Passende Getränke für den Mann von Welt sind vor
allem Wein, Südwein, Sekt, hochprozentige Brände – auch
in Cocktails – und diverse Heißgetränke.
Außerdem sollte ein Mann von Welt über eine Hausbar verfügen.
Wein
Das ideale Getränk des Mannes von Welt ist nicht
etwa der Champagner, sondern der Wein. Champagner ist eher das
Kennzeichen neureicher Emporkömmlinge. Wein dagegen eignet
sich hervorragend als gehobenes Alltagsgetränk
und repräsentiert eine entspannte und
kultivierte Lebensart.
Es empfiehlt sich regionale Produkte zu
konsumieren, und zwar solche, die qualitativ mit den
großen Markennamen Schritt halten können,
aber im kleineren Mengen hergestellt werden und somit recht
exklusiv sind. So mancher Mann von Welt mit entsprechendem
Geldbeutel unterhält sogar ein eigenes Weingut,
welches lediglich der Versorgung des eigenen
Weinkellers dient. Vor allem in Adelskreisen
ist solches üblich. Denken sie auch an die alte Bezeichnung
„Hoflieferant“. Wenn es in ihrer unmittelbaren
Nähe kein Weinanbaugebiet gibt, dann reisen sie in
ein solches ihrer Wahl und suchen sich unter den dortigen Weinen
aus, was ihnen gefällt. Vielleicht finden sie so ja ihren
persönlichen Hoflieferanten. In vielen
Weinanbaugebieten ist es auch heute noch
üblich, Wein direkt beim Winzer zu kaufen. Achten sie
auf die Schilder „Weinverkauf“.
Ansonsten gibt es Wein, und meistens auch regionalen Sekt und
Tresterbrand, bei der örtlichen Winzergenossenschaft.
In ihrem Weinkeller – das Wort „Keller“
sollten Sie wörtlich nehmen – bewahren sie ihre
Lieblingsweine liegend auf. Bei der Weinauswahl
sollten Sie sich mehr von ihrem persönlichen
Geschmack leiten lassen, als von irgendwelchen
Empfehlungen. Achten Sie aber darauf, dass der Wein lagerfähig
ist, wenn sie ihn nicht sofort trinken wollen.
Ob Sie nun trockenen oder lieblichen
Wein bevorzugen, ist eine persönliche
Geschmacksfrage. Trockener Wein wird
meistens zum Essen serviert, lieblicher Wein wird in gemütlicher
Runde getrunken und edelsüßer Dessertwein (Auslese,
Beerenauslese, Trockenbeerenauslese etc.) zum
Nachtisch gereicht. Sherry und Portwein werden als
Aperitif oder nach dem Essen zum Kaffee serviert, gelegentlich auch
zum Fünf-Uhr-Tee. Sekt trinkt man zu Feierlichkeiten und
besonderen Anlässen.
Die Weinverkostung ist mehr als ein ritueller
Bestandteil des Weintrinkens. Es geht darum festzustellen, ob der
Wein einwandfrei und trinkbar ist, denn auch eine teure Flasche Wein
kann Kork absondern. Achten Sie darauf, dass der Wein vor dem
Öffnen geruht hat. Wenn sie die Flasche selbst öffnen, benutzen
Sie einen professionellen Korkenzieher oder ein
Kellnermesser. Nach dem Herauslösen des
Korkens, betrachten sie diesen zunächst. Gute
Weine haben Korken mit einem Aufdruck, der auf den
Erzeuger hinweist. Dann wischen sie den Flaschenrand
mit einem Tuch ab, gießen einen winzigen Schluck in ein neutrales
Glas und schütten diesen weg. Nach dem Entkorken sammeln sich
im ersten Glas gewöhnlich Korkreste, die somit entsorgt werden.
Als nächstes nehmen sie ein Probierglas, schenken einen
weiteren kleinen Schluck ein und prüfen, ob der Wein
geschmacklich akzeptabel ist. Danach befüllen
sie die Gläser der Gäste, angefangen mit den Damen, dann die
Herren, unter Beachtung der Rangordnung. Verschließen
sie die Flasche mit einem neutralen und sauberen
Verschluss. Einige Weine, vor allem Rotweine
und junge Weine, müssen nach dem Öffnen etwas atmen. Aufmerksame
Gastgeber öffnen den Wein daher schon
vorher und füllen ihn in eine Karaffe (sog. dekantieren).
In Mitteleuropa weniger bedeutend sind die sog.
