählen sie bes­ser ein kleineres Segel­boot, wohingegen sie in einem Ha­fen am Rhein auch eine hoch­see­taug­liche Yacht parken können, mit wel­cher sie gele­gent­liche Streif­züge in die Nord­see unter­neh­men. Wenn sie an der Kü­ste woh­nen oder dort ihr bevorzugter Auf­ent­halts­ort liegt, dann können sie im örtlichen Hafen auch eine mehrmastige Segelyacht par­kieren. Be­sit­zen sie eine Villa an den ober­ita­lie­ni­schen Seen, dann kommt wohl eher ein nicht zu langsames Sportboot in­fra­ge. Hier könnte man notfalls sogar auf einen Außenborder zurückgreifen. Beachten sie außer­­dem, dass bei einem strömungsstarken Fließ­ge­wäs­ser, z.B. dem Rhein, unbedingt ein Glei­ter oder ein Halb­gleiter be­nötigt wird. Sollte ihnen der Sinn nach einem Speedboot stehen, dann dürfen sie sogar von der „Kajü­ten­regel“ ab­weichen, ohne einen Image­ver­lust befürchten zu müssen. Achten Sie aber da­rauf, dass sie eine ent­spre­chen­de „Renn­strecke“ vor der Hafeneinfahrt haben, sonst hält man Sie für einen Snob.
Was die genaue Bootsmarke angeht, gilt auch hier: Je seltener und exklusiver, desto besser, aber funk­tio­nal muss es sein. Auf je­den Fall soll­ten sie die Finger von Bay­li­ner-Boo­ten lassen. Dort erhalten sie eher min­dere Quali­tät und ein schlechtes Image dazu. Auch von Hausbooten sei abgeraten. Diese wirken im­mer so, als ob sich der Be­woh­ner nicht die Miete für eine Wohnung leisten könne.
Zugegebenermaßen haben sie schlechte Kar­ten als Mann von Welt zu gelten, wenn sie unter See­krank­heit leiden. Diese wird in der Re­gel durch die Schiffs­be­we­gun­gen verursacht, die den im Ohr sitzenden Gleich­­gewichtssinn irritieren. Dummerweise gibt es kein Patentrezept dagegen. Bei man­chen schafft je­doch ein Akupressurband am Hand­­gelenk Abhilfe. Es soll sogar spezielle Arm­band­uhren für Segler ge­ben, die diese Auf­gabe über­neh­men. Ansonsten hilft nur die Einnahme von Medikamenten.
Ferienorte an Binnenwasserstraßen die Gastliegeplätze offerieren gibt es überall, z.B. Bad Ems, wo man zur Kur sehr gut mit dem Boot anreisen kann. In vielen Sportbootrevieren haben sich auch ans Wasser gren­­zende Geschäfte und Re­stau­rants auf Boots­tou­risten eingestellt und bieten eigene Anlege­mög­lich­kei­ten. Selbst ei­ni­ge Grenz­su­per­märkte sind auf dem Was­serweg zu er­rei­chen und das Designer Outlet Cen­­ter in Maas­mechelen be­sitzt am Kanal Zuid-Willems­vaart einen eigenen Boots­an­leger für Kunden. Wer also mit dem Boot in der Nähe un­ter­wegs ist, sollte einen Ein­kaufs­stopp einlegen. Auf­ge­führt sind im fol­­gen­den (von Nord nach Süd) nur die Geschäfte, die eine direkte Zugangsmöglichkeit vom Wasser aus bie­ten. Die Li­ste er­­hebt keinen Anspruch auf Voll­stän­digkeit.

Delfzijl an der Emsmündung, Niederlande ■ Seeschifffahrtsstraße ■ Yachthafen Neptunus mit Diesel­tank­stel­le in Stadtnähe ■ Eventuell gün­stig: Kaf­­fee, Bier, freiverkäufliche Medikamente ■ Ge­trän­ke­dosen und  fla­schen un­ter 1 Liter (Bier nur teilw.) sind pfandfrei.

Tankstelle in Ter Apel, Niederlande ■ nahe am Ter Apelkanaal, an der Einmündung des Haren-Rüten­brock-Kanals von der Ems bei Haren kommend ■ Grensstation Jan Potze B.V. ■ www.tankpotze.nl ■ Ru­ten­brockerweg 1, 9561 NT Ter Apel, Niederlande ■ Eventuell gün­stig: Kaf­­fee, Bier ■ Ge­trän­ke­dosen und  fla­schen un­ter 1 Liter (Bier nur teilw.) sind pfandfrei ■ Ge­öffnet: Mo.-Fr. 07:00-20.00, Sa. 08:00-20:00, So. 09:00-20:00 Uhr.

Jachthaven de Bijland, Tolkamer am Rhein, Niederlande ■ www.jachthavendebijland.nl ■ Su­per­markt im Reacreatiepark de Bijland ■ weitere Einkaufsmöglichkeiten im Ort ■ Even­tuell gün­stig: Kaf­­fee, Bier, frei­ver­käufliche Medikamente ■ Ge­trän­ke­dosen und  fla­schen un­ter 1 Liter (Bier nur teilw.) sind pfand­frei.

Designer Outlet Cen­ter Maasmechelen, Belgien ■ www.maasmechelenvillage.com ■ wichtigste Marken: Calvin Klein, Golfino und div. Jeans- und Outdoor­be­klei­dungs­hersteller ■ Geöff­net: Mo.-Fr. 10:00 bis 18:00, Sa.+So. 10:00-19:00 Uhr ■ gratis WLAN ■ Heimlieferservice ■ Miles&More Bonus­meilen Stil­beratung Mehrwert­steuer­erstattung für Nicht-EU-Bürger eigene Handy-App ■ Boots­anleger für Kunden am Kanal Zuid-Willems­vaar­t (Maas-Seitenkanal).

Yachthafen Schweb­sange an der Mosel, Luxemburg ■ www.camping-port.lu ■ Einkaufs­mög­lichkeiten im Hafen und in der Umgebung ■ Even­tu­ell günstig: Kaffee, Schaumw­ein, Spiri­tuo­­sen, Diesel, Tabak­wa­ren, Bier ■ pfand­freie Getränke.

Yachthafen Kasten an der Donau, Österreich ■ hafen-kasten.jimdo.com ■ Eventuell günstig: Kaffee, Diesel, In­län­der-Rum, Tabak­waren.

Bodensee Marina »Hafen Rohner«, Fußach, Österreich ■ hafen-rohner.at ■ Freie Tankstelle nach der Ein­­­­fahrt zweites Hafenbecken links (In Bö­schen, Hard) ■ Eventuell günstig: Kaffee, Diesel, In­län­der-Rum, Tabak­waren.

Bodensee Marina »Hafen am Rohrspitz«, Fußach, Österreich ■ www.salzmann.at ■ div. Dienst­leistun­gen rund ums Boot ■ Eventuell günstig: Kaffee, Diesel, In­län­der-Rum, Tabak­waren.

