„Ich möchte in keinem Club Mitglied
sein, der bereit ist jemanden wie mich aufzunehmen!“,
sagte einst der Komiker Groucho Marx. In der Tat werben
zahlreiche Clubs um die Gunst der Männer von Welt. Auch hier
gilt: Je exklusiver, desto besser. Des besseren
Verständnisses wegen sei gesagt, dass mit „Clubs“
keine Partylokale gemeint sind, in die praktisch jeder
eingelassen wird, der den Eindruck erweckt zur Szene zu gehören
oder genügend Geld für eine große Zeche zu besitzen. Ansonsten
bezieht sich der Begriff „Club“, sofern er in
Kontinentaleuropa überhaupt verwendet wird, im allgemeinen
Verständnis vornehmlich auf das u.a. für Deutschland typische,
gesellige Vereinswesen, aber auch dieses ist nicht
Gegenstand dieser Betrachtung. Es geht vielmehr um solche Clubs, die
für den Mann von Welt geeignet sind, u.a. Golfclubs, Country Clubs
oder die sogenannten „Social Clubs“.
Urheimat
der „Social Clubs“
oder „Gentlemen’s Clubs“
ist Großbritannien, vor allem London. Dort gibt es eine ganze
Reihe der auch aus den Medien bekannten Herrenclubs, die bis heute
ihre Tradition ausleben und sich z.B. nur widerwillig
weiblichen Mitgliedern öffnen. Zur Erlangung der
Mitgliedschaft benötigt man meist die Empfehlung
zweier bestehender Mitglieder. Niemand weiß genau,
was hinter den verschlossenen Clubtüren eigentlich
passiert. Es gibt sogar das Gerücht, dass die
Regierungszentrale in Whitehall durch
unterirdische Gänge mit den vornehmsten
Clubs in der Nähe verbunden sei, damit die
Regierungsmitglieder unbeobachtet ein und aus gehen
können. Bei Wikipedia ist lediglich
nachzulesen: „In den Clubs wurde
weniger öffentliche Unterhaltung wie Musik oder dergleichen geboten;
vielmehr dienten sie vor allem als „zweites Heim“, in dem die
Herren entspannen, sich mit ihren Freunden treffen,
Gesellschaftsspiele spielen und eine Mahlzeit erhalten konnten. [..]
Auch boten die Clubs ihren Mitgliedern Zuflucht vor allerlei
häuslich-ehelichem Ungemach.
[..] Manche Clubs waren für ihre
Glücksspiele berühmt...“
Einschränkend heißt es dann aber im Folgetext: „Natürlich
wurde in den Clubs aber auch hin und wieder National-, wenn nicht
Weltgeschichte geschrieben.“
Dieses lässt den Schluss zu, dass es sich bei den Clubs um
Institutionen handelt, die Politik oder Geschäft mit den Angenehmen
– in diesem Fall einer ruhigen, private Umgebung mitten im
hektischen London – verbinden.
In Mitteleuropa hat sich diese Art von
Geheimgesellschaft nicht sonderlich durchsetzen können,
obwohl es im vergangenen Jahrhundert Versuche zu ihrer
Etablierung gegeben hat. Einen unbestreitbaren, logistischen
Vorteil haben diese sozialen Clubs allerdings: Mitglieder haben
gewissermaßen eine Operationsbasis vor Ort, auch wenn sie
dort keine Wohnung etc. unterhalten. Im Britannien der
viktorianischen Ära war es so üblich, dass sich zu Geld gekommene
Privatiers einen Landsitz zugelegt haben und nur nach London gefahren
sind, um dort ihre (Bank-)Geschäfte abzuwickeln, einzukaufen oder
Freunde zu treffen. Als Basis und zweites Zuhause diente ihnen dann
der Club, wo sie telegraphisch erreichbar waren, ihre Gäste
bewirteten und wohin sie ihre Einkäufe liefern ließen. Manchmal
handelte es sich bei dem Club um einen Veteranenverein, wenn der
Betreffende Militärdienst in den Kolonien geleistet hatte, sodass er
dort auch seine ehemaligen Kameraden treffen konnte.
