Wie bei der weltmännischen Residenz, muss auch
das Transportgefährt des Mannes von Welt dessen
Persönlichkeit wieder geben. Das Auto sollte
aber natürlich auch dem Transportbedürfnis
entsprechend ausgewählt sein. Jemand, der in einer
Stadtlage wohnt, benötigt keinen Geländewagen, während umgekehrt
manche ländliche Gegend, vor allem im Winter,
anders gar nicht zu erreichen ist. Auch sind eng bebaute
Innenstädte oder kurvenreiche Parkhäuser mit einem
Kleinwagen leichter zu durchfahren, als mit einer
Überlängenlimousine. Oft wird
behauptet, dass Gran-Turismo-Fahrzeuge als die Sportwagengattung
für Gentleman schlechthin gelten würden. Dabei ist ein solides
Modell aus der Kompaktklasse praktisch immer die bessere Wahl,
sofern man keine besonderen Fahrbedürfnisse hat (wie z.B. Offroad).
Es kommt allerdings auch hier weniger auf das Äußere an, als
vielmehr auf das, was in dem Wagen steckt. Kaufen Sie überdies
einen unauffälligen Wagen, dann erregen sie bei ihren Mitmenschen
keine Neidgefühle und laufen nicht Gefahr, dass
ihr Auto geklaut wird. Bei italienischen Sportwagen ist es
so gut wie sicher, dass diese irgendwann abhanden kommen. Die
Motorleistung ihres Gefährtes sollte aber so gewählt
sein, dass der Wagen ohne Schwierigkeiten auch
steile Alpenpässe überqueren kann. Innen richtet der Mann
von Welt sein Auto bequem ein, sodass er neben
Kurzstrecken auch längere Wege in gewohnter
Behaglichkeit zurücklegen kann. Von
den üblichen Requisiten des Pöbels, wie z.B.
Breitreifen oder Fuchsschwänzen an der
Antenne, sieht er geflissentlich ab. Eine
Anhängerkupplung kann allerdings gute Dienste leisten. Neben
Transportanhängern können z.B. auch Boots- oder Pferdeanhänger
befördert werden, wobei die Motorleistung dann natürlich etwas
stärker gewählt werden muss. Von der Benutzung von Wohnwagen sollte
ein Mann von Welt aber absehen.
Wenn Sie mit ihrem Fahrzeug längere Strecken
zurückzulegen wünschen, dann sind gewisse Accessoires zur
Bequemlichkeitssteigerung eine Überlegung wert. Ein
Tauchsieder oder Wasserkocher für den Autostromanschluss
ermöglicht die Bereitstellung von frisch gekochtem Kaffee, Tee oder
Suppensnacks, ohne auf den Service einer Raststätte
etc. angewiesen zu sein. Es gibt sogar richtige
Einbau-Kaffeemaschinen fürs Auto, jedoch ist deren
Reinigung ohne Fließendwasser-Anschluss
schwierig. Ein weiteres, nützliches Accessoire ist eine
Kühlbox, die sowohl an einem Hausstromanschluss, als auch an
einer Autosteckdose betrieben werden kann. Im Sommer
können sie darin Getränke oder Picknickproviant kühlen,
aber auch ihre Einkäufe nach Hause transportieren
ohne die Kühlkette zu unterbrechen. Wenn Sie es wünschen,
können sie ihr Auto auch so herrichten, dass sie darin zumindest für
eine Nacht schlafen können, was sie allerdings nur in
Ausnahmefällen tun sollten. Auf Campingurlaub mit
Wohnmobil oder Wohnwagen sollte ein Mann von Welt auf jeden
Fall verzichten; dieser ist alles andere als exklusiv, auch
wenn moderne Wohnmobile und Wohnwagen zugegebenermaßen
an Komfort nichts mehr zu wünschen übrig lassen. In besonderen
Fällen, z.B. weil vor Ort kein anderes Quartier verfügbar ist und
die geplante Aktivität einen eventuellen
Imageverlust wettmacht, kann ein Mann von Welt aber auch
auf diese Möglichkeit zurückgreifen.
Um im Auto arbeiten zu können, kann man im
einfachsten Fall einen kleinen Hängetisch besorgen, den man am
Lenkrad (natürlich nur wenn das Fahrzeug steht!) oder an der
Rückseite des Vordersitzes befestigt, damit man darauf
sein Notebook platzieren kann. Letzteres macht natürlich nur dann
Sinn, wenn das Fahrzeug steht oder jemand anderes lenkt.