Noch zwei Hinweise: Wer »dringend« Treibstoff braucht, kann im Binnenland auch notfalls ir­gend­wo am Ufer an­le­gen (wo es erlaubt ist) und mit einem Kanister zur nächsten Tank­stel­le laufen, wes­halb man immer einen Kanister an Bord haben sollte. Und bei See­rei­sen außerhalb des EU-Küsten­ge­bietes, die länger als 72 Stunden dauern oder wenn ein Hafen außerhalb der EU an­ge­lau­fen wird, ist über­­­dies die Kon­sumation zollfreier Waren an Bord mög­­lich.

Fliegen und Reisen

Im Gegensatz zum Snob ist der Mann von Welt bei der Wahl seines Verkehrsmittels nicht auf Luxus­limousinen und Privatjets be­schränkt. Ihm stehen vielmehr alle Mög­lich­kei­ten offen und er bedient sich desjenigen Ver­­kehrs­mittels welches gerade zur Ver­fü­gung steht und sein Transportbedürfnis schnell und komplikationslos erfüllt.
Beim Lufttransport nimmt er den kom­for­tab­len Linienjet und reist möglichst Busi­ness Class oder höher, sofern kein Pri­vat­flug­zeug verfügbar ist. Kann er sein Ziel aber nur mit einem Billigflieger er­rei­chen, z.B. weil über­haupt keine andere Ge­sell­schaft das Reise­ziel anfliegt und auch keine Privatmaschine ver­füg­bar ist, dann wird er ohne zu zö­gern die einfache Tou­ristenklasse be­stei­gen, die Gegenwart von Mitgliedern der Unter­schicht not­ge­drun­gen akzeptierend. Die schnel­­le Er­reich­barkeit des Reiseziels hat un­be­dingten Vorrang! Im übrigen gibt es im mo­dernen Lufttransport seit Einstellung des Concorde-Service ohne­hin keine Exklusivität mehr, wenn man von Privatflugzeugen ab­sieht.
Die Wahl der Fluggesellschaft ist heutzutage sowieso eher Glücksache, vor allem weil die großen Gesell­schaf­ten Kurzstrecken an ihre Billig­flug­töchter abgegeben haben oder weil ein Billigflieger als Partner­gesell­schaft in einem Verbund die Beförderung übernimmt. Auch das sog. Codesharing spielt eine immer größere Rolle, d.h. Fluggesellschaften kaufen bei der Konkurrenz Sitzplatzkontingente, um eine be­stimm­te Strecke anbieten zu können, ohne sie selbst fliegen zu müssen. Es kann also durchaus passieren, dass z.B. je­mand der Lufthansa gebucht hat, mit Eurowings befördert wird. Dies geschieht vor allem auf inner­euro­päischen Kurzstrecken und von oder zwischen Regionalflughäfen. Beispielsweise werden alle Luft­hansa-Flüge von Köln/Bonn nach London von Eurowings durchgeführt.
Mit einer eigenen Privatmaschine zu fliegen – und sei sie noch so klein – hat durchaus Vorteile. Man reist individuell und ungestört, erspart sich (leider nicht immer) die schikanösen Sicherheitskontrollen am Flughafen, entscheidet selbst über die Flugroute und den Landeplatz und man ist nicht auf irgendwelche Linienflugpläne angewiesen. Es muss ja auch nicht unbedingt ein interkontinentales Strahlenflugzeug sein; eine kleine, modern ausgestattete Propellermaschine erfüllt denselben Zweck. Andererseits aber unterliegen auch Privatpiloten den Einschränkungen des überfüllten Luftraumes, müssen alle Flug­for­ma­li­täten selbst abwickeln und neben der notwendigen Fluglizenz natürlich auch ein Fluggerät besitzen. Selbst wer über das dafür notwendige Kleingeld verfügt, sollte sich überlegen, ob der Besitz eines Privat­flug­zeuges überhaupt rentabel ist. Man müsste entweder ein begeisterter Hobbyflieger sein oder das Flug­gerät häufig genug einsetzen, um gegenüber einem Linienflug Kosten einzusparen; erst recht, wenn man womöglich auch noch einen eigenen Piloten einstellt. Für Wenigflieger ist es auf jeden Fall renta­bler einen Linienflug zu buchen oder ein Charterflugzeug/Lufttaxi zu mieten.
Lufttaxis fallen in die Kategorie Charterflüge. Geflogen wird mit kleinen Propellermaschinen oder auch Helikoptern, wenn es sich um Kurzstrecken handelt, oder mit kleinen Düsenmaschinen, die auch für Trans­atlantikflüge geeignet sind, und etwa vier bis acht Passagiere aufnehmen können. Die Bewegungs­frei­heit ist an Bord naturgemäß eingeschränkt; manche Kabinen, selbst die von Langstreckenjets, sind niedriger als die Stehhöhe. Der Komfort an Bord beschränkt sich auf eine Toilette, sofern es sich um ein Langstreckenflugzeug handelt. Kleinere Propellermaschinen für max. vier Personen plus Pilot haben nur eine kleine Kabine mit Sitzen darin. Nur in einigen, wenigen Maschinen gibt es Kommunikations­einrich­tungen (Telefon, Internet etc.). Die Vorteile von Lufttaxis sind jedoch u.a. die direkte Verbindung ohne Umsteigen und die Möglichkeit zur Mitnahme von Gegenständen die auf Linienflügen verboten sind, wie z.B. Flüssigkeiten oder spitze Gegenstände.
Im Internet finden sich weiterhin diverse Mitflugzentralen, bei denen Hobbypiloten und andere Flieger freie Plätze in Privat- und Charterflugzeugen anbieten; eine davon ist de.wingly.io, eine andere flyt.club. Der Preis ist in der Regel Verhandlungssache. Auch für Männer von Welt ist dies eine interessante Mög­lich­keit der Fortbewegung. Seit neuestem hat sogar die EU ihren Segen dazu gegeben, obwohl eine Zeit lang sogar ein Ver­bot dieser Pra­xis im Gespräch war.
Die Erste Klasse oder die Busi­ness Class der Linienflüge bie­ten gewisse Vorzüge gegenüber der ein­fa­chen Touristenklasse, vor allem bei Fern­flü­gen. Während die Fluggesellschaften auf Kurz­strecken in den höheren Klassen oft ein­fach nur den Mittelplatz nicht belegen, oh­ne dass sich die Sitze oder der Sitz­ab­stand nen­nens­wert von der Touristenklasse unter­schei­den, gibt es auf Langstreckenflügen durch­aus interessante Zusatzleistungen. Bu­si­ness und First Class Passagiere können z. B. vor dem Flug an separaten Schaltern ein­checken und in Loun­ges Platz nehmen, sie er­halten wäh­rend des Fluges eine höher­wer­ti­ge Ver­kö­sti­gung mit besserem Geschirr, eine größere Aus­wahl an Zeitungen und Zeit­schriften und nach dem Flug ihr Gepäck vor den Pas­sa­gie­ren der Economy Class. Ge­le­gentlich gelten auch höhere Gepäck­frei­men­gen. Meist dür­fen Business und First Class Passagiere die Flugzeuge zuerst betre­ten oder verlassen. Eben­­so besteht in der First Class fast immer die Möglichkeit, den Sitz in eine Lie­ge um­zu­­wan­deln, um den Flug­­gästen Schlaf zu er­mög­lichen. Und es gibt für die Erste Klasse, neben einer Spitzen­ga­stronomie, neuer­dings auch eigene Bade­zim­mer mit Dusche an Bord. Die Klassen­ein­teilung variiert je nach Fluggesellschaft und hat nicht selten auch noch einen eigenen Namen. Das Lei­stungs­ni­veau ist aber immer höher, als in der Tou­ri­sten­klasse. Auf der Webseite www.seatguru.com kann man eventuell sogar vorab einen Blick auf die Sitzplätze werfen.