Auch heute noch ist es aber sowohl in Britannien
als auch in anderen Ländern üblich, dass Firmeninhaber und
Geschäftsleute aus der Provinz Mitglied eines „Business Club“
in einer nahegelegenen Großstadt sind, um dort Geschäftsfreunde zu
empfangen oder Kontakte zu pflegen. Zwar könnte man zu diesem Zweck
heute praktisch überall Büro- oder Konferenzräume auch
stundenweise anmieten. Ein Treffen in „seinem“ Club ist
aber zugegebenermaßen persönlicher. Und besser lassen sich Geschäft
und Freizeit wohl kaum miteinander verbinden. Es gibt inzwischen
sogar Clubs, die mit anderen Clubs im Ausland Übereinkommen über
die gegenseitige Nutzung der Clubeinrichtungen getroffen haben.
Sollte z.B. ein europäischer Geschäftsmann in Peking ein
entsprechendes, eher privates Umfeld benötigen, muss er nicht
irgendeinen Konferenzraum anmieten, sondern kann einfach die
Einrichtungen des chinesischen Partnerclubs nutzen.
Eine weitere, interessante Möglichkeit ist die
Mitgliedschaft in einem Golfclub. Um einen Golfplatz nutzen zu
können, muss man in der Regel Clubmitglied sein. Für Besucher
gibt es die Möglichkeit einer Gastmitgliedschaft. Da der
Mann von Welt den Golfplatz nicht nur zum spielen,
sondern auch für Geschäfts- und Privatkontakte nutzt, ist eine
Clubmitgliedschaft fast obligatorisch.
Weiterhin kann die Mitgliedschaft in einem
Bridgeclub gesellschaftlich von Vorteil sein, die dann natürlich
mit der Ausübung des gleichnamigen Kartenspiels verbunden ist.
Bridge hat den Vorteil, dass es vorwiegend in gehobenen
Gesellschaftskreisen gespielt wird und somit neben dem Spiel auch
zahlreiche, nützliche Kontakte ermöglicht.
Relativ neu sind in Mitteleuropa die sog. Country
Clubs. Dabei handelt es sich um weiträumige, ländliche
Besitzungen auf denen die Mitglieder Reiten, Golf spielen oder
anderen sportlichen Aktivitäten nachgehen. Wenn sie das
Glück haben einen solchen Club in ihrer Reichweite zu wissen,
dann sollten sie dort unbedingt Mitglied werden. Nicht selten
gibt es in solchen Countryclubs auch eine Bridgerunde.
Besitzt der Mann von Welt außerdem ein
Wasserfahrzeug, ist damit häufig auch der Eintritt in
einen Wassersportclub verbunden. Ob dies notwendig ist,
muss im Einzelfall entschieden werden. Weitere
Clubmitgliedschaften, z.B. in Sportvereinen, sind
abhängig von den persönlichen Neigungen des Mannes
von Welt. Örtliche Schützen- oder Feuerwehrvereine
sind jedoch eher die Tummelplätze der
Unterschicht und sollten daher gemieden werden.
Wenig empfehlenswert sind Mitgliedschaften
in so seltsamen Vereinigungen wie dem inzwischen erloschenen
Playboyclub. Auch wenn dessen Mitgliedschaft nicht einer
gewissen Ironie entbehrt, ist ein solcher Verein eher
für Snobs geeignet. Ebenso lasse man die Finger von sog.
Freundeskreisen und Fördervereinen. Diese dienen
nur politischen Zwecken und bringen dem Mann von Welt
eher Nachteile. Der Sinn dieser Vereine besteht nämlich darin
Projekte von allgemeinem Interesse zu verwirklichen,
deren Finanzierung sonst nicht zu bewerkstelligen
wäre. Das funktioniert folgendermaßen.
Nehmen wir an, ein historisches Bauwerk soll
erhalten werden, aber die Gemeinde hat kein Geld dazu.