Südweine: Weine aus Südeuropa deren Alkoholgehalt
über 10 Volumenprozent liegt. Neben Sherry und Portwein, ist
wohl Wermut (oder Vermouth) der wichtigste
Vertreter: Ein mit Gewürzen und Kräutern
aromatisierter und mit Alkohol angereicherter
Wein mit etwa 15 Volumenprozent. Ein
Hauptbestandteil ist das Wermutkraut;
daher der Name. In Südeuropa ist er trocken oder lieblich ein
beliebter Aperitif und taucht auch als Bestandteil
von Cocktails auf. Bekannte Marken sind Cinzano,
Martini, Martinazzi und Gotano; letzterer
wird in Thüringen hergestellt.
Noch ein Trick für den Fall, dass partout kein
Korkenzieher verfügbar sein sollte: Einfach eine normale Schraube in
den Korken drehen bis nur noch ein Zentimeter herausschaut. Die
Schraube wird dann mit einer Zange eingeklemmt, in die wiederum ein
Schraubenzieher geklemmt wird. So entsteht ein Hebel, mit dem die
Schraube samt Korken aus der Flasche gezogen wird. Alternativ kann
man auch heißes Wasser über den Flaschenhals laufen lassen.
Die so erwärmte Luft treibt den Korken hinaus.
Ähnlich wie beim Wein verfährt man bei Sekt: Der
richtige Mann von Welt trinkt ausschließlich edlen
Schaumwein aus den nächstgelegenen,
regionalen Anbaugebieten, aber nur zu wirklich
besonderen Anlässen. Regionale
Sektmarken besitzen überdies einen höheren
Exklusivitätsfaktor und können qualitativ
mit französischem Champagner problemlos
mithalten. Sekt wird ebenfalls im Weinkeller, aber nicht liegend
sondern stehend, aufbewahrt.
In der Flasche vergorener Schaumwein ist in der
Regel hochwertiger, aber auch teurer, als der sonst übliche, in
Tanks vergorene Sekt. Achten Sie auf die Bezeichnung
„Flaschengärung“. Sekt muss in der BRD mindestens 10
Volumenprozent Alkohol aufweisen. Ein „Cuvée“ ist ein
Verschnitt verschiedener Grundweine. Bei der Süße
unterscheidet man von naturherb (brut nature), extra
herb (extra brut), herb (brut), extra
trocken (extra dry), trocken, (dry),
halb-trocken (demi-sec, medium dry) bis mild
(doux, sweet). „Champagner“ wird nur in der
Champagne hergestellt; Schaumwein aus anderen Regionen Frankreichs
heißt „Crémant“. Mit „Cava“ wird spanischer
Sekt bezeichnet, der mittels Flaschengärung produziert wurde.
Deutsche Sekte, die von Winzern in Flaschengärung hergestellt
werden, dürfen sich „Winzersekt“ nennen, in Österreich
heißen sie offiziell „Hauersekt“. Krimsekt wird im
Flaschengärverfahren aus weißen oder roten
Rebsorten in der Ukraine hergestellt.
Wenn Sie eine Sektflasche öffnen, dann entfernen
Sie zunächst die Umhüllung des Korkens und den Haltedraht
(„Agraffe“). Um den Korken herauszuziehen, drehen Sie
nicht den Korken, sondern halten Sie diesen mit einer Hand fest und
drehen mit der anderen Hand die Flasche. Geschickt gemacht,
verhindern Sie damit das Knallen des Sektkorkens beim
Öffnungsprozess. Falls die Sektflasche durchgeschüttelt worden
ist, stellen Sie diese für etwa 30 Sekunden auf den Kopf. Danach
lässt sie sich ohne den Inhalt zu verspritzen öffnen.
Weiterhin sei der Einsatz eines Sektflaschenverschlusses geraten,
damit die geöffnete Flasche möglichst wenig Kohlensäure
verliert. Außerdem sollte die geöffnete Flasche in einem mit
Eiswürfeln gefüllten Sektkübel und darüber
gelegtem, weißem Handtuch abgelegt werden, damit sie kühl gehalten
wird.
Bei Whisky gibt es eine reichhaltige
Auswahl an kleineren Brennereiprodukten,
die qualitativ den großen Marken ebenbürtig
sind. Auch irischer und amerikanischer Whiskey
(letzterer wird Bourbon genannt und vorwiegend aus Mais
hergestellt) kann mit dem originalen, schottischen
Nationalgetränk mithalten. Whisky wird
in Europa meist aus Getreidemalzmaische gewonnen,
reift mindestens drei Jahre lang im Holzfass und hat
einen Alkoholgehalt von mindestens 40%. International wird Whisky
auch aus Roggen (Kanada), Weizen, Mais, Gerste (USA), Malz, Hafer
(Irland) oder Reis (Thailand) hergestellt. Wie bei
fast allen Spirituosen gibt es auch bei Whisky
unterschiedliche Produktionstechniken.