Ansonsten sollte man vielleicht einen Gangplatz buchen, der etwas mehr Raum bietet, als ein Fen­ster­platz und einem überdies den Weg auf die Toilette frei lässt. Sein Essen und die Getränke kann man auch vom Flughafen mitbringen. Wer eine leere (wegen der Sicherheitskontrolle) Thermoskanne dabei hat, kann diese auf dem Flughafen mit Kaffee füllen lassen, und wer seine Zeitungen, Zeitschriften und ande­ren Lesestoff mitbringt, ist nicht auf das Unterhaltungsprogramm an Bord angewiesen. Das gilt auch für mit­gebrachte Filme, die man eventuell auf dem eigenen Notebook (und mit eigenem Kopfhörer) an­schau­en kann, sofern erlaubt. Vielflieger empfehlen außerdem das Gebläse über dem Kopf umgehend aus­zuschalten, um sich keine Erkältung einzufangen und auf Langstreckenflügen die Schuhe auszuziehen und stattdessen ein paar Plastiksandalen o.ä. zu tragen, vor allem wenn man auf die Toilette muss. Falls am Zielort ein Einreiseformular ausgefüllt werden muss, sollte man einen Kugelschreiber griffbereit haben. Es gibt sogar Insider, die schwören darauf mit einer Dritte-Welt-Airline zu fliegen, weil der Service dort wesentlich besser sei, als bei den Fluggesellschaften der Ersten Welt.
Praktisch alle Fluggesellschaften bieten Viel­flie­gerprogramme an. Weil jedoch kei­ne Flug­­­gesellschaft heute noch ein so weit­rei­chen­des Netz be­sitzt, dass man auf an­dere Gesellschaften ver­zichten könnte, ha­ben sich man­che Firmen zu einem ge­mein­sa­men Bo­nus­­pro­gramm ent­schlossen. Das Be­kann­te­ste dürf­te wohl das Viel­flie­ger­pro­gramm der Luft­­­hansa Star Alliance Miles&More sein, an welchem insgesamt 24 Flug­ge­sell­schaften teil­haben, u.a. auch Swiss und Austrian Air­lines. Falls sie eine Payback-Rabattkarte ha­­ben, dann können sie auch ihre gesam­mel­ten Payback-Punkte in Miles&More-Punkte um­tauschen, um an ihre gewünschte Prämie zu gelangen. Damit man aber wirklich keine Bonus­punk­te ver­liert, müsste man den­noch an meh­re­ren Programmen mehrerer Flug­li­nien par­ti­zi­pie­ren. Auch sind prak­tisch alle Bo­nus­pro­gram­me so an­ge­legt, dass kaum je­mand die an­ge­bo­te­nen Lei­stungen wirklich nutzen kann. Über­dies ver­­­­­­­­fallen die ge­sam­mel­ten Bonus­punk­te nach einer ge­wis­sen Zeit. Generell gilt für Bo­­­nus­­pro­gram­me das glei­che wie für Pre­mi­umdienste bei Kre­dit­­kar­ten: Es handelt sich um künst­lich er­zeug­te Ex­klu­si­vi­tät und da­mit ledig­lich um einen Trick zur Kun­den­bindung auf dem Niveau von Rabattkarten. Zahl­rei­che Vielflieger schwö­ren jedoch auf Bonus­pro­gramme und sam­meln fleißig Mei­len an.
Wenn man Erster Klasse oder Business Class flie­gt, ist fast immer der Zugang zu einer Air­­­portlounge im Flugpreis inbegrif­fen. Das Pri­mär­ziel von Lounges ist es den Gä­sten den Auf­enthalt bis zum Beginn der Rei­se oder der Weiterreise möglichst angenehm zu ge­stalten. Während offene Wartehallen für je­dermann zugänglich sind, ist der Zutritt zu einer Flughafenlounge reglementiert. Man unterscheidet grob zwei Arten von Lounges: Die von Fluggesellschaften betriebenen und die unabhängigen Business Lounges.
Zumindest auf ihren Heimatflughäfen und auf stark frequentierten Zielflughäfen bieten größere Flug­ge­sell­schaften den Passagieren der Business oder First Class vor dem Abflug den Aufenthalt in eigenen Lounges an. Um dort hinein zu gelangen, benötigt man ein entsprechendes Flugticket oder einen Viel­flieger­­status bei der jeweiligen Gesellschaft. Gelegentlich gibt es an den Drehkreuzflughäfen auch mehrere Lounges, die ein Reisender in Abhängigkeit von seinem Status besuchen darf; z.B. unter­schei­den Lufthansa, Austrian Airlines und SWISS zwischen Frequent Traveler, Senator und HON Circle. Für jede Statuskategorie ist dabei die Anzahl von Statusmeilen maßgebend, die man bis dato ge­sammelt hat. „Frequent Traveler“ dürfen die Business Lounges der drei Gesellschaften besuchen, „Senatoren“ zu­sätz­lich die Senator Lounges, die Star Alliance Gold Lounges der Partnergesellschaften und in Stuttgart und Köln auch die DB Lounges am Hauptbahnhof. In der HON Circle Kategorie wird auch noch Zugang zu den First Class Lounges in Frankfurt/M., München, Genf, Zürich, Wien, Chicago und New York sowie zum First Class Terminal in Frankfurt/M., inklusive Limousinenservice vom und zum Flugzeug, ge­währt. Den Mitgliedern werden überdies je nach Status unterschiedliche Ver­gün­sti­gungen bei der Flug­bu­chung eingeräumt. Neben den genannten, gibt es auch noch „Welcome Lounges“, die von ankom­men­den First und Business Class Passagieren eines Interkontinentalfluges besucht werden können. In diesen sind mitunter Duschen und ein Bügelservice im Angebot.