Schwierig wird es allerdings während der Fahrt eine
Internetverbindung zu behalten, da oft
schon die Passage durch Tunnels oder unter Brücken zu einem
Unterbruch führt. Sollte der Mann von Welt jedoch öfter
vom Auto aus arbeiten wollen, dann besteht die Möglichkeit
sich von der Firma Brabus in Bottrop ein mobiles Büro in sein
Fahrzeug, z.B. mit ausfahrbaren Notebooktischen oder
Flachbildschirmen, einbauen zu lassen. Auch Aktenschränke, Drucker
oder Netzwerke sind kein Problem. Bis hin zum rollenden
Luxusbüro mit Konferenzraum ist alles möglich, wobei es sich dann
allerdings empfiehlt als Fahrzeug einen Kleinbus oder Lieferwagen
auszuwählen.
Falls Ihnen der Sinn nach einem Oldtimer steht,
sollten Sie beachten, dass diese im Unterhalt mehr als doppelt
so teuer sind, als zeitgenössische Modelle, aber aufgrund ihres
hohen Alters nicht die Fahrleistungen eines neuen
Fahrzeuges erbringen. Daher kommen sie nur als Zweitfahrzeug für
Liebhaber in Betracht. Alltagstauglich sind sie nicht mehr. Falls Sie
jedoch ein exklusives aber alltagstaugliches Fahrzeug im Stil
vergangener Zeiten suchen, dann sollten Sie sich für die britische
Marke Morgan Motor Company interessieren. Das Unternehmen
aus Malvern in Worcestershire ist weltweit das einzige, das bei
Automobilen noch Aufbauten mit Rahmen aus Eschenholz einsetzt, eine
Fertigungstechnik, die aus dem Kutschwagenbau stammt. Der Morgan 4/4
hält den Rekord als das am längsten durchgehend produzierte
Automodell und wird seit 1936 - derzeit mit einem 1,6 Liter Motor von
Ford - angeboten. Der Preis für ein solches Fahrzeug entspricht etwa
dem eines oberen Mittelklassewagen neuerer Bauart. Mehr
Infos gibt es auf www.morgan-motor.co.uk. Eines sollte man jedoch
noch wissen: Ältere Morgans neigen zu Karosserieschäden, weil der
Aufbau nicht sehr dicht ist und nur von außen lackiert wurde. Daher
rostet das Blech von innen und das Eschenholzgerippe verrottet,
sobald Wasser eindringt. Bei den aktuellen Serien stellt das
jedoch kein Problem mehr dar. Aber der Morgan hat auch einen
erheblichen Vorteil: Das Auto ist exklusiv ohne so angeberisch zu
wirken wie manche italienischen Sportwagen, aber dabei so auffällig,
dass es garantiert niemand klauen wird, denn wie und wo sollte man
ein so seltenes Modell unbemerkt verkaufen?
Hin und wieder werden Sie mit ihrem Gefährt auch
weitere Strecken zurücklegen wollen. Bei längeren Autobahnfahrten
stehen in der BRD rund 600 Autobahnraststätten und
Autohöfe zur Verfügung, in Österreich etwa 90 und in der
Schweiz 36. Das gastronomische Angebot ist in aller Regel
geradezu vorzüglich, auch wenn es natürlich auf
Massenabfertigung ausgerichtet und damit wenig
exklusiv ist. Weiterhin gibt es Einkaufs-
und Übernachtungsmöglichkeiten und
natürlich Tankstellen, die allerdings oft recht teuer
sind. Moderne Kommunikationsmittel sind
fast immer vorhanden, ebenso saubere Toiletten,
Geldautomaten und in manchen Anlagen neuerdings
auch Konferenz- und Veranstaltungsräume. Einige
Rasthöfe haben sogar eine Autobahnkapelle. Die Öffnungszeiten
reichen von morgens früh bis spät in die Nacht und ein
Basisangebot ist sogar rund um die Uhr verfügbar. In ländlichen
Gegenden ergibt sich damit ganz nebenbei auch eine
Einkaufsmöglichkeit in den Tagesrandstunden.
