Es mag vielleicht pessimistisch klingen, aber
Glückspiel und Geldanlagen haben eines gemeinsam: Die Bank
gewinnt auf jeden Fall. Und wie die Börsencrashs der jüngeren
Vergangenheit gezeigt haben, ist die Grenze zwischen
beiden auch sonst recht fließend. Das Thema Geldanlagen ist
zugegebenermaßen viel zu kompliziert
und umfangreich, um es innerhalb dieses Buches abhandeln zu
können. Es gibt aber ein paar Grundregeln, die jeder Anleger
beherzigen sollte.
Zunächst sollten sie sich nicht von
Renditeversprechen blenden lassen. Je
höher die Rendite, desto höher ist auch das Risiko.
Geben sie auch nichts auf steigende Renditen oder
Kursgewinne in der Vergangenheit. Diese
müssen sich in der Zukunft nicht unbedingt fortsetzen.
Schauen Sie zunächst auf die aktuellen Renditen festverzinslicher
Wertpapiere, dann haben sie eine ungefähre Vorstellung
dessen, was realistisch ist. Bietet ihnen jemand eine
Anlage die wesentliche höhere Renditen abwirft, dann ist irgendwo
ein Haken, den Sie unbedingt finden müssen. Erst dann
können sie eine Entscheidung treffen oder gleich die Finger davon
lassen. Ein großes Problem bei Investitionsentscheidungen
ist, dass man fast nie alle wichtigen Informationen zusammen hat, die
man für eine gute Entscheidung benötigen würde. Sie
werden ihre Entscheidung also praktisch immer auf
unzureichenden Informationen basieren
müssen. Bevor Sie einsteigen, sollten Sie sich schon
mal überlegen wann sie wieder aussteigen wollen. Viele
Geschäfte scheitern nur deshalb, weil die
Beteiligten den Moment zum Ausstieg verpassen.
Bei Aktien sollten Sie sich die Kursentwicklung
des gewünschten Papiers in den letzten Jahren anschauen,
aber auch das gibt keinen Aufschluss über die Entwicklung in
der Zukunft. Es zeigt lediglich, ob die Firmenmanager
in der Vergangenheit ihr Geschäft verstanden haben
und die Aktionäre können nur hoffen, dass sie auch weiterhin das
Richtige tun werden. Unbedingt sollten sie die Finger von
Hedge Fonds oder ähnlichen hochspekulativen
Anlagen lassen. Dabei zu gewinnen ist so
unwahrscheinlich, wie im Spielcasino die Bank zu sprengen.
Das gleiche gilt für irgendwelche
Geheimtipp-Geldanlagen. Vor ein paar Jahren gab es
einen Fall, wo ein Betrüger Investitionskapital
sammelte, um eine bisher unentdeckte, norwegische
Ölquelle zu erschließen. Seinen Opfern versprach er 14%
Rendite. Überflüssig zu sagen, dass es ein
Schneeballsystem war und keiner der Investoren sein
Geld wiedergesehen hat. Seien sie also nicht zu
gierig, was ihre Renditeerwartungen
betrifft.
Nebenbei bemerkt sind Aktien von
Spielcasinobetreibern - trotz Casinokrise - eine
recht gute Geldanlage, z.B. Casinos Austria AG (leider
nicht börsennotiert), denn es gibt immer noch genug
Spielsüchtige, die glauben den Jackpot knacken zu
können. Und warum sollten Sie nicht an der Dummheit
anderer mitverdienen?
Im übrigen sollten Sie in der Lage sein den Wert
einer (Wohn-)Immobilie wenigstens ungefähr einzuschätzen,
zumindest, wenn sie in Immobilien investieren wollen. Das
geschieht dann wie folgt: Nehmen Sie den Mietspiegel
der infragekommenden Region zur Hand und schauen Sie,
wie hoch dort die Miete pro Quadratmeter ist. Sollte kein
Mietspiegel verfügbar sein, können Sie auch die
Immobilienanzeigen einer regionalen Zeitung
studieren, für jede angebotene Wohnung die
Miete pro Quadratmeter berechnen und aus diesen
Werten das arithmetische Mittel
berechnen. Je mehr Immobilienangebote
sie in ihrer Statistik berücksichtigen, desto genauer wird
ihr errechneter Wert.
Den Mietpreis pro Quadratmeter
multiplizieren Sie mit der Quadratmeterzahl der
Immobilie und sie erhalten den monatlichen
Mietpreis; mal zwölf ergibt das die Jahresmiete. Diese setzen
Sie in einer einfachen Gleichung in Relation zum
aktuellen Durchschnittszins für festverzinsliche
Wertpapiere in Prozent, sodass wenn der
Jahresmietpreis dem Wertpapierzins in Prozent
entspricht, hundert Prozent dem Wert der Immobilie entspricht.
Mathematisch sähe das etwa so aus:
Wenn sie diese Gleichung nach x
auflösen, erhalten sie den ungefähren Wert der
Immobilie. Der Preis ist natürlich auch abhängig von
der Grundstücksgröße wenn es sich um ein Haus handelt oder der
Ausstattung des Objektes. Machen sie sich aber
klar, dass alles was wesentlich über den errechneten Preis
hinausgeht in die Kategorie Liebhaberpreise
fällt.

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