Die unabhängigen Business Lounges (auch Pay-In-Lounges genannt) werden entweder von der Flug­ha­fen­gesellschaft oder einem Drittanbieter betrieben und bieten allen Interessierten den Zutritt gegen Ge­­bühr an. In der BRD sind diese zu finden u.a. auf den Flughäfen Hannover, Stutt­­gart, Düsseldorf, Ham­­­burg, Köln/Bonn, Frank­furt/M., Bremen, Berlin, Erfurt, Lü­beck, Mün­ster, München, Nürnberg und Os­na­­brück. In Öster­reich gibt es un­ab­hän­gige Lounges auf den Flughäfen Wien und Graz, in der Schweiz in Bern, Genf, Lugano und Zürich. Die Eintrittspreise liegen gewöhnlich zwischen 15 und 30 Euro, bzw. bei etwa 30 bis 36 Schweizer Franken. Buchen kann man die meisten über die Webseite www. loungepass.com. Inhaber einer Di­ners Club Karte erhalten mit ihrer Mitgliedschaft und bei einem jähr­lichen Mindest­um­satz von € 5000 Zugang zu weltweit etwa 450 Air­­port­lounges. Besitzer eines Pri­ority Passes (www.prioritypass.de) können welt­weit etwa 600 und Mitglieder bei Airport Angel (www. airportangel.com) immer­hin noch mehr als 500 Lounges be­­­su­chen. Oft bieten auch Flug­gesell­schaften ihren Business Class Passagieren den kostenlosen Zugang zur all­ge­mei­nen Business Lounge an, wenn sie keine eigene Lounge auf dem betreffenden Flughafen unterhalten. Bei einigen Premium Reise­veran­stal­tern ist der Besuch einer Flughafenlounge ebenfalls im Reisepreis inkludiert.
Seltener gibt es den Fall, dass die Lounge einer Fluggesellschaft den Passagieren anderer Fluglinien gegen Bezahlung offen steht. Die Lounge der Etihad Airways am Flughafen Frankfurt/M., zum Beispiel, ermöglicht allen Interessierten den Zutritt zum Preis von € 50, sofern noch genügend Platz in der Lounge ist, und wer mit Air Namibia ab Windhoek fliegt, kann dort die Oshoto Lounge besuchen, in welche man auch gegen Bezahlung von NAD 150 (ca. € 20), mit einem Priority Pass, einer Diners Club Karte oder einer Airport Angel Mitgliedschaft hineinkommt.
In den meisten Lounges werden die Gäste an ei­ner Rezeption, ähnlich wie in einem Hotel, em­pfangen. Dabei wird zuerst die Zu­tritts­be­rech­tigung kontrolliert, bevor die Gäste­be­treuung erfolgt. In diesen meist klima­ti­sier­ten Loun­ges gibt es - neben be­que­men Sitz­mö­beln - heiße und kal­te Getränke, kleine Speisen, Zei­tungen und Zeit­schrif­­ten, in der Regel auch Telefon, Fax, Inter­net und/oder einen WLAN-Hot­spot, Han­dy­akku-Ladestationen, oft auch einen Fern­­­seher und manch­mal sogar Kon­fe­renz­räume oder eine Dusche. Damit man seinen Flie­ger nicht verpasst, werden auf einem Mo­nitor die Flug­in­formationen an­­gezeigt. Das Angebot kann je nach Lan­des­sitte vari­ie­ren; auch ha­ben die meisten Loun­ges einen Dress­code, wobei die Faust­re­gel gilt: Lange Hosen und be­deck­te Schul­tern, keine Strand­klei­dung und mög­lichst ge­schlos­­sene Schuhe; für Herren eventuell auch ein Sakko (engl. Smart Casual Dress: Tages­anzug mit Hemd, aber ohne Krawatte). In einigen Lounges gilt eine maximale Aufenthaltsdauer von etwa drei Stunden. Für ruhe­su­chen­de Viel­flie­ger und Fluggäste, die vor dem Ab­­flug noch mit ihrem Note­­book ar­bei­ten wol­­len, sind diese Lounges eine nütz­li­che Ein­rich­tung, auch wenn ihr Ex­klu­si­vi­täts­faktor eher ge­ring ist. Zumindest ver­meidet man aber das Herum­sit­zen auf den eher un­ge­mütlichen Plastik­stüh­len im ge­­wöhn­lichen Wartebereich und man kann sich bei den angebotenen (Gratis-)Speisen und Getränken auch mehrfach bedienen. Und wer wissen will was ihn erwartet, sollte einen Blick auf die Webseite www.loungeguide.net werfen.
In den Lu­xus­lounges der großen Flughäfen, die meist von der größten dort beheimateten Fluggesellschaft betrieben werden, gibt es für die Gäste u.a. kostenlosen Cham­pag­­ner, Gratis-Galadiners, Wäscheservice oder Well­ness Spas, wobei, wie bei der Lufthansa, gewisse Rang­stu­fen gelten und man einen besonderen Pre­mi­um­status braucht, um hineinzu­ge­lan­gen. Die­se Arten von Lounges dürften je­doch eher für Snobs geeignet sein, denn schließ­­lich dient ein Flughafen als Reise­dreh­­­kreuz. Be­quem­lichkeit ist ja ganz schön, aber will man vor dem Abflug tat­sächlich eine Ge­sichts­mas­­sa­ge erhalten oder im lounge­­eigenen Ki­no einen Film anschauen?
Dann gibt es allerdings noch Lounges, die keineswegs auf Luxus ausgelegt sind, sondern vielmehr auf Privatsphäre. Am Londoner Flughafen Heathrow, Terminal 5 versteckt sich hinter einer unscheinbaren Tür das (bisher) geheimste Wartezimmer des Flughafens: Die Windsor-Lounge. Mobiliar und Aus­stat­tung sind zwar vom Feinsten, aber die eigentliche Attraktion ist die eigene Sicherheitskontrolle. Die Gäste der Lounge können sich durch den Flughafen bewegen, ohne sich auch nur ein einziges Mal in der Öffentlichkeit zu zeigen, nachdem sie mit dem Auto am Privateingang eingetroffen sind. Während sie in der Lounge warten, werden ihre Pässe eingesammelt, die Treppe hoch zur Einreisebehörde gebracht und abgestempelt. Ein paar Minuten vor dem Abflug werden die Passagiere ausgerufen, durch die Sicher­heitskontrolle geleitet und mit einem der hauseigenen 7er-BMWs direkt bis zur Flugzeugtür gefahren. Gedacht ist dieser Service vor allem für Prominente und Politiker. Bis vor ein paar Jahren wusste kaum jemand von der Existenz dieser Lounge in der südlichsten Ecke von Terminal 5. Dass es jetzt bekannt wurde, hat einen einfachen Grund: Nachdem das britische Außenministerium sich aus der Mit­finan­zie­rung zurückgezogen hat, ist der Flughafenbetreiber gezwungen mit der Lounge Geld zu ver­dienen. Daher kann nun jeder die Lounge besuchen, der die Eintrittsgebühr in Höhe von 1800 Pfund bezahlt. So man­cher Snob wird sich bestimmt die Finger danach lecken, aber der Mann von Welt, sofern er nicht gerade prominent ist, weiß sicher besseres mit dem Geld anzufangen.
Eine der wenigen Arten heute noch wirklich ex­klusiv zu reisen, bietet – neben dem Pri­vat­fahr- oder  flugzeug – die Ei­sen­bahn. Und zwar nicht die über­füll­ten Vor­ort­züge der Haupt­­ver­kehrszeit, son­dern die Er­ste Klasse ei­ni­ger Nah- und der meisten Fern­züge. Wenn sie dann auch noch ein Lieb­haber von Bo­nus­pro­grammen sind, wer­den sie auch bei den meisten euro­­päischen Bahn­­ge­sell­schaf­ten auf ihre Kosten kommen.
