Die folgenden Aussagen beziehen sich in erster
Linie auf den Umgang mit Angehörigen sinider Völker, also Chinesen,
Koreaner und Japaner, und anderer ostasiatische Völker, die
kulturell von diesen beeinflusst wurden, wie z.B. die
Vietnamesen. Auch besitzen die Regeln in Ländern
mit einem hohen Anteil chinesischer Einwohner
eine gewisse Gültigkeit; als Beispiel sei Singapur
genannt.
Das Wichtigste: Eine Verbeugung wird immer
erwidert! Bei formalen Anlässen legen Herren ihre Handflächen
an die Hosennaht und Damen kreuzen die Hände vor ihren
Oberschenkeln. Dann beugen sie ihren Rücken um etwa
30 Grad nach vorne und verharren so für ca. drei
Sekunden. Bei der Alltagsverbeugung biegen
sie den Rücken nur um etwa 15 Grad für ca. ein oder zwei
Sekunden. Lassen sie ihren Gegenüber sich zuerst
aufrichten. Wenn sie doch einmal schneller waren, verbeugen sie
sich wieder. Überhaupt ist es nicht unüblich sich
mehrmals hintereinander zu verbeugen. Überreichen sie
ihre Visitenkarte oder ein Geschenk immer mit beiden Händen
und einer Verbeugung und nehmen sie alles was ihnen
überreicht wird mit beiden Händen und einer Verbeugung
entgegen. Visitenkarten lesen sie sofort, ein verpacktes
Geschenk sollten sie erst später öffnen. Behandeln sie alles was
ihnen überreicht wird mit Respekt und stopfen sie die Sachen auf
keinen Fall in irgendeine Tasche. Wenn sie einen Ostasiaten
ansprechen wollen, dann beginnen sie immer mit einer Verbeugung.
Bedenken sie, dass Ostasiaten Harmonie
bevorzugen, Geduld als wichtige Tugend
betrachten und Gesichtsverlust
fürchten. Halten sie sich mit Kritik zurück und seien sie
höflich. Und wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt,
verbeugen sie sich einfach. Im übrigen gilt direkter
Blickkontakt als respektlos!
Verschenken sie nie ein Messer, eine Schere oder
einen Brieföffner; das ist ein Signal für eine Trennung!
Abbildungen von Füchsen oder Dachsen gelten als anzüglich. Sie
symbolisieren Fruchtbarkeit bzw. Hinterhältigkeit.
Präsente werden mit der Formel „Es ist zwar wertlos, nehmen Sie
es aber bitte trotzdem an!“ überreicht. Der Beschenkte
legt das Mitbringsel ungeöffnet beiseite, denn alles andere würde
von Habgier zeugen. Viele Asiaten sehen das übereinanderschlagen
der Beine als arrogant an. Weiß ist in Japan die Farbe des
Todes und der Yakuza, während man in Südkorea rote Schreibtinte
etc. vermeiden sollte, weil damit früher Todesurteile
unterzeichnet wurden. In China sollte man keine grünen
Kopfbedeckungen tragen, weil die Bezeichnung „grüner
Hut“ soviel wie „betrogener Ehemann“ bedeutet und
den Träger der Lächerlichkeit preisgibt.
Denken sie auch daran, dass bei den Chinesen
und einigen anderen ostasiatischen Völkern zuerst der
Familienname genannt wird! Jemand, der „Man
Lee Hong“ heißt, trägt den Familiennamen „Man“ und
die Vornamen „Lee Hong“. In Indonesien kann es
ihnen sogar passieren, dass sie jemanden treffen, der überhaupt
nur einen Namen hat! Und was sie noch über asiatische
Essgewohnheiten wissen sollten: Die
meisten Ostasiaten vertragen biologisch
bedingt Milchprodukte extrem schlecht und empfinden
Blumenkohl als abstoßend. Außerdem gilt es als
unschicklich sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen.
Der
Umgang mit Essstäbchen (engl. „chop
sticks“, chin.
[fai dзi:]) stellt für
Mitteleuropäer eine besondere
Herausforderung dar, gehört für den Mann von Welt aber
unbedingt zum Standardrepertoire. Essstäbchen
werden vor allem in China, Japan, Korea und Vietnam verwendet.
Ein Stäbchen wird mit dem dickeren Ende in die
Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger gelegt,
während der Mittelteil auf der Spitze des Ringfingers ruht. Dieses
Stäbchen wird nicht bewegt. Das zweite Stäbchen wird, ähnlich wie
ein Stift, mit den Spitzen des Daumens, Zeige- und Mittelfinger
gehalten. Das zweite Stäbchen wird nun zum festliegenden
Stäbchen hin und wieder davon weg bewegt. Auf diese Weise können
auch große Dinge einfach gegriffen werden. Üben sie das
sorgfältig, bevor sie es in der Öffentlichkeit
versuchen.
Rücken sie die Stäbchen nicht gerade, indem
sie diese auf den Tisch drücken. Legen sie Stäbchen nie in die
Essschale, sondern auf ein Stäbchenbänkchen oder die
Serviette. Spielen sie nicht mit den Stäbchen,
deuten sie nicht auf Personen, rühren sie nicht im
Essen herum und stecken sie sie auf keinen Fall in die Reisschale
(das erinnert an ein Totenritual). Stecken sie gebrauchte
Stäbchen zurück in die Papierhülle und falten sie das
untere Ende um (das zeigt an, dass die Stäbchen gebraucht sind).
Übrigens sitzt bei Tisch der Rangniederste mit dem Rücken zur Tür.
Wenn sie häufiger mit (Ost-)Asiaten
geschäftlich oder privat zu tun haben, dann besorgen
sie sich im Buchhandel einen Ratgeber für
die landesspezifischen Umgangsformen.

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