Charakteristisch ist jedoch das (mehrmalige)
Wiederholen des Brennvorgangs.
Whisky der einer einzelnen Brennerei entstammt darf sich Single
Malt nennen. Wird Whisky mehrerer
Brennereien vermengt und abgefüllt, spricht man von Blended
Whisky.
Wenn Sie sich ernsthaft für (schottischen)
Whisky interessieren, dann sollten Sie sich zunächst
in einer renommierten Spirituosenhandlung
informieren. Neuerdings gibt es auch
Whiskyseminare an Volkshochschulen.
Der Königsweg ist jedoch eine Informationsreise
nach Schottland. Details und Reisevorschläge
gibt es beim britischen Fremdenverkehrsbüro. Eine
Schottlandreise eröffnet Ihnen die Möglichkeit
verschiedene Whiskymarken zu verkosten
und sich eine ihrem Geschmack entsprechende
herauszusuchen. Die meisten Brennereien beliefern
Privatkunden per Postversand und innerhalb der EU
können Waren bekanntlich problemlos verschickt werden.
Seit ein paar Jahren gibt es auch in Deutschland
Brennereien, die sich vermehrt in der Whiskyherstellung
versuchen (die älteste deutsche Whiskybrennerei in
der Oberpfalz existiert bereits seit 1818!). In der Schweiz gibt
es seit der Aufhebung des Verbotes aus Getreide oder
Kartoffeln Alkohol herzustellen im Jahre 1999 Versuche
Whisky zu brennen, in Österreich gibt es eigenen Whisky seit
1995 und in Liechtenstein seit 2009. Größter
Whiskyproduzent weltweit ist übrigens Indien.
Trinken Sie den Whisky bei Zimmertemperatur
je nach Geschmack mit Wasser (Eis verändert das Aroma),
aber nicht mit Ginger Ale oder ähnlichem. Als Trinkgefäß nehmen
Sie am Besten ein bauchiges, noch oben spitz zulaufendes Glas.
Experten empfehlen überdies die folgende Trinktechnik: Zunächst
einatmen, dann einen kleinen Schluck Whisky in den Mund
nehmen und kurz innehalten, damit sich der Geschmack
entfalten kann. Erst jetzt schlucken und ausatmen, wenn das Getränk
die Speiseröhre vollständig heruntergelaufen ist. So wird
verhindert, dass sich Alkoholdämpfe mit der eigenen Atemluft
vermengen. Auf diese Weise lässt sich Whisky auch unverdünnt
angenehm genießen. Wenn Ihnen der Geschmack von Whisky
nicht zusagt, dann lassen Sie die Finger davon. Steigen Sie
in diesem Fall lieber um auf Gin, Wodka oder Rum.
Gin ist ein auf Getreidebasis gebrannter
Wacholderschnaps mit mindestens 37,5% Alkohol
(ideal sind etwa 47%) und bildet den Hauptbestandteil vieler
Cocktails. Vor allem der Gin Tonic erfreut sich
ungetrübter Beliebtheit: Ein paar Eiswürfel
ins Longdrinkglas, dazu zwei Fingerbreit Gin und mit
Tonic Wasser auffüllen.
Gin
kann bis zu 120 verschiedene Zutaten als
Aromastoffe enthalten. Ursprünglich stammt er
aus den Niederlanden, wo er auch heute noch unter
dem Namen Genever
bekannt ist. Geschmacklich ist englischer Gin von
europäischem Genever kaum zu unterscheiden,
jedoch hat Genever oft einen niedrigeren Alkoholgehalt.
Der
London Dry Gin stammt
aus Destillerien in den Londoner Stadtteilen
Bloomsbury und Finsbury oder wird zumindest nach deren Rezeptur
hergestellt. Bekannte Marken sind Tanqueray,
Bombay Sapphire,
Beefeater Crown Juwel
und Gordon’s.
Die deutsche Spirituosenmarke
Dornkaat wird seit neuestem
international auch als „German Dry
Gin“ beworben. Und wenn sie mal
nach Menorca kommen, sollten sie unbedingt den dortigen Gin
probieren (span. „Ginebra“,
sprich: [xi’neβra]).
Wodka besitzt einen Alkoholgehalt von mindestens
37,5% und wird sowohl aus Getreide, vorwiegend Roggen, wie
auch aus Kartoffeln oder Rübensirup hergestellt, in Asien
sogar aus Reis. Wodkakonsum hinterlässt zwar keine Alkoholfahne, ist
aber trotzdem mit Messgeräten aufzuspüren. In Osteuropa wird Wodka
meistens pur getrunken, während er im Westen eher in Cocktails
verwendet wird. Bekannt ist vor allem der Wodka
Lemon: Eiswürfel in ein Longdrinkglas geben,
dazu zwei Fingerbreit Wodka und mit Lemon Wasser auffüllen.
Wodkafabriken gibt es überall rund um den Globus und die Anzahl der
Marken kennt niemand genau. Eine der größten Wodkafabriken
der Welt steht in Westfalen.
Rum wird aus Melasse, einem Nebenprodukt der
Zuckerherstellung, hergestellt und enthält mindestens 37,5%
Alkohol. Als Rohstoff dient vornehmlich Zuckerrohr, das
ursprünglich aus dem arabischen Raum stammt, heute aber vor
allem in Südamerika und der Karibik angebaut
wird. Wichtigstes Rumhandelszentrum in
Deutschland ist Flensburg, wo u.a. die größten Handelsfirmen Pott,
Balle, Hansen und Asmussen ihren
Sitz haben. Von dort stammt auch der sog. Flensburger
Rumverschnitt, der meistens aber nur 5% Rum enthält.
International am bekanntesten ist der in der Karibik
hergestellte Rum der Marke Bacardi. Weiterhin
geläufig ist der in Kärnten aus importierter Melasse
produzierte Inländer-Rum der Firma Stroh mit bis zu
80 Volumenprozent. Guter Rum reift vor der Flaschenabfüllung
mindestens drei Monate in Holzfässern. Der Rhum Agricole
aus den französischen Kolonien, der aus frischem Zuckerrohrsaft
gewonnen wird, lagert je nach Qualitätsstufe bis zu zehn
Jahren in Fässern. Rum dient als Basis zahlreicher
Cocktails oder wird zusammen mit Cola getrunken.
Wie der Name schon sagt, wird Weinbrand (oder
Brandy) vollständig aus Weintrauben gewonnen. Der
Alkoholgehalt beträgt mindestens 36% (Deutscher
Weinbrand 38%) und die Spirituose wird mindestens sechs Monate in
Holzfässern gelagert. Bekannte Marken sind Asbach Uralt und
Chantré. Französischer Cognac wird etwa 30
Monate im Holzfass gelagert und hat einen Alkoholgehalt von
mindestens 40%. Frucht Brandys, z.B. Cherry Brandy, zählen
nicht zu den Weinbränden, sondern zu den Likören. Übrigens
werden spanischer Sherry und portugiesischer Portwein
mit Weinbrand vermischt, um den Alkoholgehalt zu erhöhen.
Halten sie auch bei anderen hochprozentigen
Alkoholika nach kleinen, regionalen Marken Ausschau. Denn auch hier
gilt: Je unbekannter eine Marke ist, desto
exklusiver ist sie. In fast jeder Gegend Europas gibt es kleine
Distillerien, die Schnäpse und/oder Liköre aus
regionalen Produkten herstellen. Schauen sie sich dort
ruhig einmal um. Oft bieten diese auch einen
Fabrikverkauf mit Verkostung an. Wo Wein produziert
wird, gibt es in aller Regel auch Tresterbrand, der aus
Traubenresten gewonnen wird. In Italien wird er Grappa
genannt und gilt dort als beliebter Digestif; in Österreich
heißt er Treber und in der Schweiz Marc.
Cocktails
Im angelsächsischen Raum gibt es neben dem
Nachmittagstee auch die sogenannte Blaue Stunde („Happy
Hour“), in welcher es üblich ist einen Cocktail zu
trinken. In Mitteleuropa hat sich dies bisher nicht
flächendeckend durchgesetzt. Cocktailrezepte
gibt es mindestens genauso viele wie Kochrezepte und
die Liste der potentiellen Zutaten ist schier endlos. Und
ständig kommen neue Kreationen hinzu, weshalb Cocktails
bei Snobs so beliebt sind. Weiterhin unterliegen
Cocktails oft Änderungen betreffend ihrer Zutaten,
was auch an deren Verfügbarkeit liegt. Zum Beispiel
wird in vielen Mixgetränken, die früher mit
Zitronensaft zubereitet wurden, dieser
seit ein paar Jahren durch Limettensaft ersetzt. Die aktuelle
Mode wechselt zwar ständig, aber es gibt ein paar Cocktails, die
mehr oder weniger zeitlos sind. Zu diesen zählen
Sidecar,
Between-the-Sheets
und White Lady.