Da heut­zutage nur noch we­ni­ge Reisende die Er­ste Klasse wäh­len, gibt es in den Nah- und Fern­ver­kehrs­zü­gen kaum noch Er­ster-Klas­se-Ab­tei­le. Diese we­ni­gen sind dafür je­doch in exzel­len­tem Zu­stand und man hat sie oft fast für sich al­lei­ne. Neben bequemeren Sit­zen mit größerem Sitzabstand als in der zwei­ten Klasse, ist unter anderem die ko­sten­­­lose Benutzung der Lounge an großen Bahn­höfen im Fahrpreis inbe­grif­fen.
In den europäischen Hoch­ge­schwin­dig­keits­­­­zü­gen erhal­ten sie in der Er­sten Klas­se – ne­ben dem üb­li­chen größeren Sitz­ab­stand ge­messen an der Zwei­ten Klasse - ein um­fang­rei­­ches Service­an­ge­bot. Z..B. im Tha­lys, Eu­ro­star und den deutschen ICE-Ver­bindungen gehören Mahl­zei­ten am Platz, Gra­tis-Zeitun­gen oder Mu­sik­programme (im ICE; Kopf­hö­­rer mit­brin­gen oder vor Ort kau­fen) zum Stan­dard. Für Reisende mit Kin­dern gibt es häufig Wickeltische und Spiel­ecken. Im ICE-Han­dy­bereich ist unter­bre­chungs­freies Tele­fo­nie­ren möglich, in ICE-Ruhebereichen ist tele­fo­nieren oder Musik­hören uner­wünscht. Je nach Zug­art sind in der Er­sten Klas­se - manchmal auch in der Zweiten - sog. Bu­si­ness­zo­nen aus­­­ge­wie­sen: Dort gibt es Com­pu­ter­ar­beits­tische mit Steck­dosen und WLAN-Zu­gang für die Ar­beit mit dem eigenen Note­book etc. In der BRD gilt das vor allem für die ICE-Strecken vom Ruhr­gebiet nach Frank­furt/M. und von dort nach Hamburg oder Mün­chen, sowie für die Thalys-Route von Essen/Köln nach Brüssel. Weitere Linien sind in Pla­nung. Abgerechnet wird im ICE über die Deutsche Te­lekom, ent­weder über ein vor­han­denes Kun­den­kon­to, eine Kredit­karte oder einen Internet-Be­zahl­dienst.
In der Schweiz be­fin­det sich die Busi­ness­zo­ne in der Ersten Klasse der InterCity-Züge im ersten Wa­­gen nach der Lok. Eine Reser­vie­rung ist obligatorisch. Mit Busi­ness­zo­nen ausgestattet sind die Fernzüge auf den Re­lationen von Basel nach Lugano, Chur, Brig, Lausanne und Interlaken, weiterhin Genf – St. Gal­len, Romanshorn – Brig, Biel – Bern und Zürich – Luzern. Wenn sie kein Kunde der Swiss­com sind, kön­­­­nen sie für den WLAN-Zugang entweder eine Pre­­paid Karte kaufen oder über ihre Kre­dit­kar­te abrechnen.
Auch in anderen Ländern gibt es WLAN im Zug: Z.B. wird in Irland nach und nach der gesamte Perso­nen­wagenbestand mit Gratis-WLAN ausgestattet. In einigen Waggons gibt es auch Steckdosen.
Als Erster-Klasse-Pas­sa­gier oder Vielfahrer er­halten sie Zu­gang zu Lounges an großen Bahn­höfen, die ein ähn­li­ches An­ge­bot haben, wie die Air­port­loun­ges: Beque­me Sitz­mö­bel, Klimaanlage, Fahr­­kar­ten­ser­vice, heiße und kal­te Ge­tränke, Zei­tun­gen und Zeit­­­schriften, WLAN-Hot­spot, Fern­­seher und Toiletten. In der BRD gibt es derzeit fünfzehn Lounges an großen ICE-Knotenbahnhöfen und Haupt­bahn­höfen diver­ser Großstädte, in Österreich sind es sieben. Weitere sind jedoch in Planung. Europaweit sind derzeit ca. 40 Lounges in Betrieb.
Das Thalys-Netzwerk, an welchem mehrere europäische Bahngesellschaften beteiligt sind, betreibt Hoch­­­­­geschwindigkeitsverbindungen zwischen Amsterdam, Brüssel, Paris und Köln mit Anschlüssen nach Südfrankreich und via Eurostar nach London. Die Abfahrt erfolgt von spe­ziel­len Bahn­steigen aus, zu denen der Reisende nur Zugang erlangt, wenn er eine Sicher­heits­­kontrolle über sich ergehen lässt, ähn­­lich wie am Flughafen, Es gibt in Brüssel eine eigene Bahn­­­­lounge und in Köln eine eigene Fahr­kar­ten­verkaufsstelle mit Bahnlounge. In Brüssel, Paris, Rotterdam, Schiphol und Am­­sterdam erhalten Com­fort 1 Passagiere überdies Zugang zu den Bahnlounges der Partner­gesell­schaf­ten. Weiterhin gibt es eine eigene Smartphone App für Apple und Android, in­klu­sive Mobile Ticket Funk­tion. Es empfiehlt sich die Fahrkarte online zu kau­fen, da bei einer tele­fo­ni­schen oder persönlichen Buchung am Bahnhof Service-Zuschläge erhoben wer­den. Es existiert auch ein Bonus­meilen­programm für Vielfahrer. Während der Fahrt gibt es in der Com­fort 1 Stufe Mahlzeiten am Platz, kostenlose Tages­presse, Gratis-WLAN, Steck­dosen am Platz, Taxiruf in Paris und Brüssel für die Weiterreise und ein separates Konferenzabteil. Für Comfort 2 Passagiere gibt es ebenfalls Steckdosen am Platz, Snacks und Getränke an der ThalysBar und, je nach gebuchtem Tarif, WLAN gratis oder gegen Bezahlung (Gut­ha­ben­karte vorab online oder an der Bar erhältlich).
Die Eurostargesellschaft betreibt die Bahnstrecken von Paris Gare du Nord und Brüssel-Süd durch den Eurotunnel nach Lon­don St. Pancras International. Die Fahrzeit liegt bei etwa einer Stunde. Die Abfahrt er­folgt, wie beim Thalys, von spe­ziel­len Bahn­steigen aus, zu denen der Reisende nur Zugang erlangt, wenn er eine Sicher­heits­­kontrolle über sich ergehen lässt, außerdem gibt es beim Einstieg auf dem Kon­ti­nent Pass­kon­trollen. Die Check-In Zeit liegt bei mindestens 30 Minuten. In der Stan­dard Reise­klasse gibt es Erfri­schun­gen am Zugbuffet gegen Bezahlung, in der Standard Premier Klasse sind die Sitze etwas be­que­mer und es gibt Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten und einen leichten Imbiss am Platz. In der Business Premier Klasse werden dem Reisenden kürzere Check-In Zeiten mit Boarding-Garantie, be­que­me Sitze, Zeitun­gen, Zeitschriften, Mahl­­zeiten am Platz und ein Taxibestellservice für den Zielort gebo­ten, überdies Zu­gang zu den Busi­ness Premier Lounges in London, Ebbsfleet, Brüssel und Paris mit Erfri­schungen, Gra­tis-WLAN, Steck­dosen, Zeitun­gen und Zeitschriften, sowie Konferenzräumen.
