Sonntag, 3. Dezember 2017

Sport

Der Mann von Welt treibt selbstverständlich Sport. Natürlich keinen Leistungssport oder ähn­liches, sondern solche Sportarten, die ihm auch gesellschaftlich zugute kommen.
Golf hat sich bis heute als elitärer Sport hal­ten können. Als Folge trifft man auf Golf­plät­zen jede Menge Snobs, aber auch andere Leute, die über beruflichen oder privaten Ein­fluss verfügen. Der Golfplatz ist also der ideale Ort für die Kontaktpflege allgemein und für die Anbahnung von Geschäften im be­sonderen. Ebenso gut eignet sich das Club­re­staurant des Golfplatzes als Stätte, wohin man Geschäfts­freun­de einladen kann, um in bei­nahe schon privater Atmosphäre einen ge­müt­­lichen Abend zu ver­bringen und neue Ge­­schäfte abzuschließen. Selbst­ver­ständ­lich sollte ein Mann von Welt tatsächlich in der Lage sein einigermaßen ordentlich Golf zu spielen und möglichst auch ein geringes Handicap besitzen. Schließlich will er sich vor seinen Geschäftsfreunden nicht bla­mie­ren, auch wenn es aus taktischen Gründen hilf­­reich sein kann ein fast schon ge­won­nenes Spiel im letzten Moment zu versieben. Golf ist eine Ballsportart mit jahr­hun­der­te­al­ter Tradition. Es gilt einen Ball mit mög­lichst wenigen Schlägen in ein Loch zu spie­len, wobei verschiedene Golfschläger zum Einsatz kommen. Eine Golfrunde besteht in der Regel aus 18 Spielbahnen, die nach­ein­an­der auf einem Golfplatz absolviert werden. Das heute übliche Golfspiel wurde in allen nicht-britischen Ländern erst im 19. oder 20. Jahr­hundert eingeführt bzw. reimportiert. Vor­läufer des Golfspiels gab es jedoch auf fast allen Kontinenten. Eine Besonderheit im Golf ist das sehr große und weitgehend na­tür­lich belassene Spielfeld, der sogenannte Golf­platz, sodass die Regeln eine Vielzahl von denkbaren Situationen abdecken müs­sen. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und wenigen anderen Ländern wird die Er­laub­nis, auf einem Golfplatz zu spielen, von der Erlangung der sogenannten Platzreife oder Platzerlaubnis abhängig gemacht, die in Kursen erworben werden kann.
Als weitere Sportarten kommen Ten­nis und Squash infrage. Allerdings begibt sich der Mann von Welt hier auf ein ge­fähr­li­ches Ter­rain, denn exklusiv sind bei­de Sport­ar­ten schon lange nicht mehr. Um so wich­ti­ger ist die Auswahl einer stan­des­ge­mäßen Spiel­stätte zum Ausgleich.
Beim Reitsport scheiden sich die Geister. Zwar ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Mann von Welt dem Reitsport frönt, insbesondere der Variante Pferdepolo. Und schon die al­ten Römer wussten: „Auch der klein­ste Mann wirkt bedeutend zu Pferd.“ Ein Mann von Welt der Reiten will muss je­doch auch ein Pferdeliebhaber sein. Der Un­ter­­schied zwi­schen dem Reit­sport und ande­ren Sport­ar­ten liegt vor­nehm­lich darin, dass ein zwei­tes Individuum in­vol­viert ist, näm­lich ein Pferd. Anders als einen Golfsack, kann man ein Pferd nicht ein­fach in eine Ecke stel­­len und sich ein paar Tage lang nicht da­rum kümmern. Ein Pferd braucht Auf­merk­sam­keit und Pflege. Man sollte sich dabei auch nicht auf den Reiterhof verlassen, egal wie gut die Tiere dort ver­sorgt werden. Auch der beste Reiterhof kann nur die Grund­­ver­sor­gung gewährleisten. Wer sich ein eigenes Pferd anschafft, muss viel Zeit mit dem Tier verbringen können und ein gutes Verhältnis zu ihm aufbauen. Letzteres geschieht aus eigenem Interesse, denn wer will schon mit einem Pferd reiten, das ihm feindlich ge­son­nen ist? Auch wenn der Reit­sport für einen Mann von Welt durchaus stan­desgemäß ist, stellt er besondere An­for­de­rungen, über die sich jeder im klaren sein muss. Im Zwei­felsfalle sollte man lieber die Finger davon lassen.
Der Mann von Welt sollte hin und wie­der ein Thermalbad aufsuchen; weniger um zu schwim­­­men, als vielmehr zur Gesund­heits­­pflege. Thermalbäder, vor allem solche in Kur­­orten, verfügen oft über einen aus­­ge­dehn­­ten Wellnessbereich, wozu auch Whirl­pools oder angereicherte Sitzbäder gehören. Meistens er­hält man dort auch Massagen und ähnliche Leistungen. Selbst zur Kon­takt­pfle­ge sind Thermalbäder geeignet.
Ferner kommen für den Mann von Welt alle Sport­arten in Betracht die eine gewissen Ex­klu­sivität besitzen und nicht zu anstrengend sind. Dazu gehören auch diverse Winter- und Wasser­sport­arten. Man hüte sich jedoch vor „tren­deigen“ Mode­sport­s, wie Bungee­sprin­gen oder Snow­board­fah­­ren. Das ist eher et­was für Snobs.
Im übrigen sollte der Mann von Welt die Teil­­nahme an sportlichen Wettkämpfen ver­mei­den, zumindest solange er nicht sicher sein kann dabei einigermaßen gut ab­zu­schnei­den. Generell leidet das Image bei Nicht­erfolg mehr, als man durch einen schwer zu er­rin­gen­den Er­folg hätte gewinnen kön­nen. Das offene Zu­schau­stellen sport­li­cher Trophäen wirkt über­dies snobistisch und sollte im Erfolgsfall unterlassen wer­­den.

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