Beginnen wir mit dem Sidecar: Einige
Eiswürfel in einen Shaker geben, dazu je ein Drittel
Cognac, Orangenlikör und Zitronensaft und gut
durchschütteln.
White Lady:
Eiswürfel, 4 cl. Gin, 2 cl. Orangenlikör und 4 TL
Zitronensaft in einen Shaker, schütteln und durch ein Barsieb
in ein vorgekühltes Glas geben. Den Rand mit einer
Zitronenscheibe garnieren.
Between-the-sheets:
Eiswürfel, 2 cl. Weißer Rum, 2 cl. Cognac, 1 cl.
Zitronensaft in einem Shaker schütteln und in einem hohen Glas
servieren.
Niemand kann sagen, ob es stimmt, aber
hartnäckig hält sich das Gerücht, dass es einen
Cocktail gibt, der anders ist als andere und den ein Mann von Welt
unbedingt kennen muss. Es ist der Martini Cocktail oder
Dry Martini: Gin und trockenen Wermut im Verhältnis 5:1
mischen und eine grüne Olive mit Stein (keine mit
Paprikafüllung!) hinzugeben (James Bond nimmt statt Gin lieber
Wodka, ergo: Wodka Martini, „geschüttelt,
nicht gerührt“).
Ein Beispiel für einen aktuellen Modecocktail
ist der Cosmopolitan, der durch eine Fernsehserie
berühmt wurde. Das Originalrezept gibt es aber
bereits seit 1934. Damals wurde ein „Cosmo“
mit Gin, Cointreau, Zitronensaft und
Himbeere gemixt. Die moderne Rezeptur besteht
laut Internationaler Bartender Vereinigung
aus 4 cl. Wodka, 1,5 cl. Cointreau, 1,5 cl.
Limettensaft und 3 cl. Cranberrysaft,
mit oder ohne Eis. In einem vorgekühlten Martinikelch
servieren.
Bei Cocktails unterscheidet man mehr als 30
Unterarten, wozu dann auch Bowle und einige heiße
Kaffeegetränke gehören. Wichtig ist aber vor allem die
Unterscheidung zwischen Longdrink und Shortdrink.
In der Regel besteht die Basis eines Cocktails aus einem harten
Alkoholprodukt, also Whisky, Gin, Rum, Wodka, Cognac etc. Darauf
folgt ein Likör oder ähnliches. Als Garnitur wird oft
Zitronen- oder Limettensaft verwendet. Gibt man einen
Cocktail in ein hohes Glas, welches je nach Rezept mit
Limonade oder Mineralwasser
aufgefüllt wird, dann erhält man einen Longdrink, oft
auch Highball genannt. In einem kleinen Glas serviert ist
es ein Shortdrink (in einem Martinikelch
o.ä.), Shot (in einem Schnapsglas o.ä.) oder Kurzer.
Es gibt bei einigen Cocktails Bezeichnungen, die
auf eine bestimmte Zubereitungsart hinweisen, z.B. der Sour:
Eine harte Basisspirituose plus Zitronensaft und
Zucker im Shaker schütteln. Frisches Eis ins Glas, dann den
Shakerinhalt einfüllen. Wird anschließend, ähnlich
wie bei einem Longdrink, mit Soda aufgefüllt,
erhalten wir einen Fizz, bei Verwendung
von Champagner einen Royal. Werden die Zutaten
nicht geschüttelt sondern im Glas gerührt, ist es
ein Built-in-glass, wird dann mit Soda aufgefüllt,
ein Collins. Und ein Flip ist ein Cocktail, der
mit einem Ei oder mit Eigelb bereitet wird. Üblich sind
weiterhin die Bezeichnungen straight up (mit Eis geschüttelt
oder gerührt und durch ein Barsieb in ein Glas mit Stiel
abgeseiht), on the rocks (mit Eis; Eis zuerst ins Glas
geben!) und neat (nur eine Spirituose pur, ohne weitere
Zutaten). Wenn sie ihren Cocktail außer Haus genießen wollen,
dann besuchen sie die Bar der örtlichen Spielbank oder eines
angesehenen Hotels. Dort werden sie praktisch immer
gut bedient.
Der Mann von Welt nimmt selbstverständlich
auch alkoholfreie Getränke zu sich. Hier achtet er ebenso auf
regionale Produkte und solche mit einer gewissen Exklusivität. In
vielen Regionen Europas gibt es exzellente
Mineralwasserquellen. Häufig stellen die
dazugehörigen Abfüllbetriebe auch Limonaden
oder Fruchtsäfte her. Letztere können Sie natürlich auch für
Cocktails verwenden. Falls genügend eigenes Obst zur Verfügung
steht, können Sie selbiges mittels einer Saftpresse oder ähnlichen
Geräten zu Fruchtsaft verarbeiten. Exklusiver geht es nicht!
In einem Haushalt von Welt sollte es auf jeden
Fall eine Hausbar geben. In einschlägigen
Barhandbüchern findet man ellenlange Listen mit
Spirituosen und anderen Zutaten die dort hineingehören. Leider
bedenken die Autoren solcher Bücher nicht, dass viele Zutaten
nur begrenzt haltbar sind, z.B. frisches Obst oder
Maraschinokirschen. Selbst Ginger Ale und Tonic Water
verlieren, einmal geöffnet, Kohlensäure und
Geschmack. Man müsste also jeden Tag eine größere Menge Cocktails
trinken, um nicht immer wieder verdorbene Zutaten wegwerfen
zu müssen, womit eine Leberzirrhose praktisch
vorprogrammiert ist. Folglich kann und sollte man die
einschlägigen Empfehlungen nicht allzu ernst
nehmen. Manche Kritiker empfehlen sogar zu Hause überhaupt keine
Cocktails zu mixen, weil man sowieso nie alle Zutaten beisammen
hat.
Füllen Sie also ihre Hausbar von Welt nur mit
solchen Getränken und Zutaten, die Sie auch wirklich mögen
und kaufen sie nichts, nur weil es von Snobs empfohlen
wird. Als Grundausstattung reicht es aus, wenn
Sie zwei oder drei harte Basisspirituosen verfügbar
haben, also Whisky, Gin, Wodka oder Rum, und ein paar Liköre
z.. Kirschlikör,
Kräuterlikör, Orangenlikör und andere.
Weiterhin Limonaden zum auffüllen von Longdrinks, wie
Tonic Water, Ginger Ale oder Bitter Lemon (Haltbarkeit
beachten!) und Mineralwasser. Des weiteren ist die Ausstattung
Ihrer Bar abhängig von ihren Vorlieben.
Wenn Sie gerne Campari mit Orangensaft
trinken, dann brauchen Sie natürlich
je eine Flasche Campari und Orangensaft, und so
weiter.
Als Arbeitsgeräte für die Hausbar
benötigen Sie minimal einen Shaker, ein Barsieb, einen
Korkenzieher oder ein Barmesser und ein
paar Flaschenverschlüsse. Ob Sie
Cocktails und andere Getränke mit oder ohne Eis zu sich nehmen,
ist auch wieder Ansichtssache. Bevorzugen Sie
Eis, dann ist es praktisch, wenn Sie einen kleinen Eiskübel haben,
in dem Sie das Eis vom Gefrierschrank zur Hausbar
transportieren. Benutzen Sie eine Zange zum Auffüllen der
Gläser. Optimal ist es, wenn Sie einen eigenen Barkühlschrank
mit Eisfach haben, der vielleicht sogar unauffällig in ein
Möbelstück integriert ist.
Wie und wo Sie ihre Hausbar einrichten, ist eine
Frage der Raumgestaltung. Manch einer gibt einem einfachen
Servierwagen den Vorzug, ein anderer einem Extrafach
im Bücherregal. Wichtig ist nur, dass Sie jederzeit
Zugriff auf ihre Hausbar haben, aber ohne diese optisch zu sehr
in den Fokus des Raumes zu rücken. Das ist wichtig, weil man sonst
glauben könnte, dass Alkoholkonsum Ihr Hobby ist.
Zu Ihrer Hausbar gehören selbstverständlich auch
Gläser. Da wohl kaum jemand genügend Platz hat, um all
die Gläser zu lagern, die in der Fachliteratur für Trinker
empfohlen werden, beschränken Sie sich auf das Nötigste:
Weingläser für Rot- und Weißwein, ein paar Becher- und
Longdrinkgläser, Sektgläser und
Südweingläser (passend auch für Liköre). Damit
haben sie das wichtigste Spektrum abgedeckt.
Natürlich können sie auch noch andere Glastypen
anschaffen, wenn ihnen daran liegt und im Schrank noch Platz ist.
Aber auch hier gilt: Cognacschwenker brauchen sie nur,
wenn sie auch Cognac trinken. Aber selbst wenn es nicht immer
notwendig ist zu jedem Getränk das original passende Glas zu
besitzen, sollten sie sich davor hüten nur Wassergläser
zu verwenden. Dann können sie auch gleich aus der Flasche trinken.