Auf langen Fern­strecken gibt es auch Nacht­zü­ge mit Schlaf­ab­tei­len. Die wichtigsten Züge verkehren in Nord-Süd-Richtung von Hamburg oder Berlin über Zürich, Innsbruck oder Wien nach Mailand, Venedig oder Rom. Betrieben werden sie im Regelfall von den ÖBB (www.nightjet.com). Im Fahrpreis ist das Früh­stück meist in­­be­griffen, weitere Mahl­zei­ten im Spei­­se­wa­­gen werden extra berech­net. Die Aus­stat­tung der Wagen reicht von einfachen Lie­ge­ses­seln bis zum Zwei-Bet­ten-Abteil mit eigenem Dusch­bad.
Hier noch ein paar allgemeine Tipps für Nachtzugreisen: Ohrenstöpsel leisten unterwegs gute Dienste, denn durch Fahrgeräusche, nächtliche Rangierarbeiten, die Klimaanlage und Geräusche anderer Fahr­gä­ste wird die Nachtruhe eingeschränkt. Bequeme Kleidung ist wichtig und für den Gang zur Toilette sind Haus­schuhe praktisch. Für die Reise wichtige Utensilien sollten in Griffnähe sein. Die Mitreisenden werden wenig erfreut sein, wenn deren Nachtruhe durch das Hantieren mit Koffern und Taschen gestört wird. Für die Nacht auch Proviant und Getränke einpacken! Eventuell hilft Kreppband oder leicht ablös­ba­res Klebeband, um störende Lichtquellen wie den Türschlitz oder das Bettlicht abkleben zu können. Wer noch vor der Endstation aussteigt, sollte einen Gangplatz bzw. ein unteres Bett buchen. Bei Reisen nach bzw. in Frankreich ist eine Etikettierung der Gepäckstücke in allen in Frankreich verkehrenden Zügen aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich. Der Gepäckanhänger muss mindestens den Vor- und Nachnamen enthalten. Dies betrifft sämtliche Gepäckstücke, die in Gepäckeinstellplätzen am Wa­gen­ende, über und zwischen den Sitzen untergebracht werden. Persönliche mitgeführte Gegenstände (z.B. Handgepäck) sind von dieser Regelung nicht betroffen.
Trotz eines relativ dichten Bahnnetzes gibt es auch in Mitteleuropa zahlreiche inter­na­tio­nale Fern­bus­linien, vor allem nach Spa­nien, Portugal und Osteuropa, die von Euro­lines oder anderen, privaten Be­trei­bern be­dient werden. Meistens werden diese Fernbuslinien jedoch von Angehörigen der gesell­schaft­li­chen Unterschicht bevölkert, weshalb sich ihre Benutzung nicht empfiehlt. Allerdings gibt es seit kurzem einige Eurolines Business Class Linien, auf denen das Angebot den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht und wo (hoffentlich) auch eine andere Zielgruppe als die Unterschicht anvisiert wird. Ausgehend von Berlin verbindet ein besonderer Business Class Reisebus die Spreemetropole mit Prag, von wo aus Umsteigeverbindungen nach Wien, Bratislawa, Budapest und München bestehen. Außer­dem gibt es eine weitere Business Class Verbindung nach Kopenhagen und eine Linie Stuttgart - Krakau. Die Busse bieten verstellbare Komfortsitze, Gratis-WLAN, Steckdosen, individuelle Audio­pro­gram­me (Kopf­hörer mitbringen), Zeitungen und Zeitschriften sowie eine Flasche Wasser und einen Snäck pro Reisendem. Ob sich das Angebot bei der anvisierten Klientel durchsetzen wird, bleibt aller­dings ab­zu­war­ten. Zumindest ist aber damit zu rechnen, dass das Publikum auf den Business Class Linien etwas niveauvoller ist, als auf den herkömmlichen Verbindungen.
Im Ausland haben Fernbuslinien eine erheblich größere Bedeutung als im deutschsprachigen Raum, was man auch daran erkennen kann, dass es auf ausländischen Busbahnhöfen – ähnlich den Bahn­höfen und Flughäfen - gelegentlich eigene Lounges gibt. In Osteuropa oder in überseeischen Ländern ist der Reise­bus oft das einzige, öffentliche Ver­kehrs­mittel mit einem einigermaßen flächen­deckenden Liniennetz. Wer in einem solchen Land unterwegs ist, hat meist gar keine andere Wahl als einen Reisebus zu be­nutzen, vor allem dort, wo der Luftverkehr noch entwicklungsfähig ist. Eisenbahn­verbindungen sind in vielen Ländern einfach nicht vorhanden oder schlecht ausgebaut, wie z. B. in Skandinavien, Irland oder der Türkei. Häufig sind es Faktoren, wie geringe Bevölkerungsdichte in einzelnen Regionen, geo­gra­phi­sche Widrigkeiten (Gebirge, Wüste, Erdbebengebiete etc.) oder die Finanzkraft eines Staates, die den Ausbau eines Eisenbahnnetzes beeinträchtigen und damit die Einrichtung von Fernbuslinien begünstigen.
Fernbusse verkehren oft zwischen großen Busbahnhöfen, die die Ausmaße von Flughäfen annehmen können. Die Ausstattung der Busse ist je nach Land recht unterschiedlich. Üblich sind jedoch fast immer Klimaanlage, verstellbare Sitze, Bordtoilette und eine Minibar. Vor allem im Osten der USA bieten die Busse auch Gratis-WLAN. In Norwegen sind Reisebusse im Einsatz, die neben dem Fahr­gast­raum auch über eine Ladefläche für Stückgut verfügen. In Irland stammt das Eisenbahnnetz noch aus der britischen Kolonialzeit und wurde sternförmig auf Dublin hin ausgerichtet. Dadurch bestehen so gut wie keine Querverbindungen im Schienennetz. Diese werden folglich mittels Reisebussen hergestellt. Auch die internationalen Flug- und Seehäfen werden fahrplanmäßig angefahren. Die Gesellschaft Bus Éireann setzt auf den Hauptlinien stündlich moderne Reisebusse mit Komfortsitzen, Steckdosen für Notebooks etc, Gratis-WLAN und Haltevorrichtungen für Kindersitze ein.
In Mitteleuropa gilt zwar generell, dass ein Mann von Welt Fern­bus­se meiden sollte. Es gibt aller­dings einige Ausnahmen. Neben der neuen Business Class von Eurolines, betreiben auch die nationalen Bahn­ge­sellschaften ein paar Buslinien zwecks Ergänzung ihrer Schienennetze, die für den Mann von Welt interessant sein können. Bei den ÖBB gibt es drei In­ter­ci­ty­bus-Linien auf den Strecken Graz – Kla­gen­furt, Kla­gen­furt - Venedig und Graz – Ve­nedig. Die Bus­se sind klimatisiert, haben ein WC und bie­ten in der Ersten Klasse Le­der­sitze, eine Steck­dose für Notebooks etc., Arbeitsfläche, Gratis-Getränke und Gra­tis-Tageszeitungen. Eine Toch­ter­ge­sell­schaft der Deutschen Bahn betreibt die In­ter­Ci­ty-Buslinien Nürn­berg - Prag und Mün­chen – Prag. An Bord der kli­ma­ti­sier­ten Busse gibt es WCs, Steck­do­sen für Note­books etc. und Getränke und Snacks gegen Be­zahlung. Eine Einteilung nach Klas­sen wird hier aber nicht vor­ge­nom­men.
In der Schweiz werden von der Post Au­to Schweiz AG sowohl regionale als auch Fern­ver­kehrslinien offeriert, wobei die Regel gilt: Wo keine Bahn fährt, fährt ein Postauto. Eine Klasseneinteilung gibt es nicht, dafür ist fast immer die Fahrradmitnahme möglich. Ei­nige Linien verkehren ins benachbarte Aus­land. Nach und nach werden die Busse mit WLAN ausgestattet. Auf den touristischen Linien, die meist über Alpenpässe führen, ist die Platzreservierung obligatorisch. An kleineren Busbahnhöfen, die vor allem dort existieren wo ein höheres Verkehrsaufkommen herrscht aber kein Eisenbahnanschluss besteht, gibt es in bahnhofsähnlicher Manier eigene Fahrkartenschalter, beheizte Warteräume und Gepäck­schließfächer.
Noch ein Wort zur Passagierschifffahrt. Man kann in diesem Bereich grob zwischen Fährdiensten und Touristikfahrten unterscheiden. Zu den Fährdiensten gehören alle fahrplanmäßigen Schiffsverbindungen, die dazu dienen den erdgebundenen Verkehr zwischen zwei am Wasser gelegenen Orten zu ermöglichen oder wenigstens die Entfernung zu verkürzen. Unter die Kategorie „Fähren“ fallen zum einen die kleinen Personenfähren die einen Fluss überqueren, ebenso wie die bekannten Roll-on/Roll-off Autofähren an vielen Flüssen und Seen, aber auch die hochseetauglichen Großraumfähren auf Nordsee, Ostsee und dem Mittelmeer. Der Gebrauch der ersteren stellt eine gewisse Routinehandlung dar über die kaum jemand weiter nachdenkt, aber die Fahrt mit einer hochseetauglichen Fähre über eines der europäischen Rand­meere oder ähnlicher Gewässer hat auch für einen Mann von Welt ihren Reiz, sofern er nicht mit seinem eigenen Boot unterwegs ist.
Den europäischen Fährreedereien macht der Konkurrenzdruck durchaus zu schaffen, vor allem auf den Linien, wo Brücken oder Tunnels den Verkehr an sich ziehen. Beispielsweise ist seit Eröffnung des Kanaltunnels der Fährverkehr auf dem Ärmelkanal erheblich zurückgegangen, auch wenn der Tunnel für die Investoren einen finanziellen Reinfall darstellt. Zahlreiche Hafenstädte an der Kanalküste werden überhaupt nicht mehr angelaufen; in den übrigen wurde die Anzahl der Fährverbindungen gekürzt oder die Fähren auf reine LKW-Beförderung umgestellt. Auch wurden diverse Schnellverbindungen, u.a. die Luftkissenbootlinie Dover - Calais und die Jetfoil-Linie ab Oostende, komplett eingestellt. Ähnliches pas­­siert auf der sog. Vogelfluglinie nach Skandinavien: Dort wird derzeit an einer durchgehenden Straßen- und Eisenbahnverbindung von Mitteleuropa nach Südschweden mittels diverser Brücken und Tunnels gearbeitet; aktuell fehlt nur noch die Verbindung Fehmarn - Lolland. Den Fährgesellschaften bleibt dann vor allem der Verkehr auf den weniger befahrenen Routen, wie z.B. von Zeebrugge in das nordenglische Hull, was den LKW-Spediteuren u.a. die Umgehung des Großraumes London ermöglicht, oder die Fahrt von Dänemark über den Skagerrak nach Norwegen. Für Privatreisende in Richtung Schott­land oder Norwegen kann eine Fährverbindung ebenso interessant sein, und nicht zuletzt wird dadurch auch die Möglichkeit eröffnet eine Art Mini-Kreuzfahrt zu veranstalten.
Einige Hochseefährschiffe offerieren ihren Fahrgästen an Bord eine besondere Club Klasse, Club Lounge, Business oder Voyager Class. Das Angebot ist je nach Fähre und Reederei so unterschiedlich wie der Name, jedoch handelt es sich defacto um eine gehobene Reiseklasse. Möglich sind unter anderem Express Boarding, reservierter Ruhesitz, Gratis-Getränke und kleine Speisen, Zeitungen und Zeitschriften, Arbeitstische für Notebooks (ev. mit Steckdosen), Gratis-WLAN oder ein eigener TV-Monitor mit Radio, Filmen und Internetzugang in der Rückenlehne des Vordersitzes (Kopfhörer mitbringen).
Auch im Binnenland gibt es hin und wieder Fährangebote, die sich an Berufspendler, Fernreisende und Businesskunden richten, wie z.B. der Thames Clippers Dienst in London oder der Bodensee-Katamaran, der zwischen Friedrichshafen und Konstanz verkehrt. Bei letzterem liegt die Fahrzeit deutlich unter der von Eisenbahn und PKW; an Bord gibt es Lagerraum für Reisegepäck, ein Bordbistro, WLAN und Steckdosen für Notebooks etc.
In die Rubrik „Touristikfahrten“ gehören alle diejenigen Schiffsverbindungen, deren Aufgabe nicht die Beförderungsleistung von einem Hafen zu einem anderen, sondern die Reise an sich ist. Neben See-Kreuzfahrten gehören dazu auch fahrplanmäßige Ausflugs- und Rundfahrten mit Fahrgastschiffen auf Binnengewässern und natürlich Flusskreuzfahrten mit Übernachtungen an Bord. Während Fahr­gast­schif­fe, wohl aufgrund der kürzeren Verweildauer der Gäste, meist kein besonderes Komfort­angebot auf­wei­sen, sind der Ausstattung von Kreuzfahrtschiffen keine Grenzen gesetzt. Es würde zu weit führen diese alle auch nur ansatzweise aufzulisten, aber in einigen Seekreuzfahrtschiffen finden sich z.B. Parkanlagen, Indoor-Golf, Minigolfplatz oder eine Eislaufbahn. Damit dürften sie sich vor allem bei Snobs einer großen Beliebtheit erfreuen, sofern diese nicht mit der eigenen Hochseeyacht unterwegs sind. Auf See­kreuz­fahrten wird im Allgemeinen Wert auf formale Abendgarderobe gelegt, worauf meist schon bei der Buchung hingewiesen wird. Trinkgelder werden oft automatisch in Rechnung gestellt, sodass sich die individuelle Entlohnung eines Mitarbeiters erübrigt. Bei Flusskreuzfahrten geht es meist weniger formal zu und Trinkgelder sind auch keine Pflicht. Dafür ist die Ausstattung des Binnenkreuzfahrtschiffes platz­bedingt weniger üppig als auf See. Aber mit einem Restaurant/Bar, Bordboutique, Bibliothek, Wellness-Bereich, Wäscheservice, Pool, Fitnessraum, Kinderspielzone und Internetzugang kann man fast überall rechnen. Die Kabinen haben gewöhnlich Telefon, Fernseher, einen Safe und einen Haartrockner.