Der Bürgermeister und ein paar Gefolgsleute gründen einen
Förderverein und genehmigen dem Verein
einen geringen jährlichen Zuschuss aus der
Staatskasse. Der Verein, der ja nun regelmäßige
Einkünfte hat, ist kreditwürdig und erhält einen Kredit
von der regionalen Sparkasse, um das Bauwerk zu
restaurieren. Die Kreditschuld wird durch die jährlichen Zuschüsse
mehr oder weniger abgetragen, ohne dass dieser Posten
in einem öffentlichen Haushalt auftaucht. So lagert
man Schulden aus! Als Mann von Welt sollten sie sich dafür
nicht einspannen lassen. Das schädigt auf lange Sicht das Image!
Mit Wohltätigkeitsvereinen, auch Serviceclubs
genannt, muss man ebenfalls vorsichtig sein. Oft dienen sie mehr
der Wohltätigkeit der Betreiber als der Allgemeinheit,
was diese natürlich zu verbergen bemüht sind. Das gilt
auch für Rotarier, den Lions Club, moderne
Ritterorden und ähnlichen Zusammenschlüsse.
Besonders fern halten sollte man sich von diversen
Geheimgesellschaften, unter denen die Freimaurer
einen besonderen Rang einnehmen. Deren undurchsichtige
Praktiken verheißen nichts gutes und deren Exklusivität ist
ohnehin nur künstlich erzeugt. Im übrigen fragt man sich,
welchen Zweck eine Geheimgesellschaft in einer
(zumindest theoretisch) freiheitlich-demokratischen
Grundordnung hat, in der eigentlich nur noch das
Verbrechen verboten ist.
Dem Mann von Welt bietet sich auch die Option
sich in politischen oder kirchlichen Vereinigungen zu
engagieren. Generell ist politisches Engagement
begrüßenswert, jedoch ist der Erfolg einer Partei oder anderen
politischen Gruppe stark anhängig von der jeweiligen
Stimmung des Wahlpöbels. Daran kann auch die Mitgliedschaft in
„Mittelstandsparteien“ oder „Parteien der
Besserverdienenden“ nichts ändern. Die jüngere
Vergangenheit hat weiterhin gezeigt, dass die gesellschaftlichen
Unterschichten in den meisten Ländern nicht in der Lage sind
vernünftige, politische Entscheidungen zu treffen
- eine der wenigen Ausnahmen bildet die Schweiz. Es ist daher nur
eine Frage der Zeit, bis ihnen das Recht auf politische
Selbstbestimmung wieder entzogen werden wird. Politisches
Engagement macht folglich nur Sinn, wenn die Erfolgsaussichten
entsprechend sind.
Die etablierten Amtskirchen hatten in den letzten
Jahren unter zahlreichen Skandalen zu leiden, von denen sich jedoch
zumindest die Katholische Kirche unzweifelhaft wieder erholen wird.
Allerdings gibt es schon seit vielen Jahren berechtigte Zweifel
an der offiziellen Auslegung der Bibel, die in den nächsten
Jahrzehnten zu weiteren Erschütterungen der
christlichen Kirchen führen werden. Nicht viel besser sieht es
bei den anderen Religionen aus. Allerdings haben
Kirchengemeinden auch eine soziale Funktion, zumal sie den
Zusammenhalt, vor allen in kleineren Orten, fördern und soziale
Kontakte im näheren Umfeld ermöglichen. Neuzugezogenen
wird oft empfohlen regelmäßig die örtliche Kirchengemeinde zu
besuchen, weil es so am einfachsten ist die Leute am Ort kennen zu
lernen. Dem kann nicht widersprochen werden. Dennoch
sollte der Mann von Welt auch hier eine gewisse Distanz wahren.
Generell sollte ein Mann von Welt nur wenige
Clubmitgliedschaften aufweisen. Erstens ist es nicht nötig
überall Mitglied zu sein und zweitens gibt es nur wenige exklusive
Clubs die eines Mannes von Welt würdig sind.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen