Der Mann von Welt treibt selbstverständlich
Sport. Natürlich keinen Leistungssport oder ähnliches, sondern
solche Sportarten, die ihm auch gesellschaftlich zugute kommen.
Golf hat sich bis heute als elitärer Sport
halten können. Als Folge trifft man auf Golfplätzen
jede Menge Snobs, aber auch andere Leute, die über beruflichen oder
privaten Einfluss verfügen. Der Golfplatz ist also der ideale
Ort für die Kontaktpflege allgemein und für die Anbahnung von
Geschäften im besonderen. Ebenso gut eignet sich das
Clubrestaurant des Golfplatzes als Stätte, wohin man
Geschäftsfreunde einladen kann, um in beinahe schon
privater Atmosphäre einen gemütlichen Abend zu
verbringen und neue Geschäfte abzuschließen.
Selbstverständlich sollte ein Mann von Welt
tatsächlich in der Lage sein einigermaßen ordentlich Golf zu
spielen und möglichst auch ein geringes Handicap besitzen.
Schließlich will er sich vor seinen Geschäftsfreunden nicht
blamieren, auch wenn es aus taktischen Gründen hilfreich
sein kann ein fast schon gewonnenes Spiel im letzten Moment
zu versieben. Golf ist eine Ballsportart mit jahrhundertealter
Tradition. Es gilt einen Ball mit möglichst wenigen Schlägen
in ein Loch zu spielen, wobei verschiedene Golfschläger zum
Einsatz kommen. Eine Golfrunde besteht in der Regel aus 18
Spielbahnen, die nacheinander auf einem Golfplatz
absolviert werden. Das heute übliche Golfspiel wurde in allen
nicht-britischen Ländern erst im 19. oder 20. Jahrhundert
eingeführt bzw. reimportiert. Vorläufer des Golfspiels gab es
jedoch auf fast allen Kontinenten. Eine Besonderheit im Golf ist das
sehr große und weitgehend natürlich belassene Spielfeld,
der sogenannte Golfplatz, sodass die Regeln eine Vielzahl von
denkbaren Situationen abdecken müssen. In Deutschland,
Österreich, der Schweiz und wenigen anderen Ländern wird die
Erlaubnis, auf einem Golfplatz zu spielen, von der
Erlangung der sogenannten Platzreife oder Platzerlaubnis abhängig
gemacht, die in Kursen erworben werden kann.
Als weitere Sportarten kommen Tennis und
Squash infrage. Allerdings begibt sich der Mann von Welt hier auf ein
gefährliches Terrain, denn exklusiv sind beide
Sportarten schon lange nicht mehr. Um so wichtiger
ist die Auswahl einer standesgemäßen Spielstätte
zum Ausgleich.
Beim Reitsport scheiden sich die Geister. Zwar ist
nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Mann von Welt dem Reitsport
frönt, insbesondere der Variante Pferdepolo. Und schon die alten
Römer wussten: „Auch der kleinste Mann wirkt bedeutend zu
Pferd.“ Ein Mann von Welt der Reiten will muss jedoch auch
ein Pferdeliebhaber sein. Der Unterschied zwischen
dem Reitsport und anderen Sportarten liegt
vornehmlich darin, dass ein zweites Individuum
involviert ist, nämlich ein Pferd. Anders als einen
Golfsack, kann man ein Pferd nicht einfach in eine Ecke
stellen und sich ein paar Tage lang nicht darum
kümmern. Ein Pferd braucht Aufmerksamkeit und Pflege.
Man sollte sich dabei auch nicht auf den Reiterhof verlassen, egal
wie gut die Tiere dort versorgt werden. Auch der beste Reiterhof
kann nur die Grundversorgung gewährleisten. Wer
sich ein eigenes Pferd anschafft, muss viel Zeit mit dem Tier
verbringen können und ein gutes Verhältnis zu ihm aufbauen.
Letzteres geschieht aus eigenem Interesse, denn wer will schon mit
einem Pferd reiten, das ihm feindlich gesonnen ist? Auch
wenn der Reitsport für einen Mann von Welt durchaus
standesgemäß ist, stellt er besondere Anforderungen,
über die sich jeder im klaren sein muss. Im Zweifelsfalle
sollte man lieber die Finger davon lassen.
Der Mann von Welt sollte hin und wieder ein
Thermalbad aufsuchen; weniger um zu schwimmen, als
vielmehr zur Gesundheitspflege. Thermalbäder, vor
allem solche in Kurorten, verfügen oft über einen
ausgedehnten Wellnessbereich, wozu auch
Whirlpools oder angereicherte Sitzbäder gehören. Meistens
erhält man dort auch Massagen und ähnliche Leistungen. Selbst
zur Kontaktpflege sind Thermalbäder geeignet.
Ferner kommen für den Mann von Welt alle
Sportarten in Betracht die eine gewissen Exklusivität
besitzen und nicht zu anstrengend sind. Dazu gehören auch diverse
Winter- und Wassersportarten. Man hüte sich jedoch vor
„trendeigen“ Modesports, wie
Bungeespringen oder Snowboardfahren.
Das ist eher etwas für Snobs.
Im übrigen sollte der Mann von Welt die
Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen vermeiden,
zumindest solange er nicht sicher sein kann dabei einigermaßen gut
abzuschneiden. Generell leidet das Image bei
Nichterfolg mehr, als man durch einen schwer zu erringenden
Erfolg hätte gewinnen können. Das offene Zuschaustellen
sportlicher Trophäen wirkt überdies snobistisch und
sollte im Erfolgsfall unterlassen werden.
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