Die beiden wichtigsten Arten der Kaffeepflanze
sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora
(Robusta-Kaffee). Je nach Sorte und Anbauort gibt es unterschiedliche
Qualitätsstufen. Arabica-Kaffee hat einen Weltmarktanteil
von ungefähr 60 % des produzierten Kaffees. Diese Bohnensorte, die
nur die Hälfte des Koffeins im Vergleich zur Robusta-Bohne enthält,
ist vor allem wegen ihres Aromas beliebt und berühmt geworden.
Robusta hat zirka 36 % Anteil an der Weltproduktion. Optisch
unterscheidet sich diese Bohnensorte durch einen geraden
Einschnitt in der Bohne von der Arabica mit gewelltem
Einschnitt. Die Zubereitungsart des Kaffees ändert sich je nach
Kultur, nationalen Gepflogenheiten oder persönlichem Geschmack.
Die Kaffeebohne wird je nach Zubereitungsart in verschiedene
Feinheitsgrade vermahlen. Für die meisten Zubereitungsmethoden von
Kaffee wird Wasser unterhalb des Siedepunktes verwendet. Ist die
Wassertemperatur zu niedrig, schmeckt der Kaffee dünn, alt und
sauer, ist das Wasser zu heiß, werden die Bitterstoffe vermehrt aus
dem Kaffeepulver gelöst, wodurch der Kaffee bitter schmecken kann.
Es erhöht Ihren Lebenskomfort erheblich,
wenn Sie sich einen sog. Kaffeevollautomaten
anschaffen. Damit können Sie jederzeit diverse
Kaffeegetränke italienischer Provenienz
brühfrisch servieren. Es gibt auch Maschinen, die außerdem
Teewasser bereitstellen.
Nehmen sie ein Gerät mit Mahlwerk für
Kaffeebohnen und automatischem
Reinigungsprogramm, das macht kaum Arbeit.
Für Kaffeetassen gilt prinzipiell das
Gleiche wie für Gläser: Sie müssen nicht alles haben, aber,
neben ein paar traditionellen Kaffeetassen und
–bechern, sollten sie Cappuccinotassen,
Espressotassen und vielleicht noch Gläser
für Latte Macchiato (notfalls auch für heißen Punsch
geeignet) besitzen. Normale Gläser vertragen
u.U. die Hitze nicht.
Die in Europa bekanntesten Teesorten sind die nach
ihren wichtigsten Anbaugebieten benannten Sorten des Schwarzen Tees
Assam, Ceylon und Darjeeling. Der ostindische Assam-Tee stammt aus
dem größten Anbaugebiet der Welt und ist ein typischer Hochlandtee
mit kräftigem Aroma. Der herb-kräftige Ceylon wird in Sri Lanka
angebaut, dem weltweit drittgrößten Anbaugebiet. Beide Sorten
finden sich oft in Teemischungen und sind gegen hartes Wasser
unempfindlich. Die Qualität von Tee hängt von der Lage des
Anbaugebietes, der Auswahl der Blätter neben der Knospe, dem
Zeitpunkt der Ernte (in oder außerhalb der Regenzeiten), der
Sorgfalt in der Verarbeitung und der Kunst des Zubereiters ab. Beim
Tee wird in West- und Mitteleuropa generell die sogenannte englische
Zubereitung angewandt, allerdings pflegt vor allem Ostfriesland
seinen eigenen Ritus. Kräftige Schwarztees werden fast immer mit
sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen; bei Grüntees und
halbfermentierten Tees sowie feinen Schwarztees können
Temperaturen von 65 bis 90 °C bevorzugt werden, was die
Inhaltsstoffe und den Geschmack besser erhält. Manche
japanischen Grüntees werden mit nur 50° und auch darunter
aufgebrüht. Bei der englischen Zubereitung wird immer heiß
aufgebrüht, niemals gekocht. Die Ziehdauer, während der die
Teeblätter im Wasser verbleiben, lässt sich nicht
einheitlich angeben und liegt sortenabhängig in einem
Bereich zwischen 20 Sekunden und 5 Minuten. Je nach Dauer wirkt
der Tee unterschiedlich stark anregend, wobei es verschiedene
Theorien zur ziehzeitabhängigen Wirkung auf den
Menschen gibt. Grüner Tee wird üblicherweise pur getrunken. Zum
Schwarztee wird oft Zucker, Honig, Milch, Rahm oder Zitrone nach
persönlichem Geschmack hinzugefügt. Weißer Kandiszucker oder
brauner Rohrzucker/brauner Kandis gelten als besonders geeignet.
Servieren sie Tee immer mit einem passenden Teeservice!
