Der Mann von Welt besitzt selbstverständlich
ein Wappen, welches er dezent aber sichtbar auf
Visitenkarten und Briefpapier, als
Bucheignerzeichen (Exlibris) und Wandschmuck
innerhalb und außerhalb des Hauses führt. Daneben werden
langlebige Gebrauchsgüter gerne damit verziert,
gelegentlich auch Grußkarten (aber niemals
Beileidskarten!).
Auch heutzutage ist es möglich an ein
Familienwappen zu gelangen. In jedem Falle beginnt
der Weg zum eigenen Wappen mit der Erforschung der eigenen
Familiengeschichte. Dies kann man entweder selbst
machen oder man beauftragt einen professionellen
Familienforscher. Letzteres ist natürlich sehr
kostenintensiv.
Ein Familienwappen wird heute vorwiegend als eine
symbolhafte Ergänzung des Familiennamens aufgefasst.
Daher stellen neu geschaffene Wappen meistens den Namen in
bildlicher Form dar, sofern sich dieser bildlich
darstellen lässt. Geht dies nicht, wird oft die Darstellung des
Anfangsbuchstabens gewählt. Obendrein kann man
auf gemeinsame Charakteristika früherer Generationen
zurückgreifen, wie z.B. Berufe die über mehrere
Generationen hinweg ausgeübt wurden oder Erbämter,
Anspielungen auf die Ursprungsheimat
oder besondere Ereignisse der Familiengeschichte
(hervorragende Taten eines Vorfahren, religiöse
Verfolgung, Vertreibung etc.).
Mit der Schaffung eines Wappens sollte auf jeden
Fall ein seriöser Heraldiker beauftragt werden. Dieser
sorgt dann auch für den Eintrag des Wappens in der
deutschen Wappenrolle. Adressen und Informationen gibt
es beim Verein „Der Herold“ in Berlin oder bei der
Gesellschaft „Adler“ in Wien. Für die Schweiz
ist die „Schweizerische Heraldische Gesellschaft“ in
Luzern zuständig. Als weiterführende Literatur sei
das Buch „Wappenfibel – Handbuch der Heraldik“
empfohlen.
Sollte ihnen die Schaffung eines Familienwappens
zu umständlich sein, können sie sich auch von einem guten Zeichner
ein persönliches, heraldisches Zeichen entwerfen
lassen. Oft nimmt man in solchen Fällen die Anfangsbuchstaben
von Vor- und Nachnamen und fasst sie zeichnerisch zusammen.
Wenn sie zeichnerisches Talent besitzen, können sie das auch selbst
gestalten.
Nebenbei sei bemerkt, dass es außerhalb des
europäischen Kulturraumes nur in Japan etwas den
europäischen Wappen Vergleichbares gibt:
Das Mon. Dabei handelt es sich um ein einfarbiges, meist
rundes Familienzeichen, welches auf
Kleidung oder Gegenständen – gerne
auch auf Lampions – abgebildet wird. Fast alle
japanische Familien besitzen heute ein
Mon, oft sogar mehrere.
Auf eine Visitenkarte gehören neben dem Namen die
Postanschrift, Telefon- und Faxnummer, E-Mailadresse,
Webseite (sofern vorhanden) und die Handynummer
(fakultativ). Zum Namen gehören neben Vor- und
Familiennamen ein eventuell vorhandener akademischer
Doktorgrad und, wenn gewünscht, Mittelinitialen, die auf den
zweiten oder weitere Vornamen hinweisen (im englischsprachigen
Raum üblich). Der Familienname sollte so
geschrieben sein, wie er im Ausweis vermerkt ist.
Nicht im Ausweis aufgeführte Grade und
Titel können wie Berufsbezeichnungen höchstens in die
Zeile unter den amtlichen Familiennamen oder von
diesem abgesetzt in einer separaten Zeile platziert werden. Man
hüte sich aber vor allzu viel Titelmischmasch!
Das Familienwappen oder andere heraldische
Zeichen können links- oder rechtsbündig in
dezenter Form angebracht werden.
Bewahren sie ihre Visitenkarten in einem
separaten, optisch ansprechenden Etui
auf, sodass sie immer eine Karte zur Hand haben,
ohne lange suchen zu müssen und achten Sie darauf, dass
Sie nur einwandfreie Karten überreichen. Notizen
und Knicke sind Tabu. Bei geschäftlichen Treffen erhält zuerst der
Ranghöchste im Kreis eine Karte, anschließend alle
anderen Anwesenden entsprechend der Rangfolge.
Man sollte keinesfalls jemanden auslassen, da dieser sich sonst
ausgeschlossen und weniger geschätzt fühlt. Wenn Sie eine
Karte erhalten haben, sollten Sie kurz einen Blick darauf
werfen. Sie unbeachtet wegzustecken, gilt als
unhöflich. Auch das Ablehnen einer Visitenkarte oder das
Liegenlassen auf dem Tisch ist ein Fauxpas.
Sollten sie als Mann von Welt eine
Visitenkarte für den internationalen
Gebrauch benötigen, dann können sie
separate Karten anfertigen oder sie verwenden einfach
die Rückseite ihrer deutschsprachigen
Visitenkarte. Ihren Namen geben sie wie gewohnt
an, aber akademische Titel setzen sie mit der englischen
Abkürzung von einem Komma getrennt hinter
den Namen. Darunter kommt ihre Berufsbezeichnung in
englischer Sprache, sofern sie einem Beruf nachgehen. Die
Postanschrift führen sie auf wie gewohnt („Strasse“
schreiben sie aber besser ohne „ß“), aber mit ihrem
Heimatland in der untersten Zeile und zur Telefon-
und Faxnummer setzen sie ihre internationale
Vorwahl +49 wenn sie in der BRD wohnen, +43 für Österreich
und +41 für die Schweiz, jeweils unter Auslassung der
ersten Null bei der folgenden Ortsvorwahl.
Wenn sie in Ländern aktiv sind, die nicht die
lateinischen Buchstaben verwenden, dann besorgen sie sich
Visitenkarten mit ortsüblichen
Schriftzeichen. Druckereien finden sie im Internet.
Japanischsprachige Visitenkarten, zum Beispiel, gibt es bei
www.wintersturm.de oder www.japan-service.at. Die Rückseite
einer fremdschriftigen Visitenkarte
sollte mit lateinischen Buchstaben, entweder auf
Deutsch oder auf Englisch, bedruckt sein.
Wer in asiatischen Ländern eine Visitenkarte
übergibt, hält sie beidhändig mit Daumen und Zeigefinger.
Dabei soll man die Karte so drehen, dass sie der Empfänger sofort
lesen kann. Wer eine Karte erhält, studiert diese sorgfältig
und äußert anerkennende Worte dazu. Erst dann wird sie
möglichst respektvoll verstaut. Die Karte in die
Brieftasche oder gar in die Gesäßtasche zu stecken, gilt hier als
Gipfel der Unhöflichkeit. Weil die auch „meishi“ genannte
Visitenkarte in Japan oder China so besonders wichtig ist, sind
Übersetzungen des Kartentextes nötig. Wer das unterlässt,
kommt in den Geruch der Arroganz oder Inkompetenz. Beim
Austausch der Karten beginnt immer der Rangniedere.
Bei Titeln gilt: Je weniger Titel auf der Karte
stehen, desto höher steht der Mann. Wenn nur der Name aufgedruckt
ist, sollte man ihn kennen.
In Ländern mit muslimischer Prägung werden
Visitenkarten grundsätzlich mit der rechten Hand überreicht
und entgegengenommen. Die linke Hand gilt
als unrein. Ausgetauscht werden die Karten meist nach der
ersten Begrüßung. Auch hier ist es noch wichtiger als in
Europa, die Karte mit Respekt zu behandeln.
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