Eine Nische stellen heutzutage Linienfahrten mit Passagierschiffen dar. Es gibt sie nur noch in den Weltregionen wo der Flugverkehr sie nicht völlig verdrängen konnte, u.a. der Inselwelt Südostasiens und des Pazifiks. Das Komfortangebot in diesen Weltregionen entspricht jedoch nicht immer den Erwar­tungen eines Mitteleuropäers, außerdem sind Passagierschiffe in diesen Weltgegenden beliebte Angriffs­ziele von Piraten, deren Anzahl unglücklicherweise im Steigen begriffen ist.
In der BRD existiert noch eine ganzjährig betriebene Passagierlinie von Hamburg oder Cuxhaven nach Hel­goland, die bei einer Fahrzeit von etwas mehr als zwei Stunden derzeit von einem einzigen Passa­gier­schiff bedient wird, wobei man darüber streiten kann, ob es sich nicht vielleicht doch eher um einen Fähr­dienst handelt. Dazu gibt es noch acht saisonal betriebene Seebäderschiffe, die früher zum Per­so­nen­trans­port zwischen den Badeorten an der Küste, den Nordseeinseln und nach Helgoland dienten. Heute werden praktisch alle Schiffe nur noch im Sommer im Tourismusverkehr auf der Strecke nach Helgoland eingesetzt, lediglich zwei Schiffe fahren im Fährbetrieb hauptsächlich einige ostfriesische Inseln an. Die Schiffe sind bedingt hochseetauglich, verfügen über mehrere Salons für die Passagiere, haben eventuell Raum für Ladegüter, aber keine Kabinen und keine Fahrzeugdecks. Im Sommer gibt es noch eine Kata­ma­ran-Verbindung nach Helgoland, die aber als Fährverbindung gilt. Auf der Ostsee verkehrt momentan nur noch ein Passa­gier­schiff, welches vorwiegend für Ostseerundfahrten eingesetzt wird. Alle weiteren Schiffe auf Nord- und Ostsee sind Fähr- oder Kreuzfahrtsschiffe, von Frachtern und Privatyachten natür­lich abgesehen.
Eine Zeit lang waren sie groß in Mode: Passagiermitfahrten auf Frachtschiffen. Es ist offensichtlich, dass man an Bord eines Frachtschiffes nicht den selben Komfort erwarten darf wie auf Kreuzfahrtschiffen, aber dafür werden ganzjährig Routen befahren, die sonst nicht angeboten werden. Die Anzahl der Kabi­nen ist gewöhnlich begrenzt, d.h. man ist nicht selten der einzige Passagier an Bord. Die Preise sind aller­dings recht hoch; manchmal ist eine der üblichen Kreuzfahrten billiger zu haben als die Mitreise auf einem Frachtschiff. Für jemanden, der aber ein individuelles Reiserlebnis auf See sucht, sind Fracht­schiff­reisen sicher eine interessante Möglichkeit. Zu beachten ist selbstverständlich der Verhaltenskodex.
Auch auf Frachtschiffen gibt es so was wie einen Dresscode, der allerdings dem auf Kreuzfahrtschiffen fast entgegengesetzt ist: Keine hohen Schuhe und keine Sandalen an Bord; keine Badebekleidung in der Offiziersmesse, in den Aufenthaltsräumen oder gar auf der Kommandobrücke; ansonsten kleidet man sich leger. Einige Bereiche des Schiffes sind für Passagiere nicht zugänglich und auch die Brücke darf nur nach Absprache besucht werden. Mahlzeiten werden zu bestimmten Uhrzeiten in der Messe ein­ge­nom­men; spezielle Essenswünsche oder Kabinenservice gibt es nicht, Getränke werden separat berechnet und der Ausschank von Alkohol ist eingeschränkt. Die Kabine wird nach Absprache gereinigt, an hek­ti­schen Tagen aber auch mal gar nicht. Dafür gibt es fast immer eine Waschmaschine an Bord. Deck­liege­stühle stehen meistens zur Verfügung, das Angebot der Bordbibliothek ist jedoch limitiert und es wird em­pfohlen seinen Lesestoff selbst mitzubringen. Das gilt auch für Filme, Musik und natürlich das ent­sprechendes Abspielgerät; eventuell ist auch ein Radio-Weltempfänger hilfreich. Die Stromspannung an Bord der meisten Schiffe liegt bei 220 Volt; in der Regel wird ein Steckeradapter benötigt. Tele­kom­mu­nikations­­einrich­tun­gen mit Anbindung via Satellit stehen zwar zur Verfügung, kosten aber ent­spre­chend (z.B. eMails pro Stück € 1) und können nur zu ruhigen Zeiten benutzt werden. Das eigene ter­restri­sche Handy hat nur in Küstennähe Netzempfang.
Ob Frachtschiffreisen für den Mann von Welt geeignet sind, ist ein schwierige Frage. Zwar ist dies durch­­­­aus eine exklusive Reiseart (Kreuzfahrten auf Passagierschiffen macht ja heutzutage jeder), aber die Kommunikationsmöglichkeiten sind aufgrund der benötigten Satellitenverbindung stark eingeschränkt, ebenso die Unterhaltungs- und Freizeitmöglichkeiten. Wer jedoch Ruhe sucht, wird sicherlich gut be­dient. Auf jeden Fall sollte man aber sein eigenes Satellitenhandy mitbringen, welches allerdings den Nach­­­teil hat, dass man es nicht oder nur mit teurem Zubehör in der Kabine nutzen kann, weil ja bekanntlich „freie Sicht“ zum Satelliten benötigt wird.
Am exklusivsten reisen Sie natürlich, wenn Ihr Reise­ziel an einer Wasserstraße liegt und Sie mit ihrem eigenen Wassergefährt vorfahren kön­nen. Wenn Sie jetzt daran gedacht haben ein Boot mit Kajüte anzuschaffen, dann können Sie so übernachten, wie es zuletzt Kai­ser Wilhelm mit der kaiserlichen Yacht „Ho­hen­zollern“ zu tun pflegte. Sie be­fin­den sich da­mit also in einer edlen Tra­di­tion, auch wenn Ihre Yacht eine Nummer klei­ner sein sollte.