Die ostfriesische Teezeremonie
(„Teetied“, meist gegen 15 Uhr) ist ein wichtiger
Bestandteil der dortigen Geselligkeit. Sie beginnt damit, dass
die Kanne mit heißem Wasser ausgespült und somit auch vorgewärmt
wird. Dann wird der Tee in die Kanne gegeben, nach der Faustregel:
Ein Löffel pro Tasse und einer für die Kanne. Der Ostfriesentee ist
eine spezielle Mischung von etwa 20 verschiedenen Assam- oder anderen
Sorten und wird prinzipiell von drei großen ostfriesischen
Teehandelshäusern angeboten. Als nächstes wird die Kanne zur Hälfte
mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser gefüllt. Nun den Tee etwa
drei bis vier Minuten ziehen lassen, dann die Kanne ganz mit heißem
Wasser auffüllen. Zum Servieren den Tee in eine
Servierkanne umfüllen und dabei die Teeblätter
rausfiltern oder den Tee durch ein Handsieb in die Tassen
füllen. Warmgehalten wird der Tee auf einem Stövchen,
niemals in einer Thermoskanne. Vor dem Einfüllen wird
ein Stück Kandiszucker („Kluntje“) in die Tasse gelegt,
dann der Tee daraufgegossen, woraufhin der Zucker zu
„knistern“ beginnt. Jetzt gibt man mit einem Sahnelöffel
eine Tropfen Sahne dazu, der behutsam am Rand der Tasse eingebracht
wird. Es entsteht eine Sahnewolke („Wulkje“).
Den Tee nicht umrühren! Jeder Teilnehmer der Teerunde trinkt
mindestens drei Tassen – alles andere gilt als unhöflich.
Wer kein weiteres Nachschenken mehr wünscht, legt den
Teelöffel in die Tasse.
Die britische Teekultur ist ein klein wenig
anders. Die Teeblätter des schwarzen Tees werden lose in die Kanne
gegeben und mit heißem Wasser überbrüht. Da die Blätter in der
Kanne verbleiben, wird der Tee mit der Zeit immer stärker, weshalb
oft heißes Wasser nachgegossen wird. Beachten sie, dass es vor
allem in angelsächsischen Ländern üblich ist
schwarzen Tee mit Milch oder Sahne zu trinken. Ob zuerst die Milch
oder zuerst der Tee in die Tasse eingegossen
wird, ist eine alte Streitfrage, die aber wohl keine Auswirkungen auf
den Geschmack hat. Gewöhnlich werden verschiedene Arten
von Gebäck zum Tee serviert. Die bezeichneten
Varianten des Nachmittagstees - der in Britannien eigentlich
keinen eigenen Namen hat, da man auf der Insel den ganzen Tag über
Tee trinkt; gelegentlich wird jedoch der Begriff Afternoon
Tea verwendet - unterscheiden sich im wesentlichen dadurch, was
außerdem noch zum Tee gereicht wird: Light Tea (Scones),
Cream Tea (Scones, Clotted Cream und Marmelade), Low Tea
(an niedrigen Teetischen serviert; Scones und Sandwiches), High
Tea (kalte Mahlzeit am Esstisch mit Tee), Formal Tea
(Stehempfang mit Tee; auch Reception Tea) und Royal Tea
(Nachmittagstee mit Sekt oder Sherry). Generell kann man sagen, dass
englische Backwaren für den deutschen Geschmack übersüßt
sind und die auf der Insel beliebten Gurkensandwiches eher
etwas fade schmecken. Wenn Sie das stört, halten Sie sich ruhig an
traditionelles deutsches Backwerk.
In
Mitteleuropa weniger verbreitet ist die russische Art der
Teezubereitung mittels eines Samowars. In einem Samowar wird im
Hauptkessel heißes Wasser bereitgehalten, während in einer
separaten, kleinen, meist oben aufgesetzten Kanne aus Teeblättern
und Wasser eine Art Teekonzentrat („Sawarka“)
bereitet wird. Die dazu benötigte Hitze kommt aus dem darunter
liegenden Hauptkessel. Für eine Tasse Tee gießt man zunächst
ein wenig von dem Teekonzentrat in die Tasse und füllt dann mit
heißem Wasser aus dem Hauptkessel auf. Während antike
Samoware mit allerlei Festbrennstoffen betrieben wurden, haben
moderne Geräte einen Stromanschluss.
Der beliebte Gerstensaft hat oft den
Beigeschmack ein Getränk des Lumpenproletariats zu
sein. Es gibt natürlich auch Biermarken für den gehobenen
Konsumenten. Der Mann von Welt sollte jedoch generell
den Bierkonsum in der Öffentlichkeit vermeiden,
um sein Image nicht unnötig zu gefährden.
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