Falls Sie sehr weite Strecken bewältigen müssen,
dann können Sie eventuell einen Platz auf einem Autozug zu
buchen. Ab Hamburg bietet die Firma Urlaubs-Express (www.urlaubs-express.de) im Sommer Autozugverbindungen nach
Innsbruck, München, Verona und Villach an, außerdem gibt es die Strecke Düsseldorf - Verona. Im Winter wird ein Autotransport zwischen Hamburg oder Düsseldorf und München offeriert. Die ÖBB betreiben
Autozug-Inlandsverbindungen von Feldkirch nach
Wien, Graz und Villach; dazu die Auslandsverbindungen
von Wien nach Hamburg, Livorno und Verona, sowie
von Innsbruck nach Düsseldorf. Übernachtet
wird in den dem Zug beigestellten Liege- oder
Schlafwagen, wobei es verschiedene Komfortstufen
gibt, vom einfachen Liegewagenplatz
bis zum Deluxe-Abteil mit Dusche und WC. Gespeist wird
im Restaurantwagen des Zuges. Und der
Reiseveranstalter Optima Tours offeriert in den Sommermonaten
auch Autozüge ab Villach in die Türkei. Angenehmer
lassen sich weite Strecken mit dem Auto wohl kaum überbrücken.
Der Vollständigkeit halber seien
noch die Autozüge in Frankreich erwähnt, die jedoch in der Praxis
keine große Rolle spielen. In Frankreich laufen praktisch alle
Autozugverbindungen von und nach Paris in Richtung Südfrankreich (Côte d’Azur) und Autos
und ihre Besitzer reisen nicht im selben Zug. Stattdessen
muss man sein Auto einen Tag vorher zum Verladebahnhof
bringen und einen Tag nach Ankunft am Zielbahnhof abholen. Bei
so vielen Umständen ist es doch einfacher selbst zu
fahren. Auch die (wenigen) Autozüge in der Slowakei, in Griechenland und einigen Balkanländern sind für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum nicht hilfreich.
Interessant sind jedoch ein paar Fährverbindungen, die die Reichweite des Autos nocheinmal erhöhen. Wer nach Spanien will, könnte ab Genua oder Savona mit einer Fähre nach Barcelona fahren (auch Marokko und das sizilianische Palermo werden von Fähren ab Genua angesteuert). Um nach Nordspanien zu gelangen, könnte man einen kleinen Umweg über Südengland machen und von Portsmouth mit der Fähre nach Santander (oder Bilbao) übersetzen. Liegt das Reiseziel in Griechenland, startet die Fährreise in Venedig oder Triest und führt nach Patras oder Igoumenitsa.
Übrigens sind in Großbritannien die Benzinpreise in etwa dieselben wie in der BRD und in Belgien (Frankreich ist teuer); Diesel ist in Großbritannien jedoch deutlich teurer und etwa genauso teuer wie in Frankreich und Belgien. Die Treibstoffpreise in Irland entsprechen ungefähr denen in der BRD. Und in Malta ist tanken auf jeden Fall günstiger als in Italien.
Interessant sind jedoch ein paar Fährverbindungen, die die Reichweite des Autos nocheinmal erhöhen. Wer nach Spanien will, könnte ab Genua oder Savona mit einer Fähre nach Barcelona fahren (auch Marokko und das sizilianische Palermo werden von Fähren ab Genua angesteuert). Um nach Nordspanien zu gelangen, könnte man einen kleinen Umweg über Südengland machen und von Portsmouth mit der Fähre nach Santander (oder Bilbao) übersetzen. Liegt das Reiseziel in Griechenland, startet die Fährreise in Venedig oder Triest und führt nach Patras oder Igoumenitsa.
Zum Tanken in europäischen
Nachbarländern sollte man folgendes wissen. In Skandinavien sind die
Benzin- und Dieselpreise gewöhnlich höher als in der BRD, sodass
man vor dem Grenzübertritt nochmal tanken sollte. Einen
10-Liter-Reservekanister kann man auch mitnehmen, jedoch erlauben die
meisten Fährbetreiber keine vollen Kanister auf den Fährschiffen.
Am teuersten ist das Tanken in Island; auf Platz zwei liegt Norwegen.
Benzin ist in Schweden oft etwas günstiger als in Dänemark, bei
Diesel ist es umgekehrt. In Finnland ist nur Diesel preiswerter,
als in Schweden oder Dänemark, aber teurer als in der BRD. Und wer nach Norwegen will, sollte unbedingt
vorher in Dänemark oder Schweden nachtanken.
In den Niederlanden sollte man nach
Möglichkeit gar nicht tanken; Benzin und Diesel sind dort fühlbar teurer
als in der BRD. In Belgien kostet Benzin ungefähr gleich viel wie in
der BRD, aber Diesel ist deutlich teurer (sogar teurer als in den
Niederlanden). Frankreich ist ebenfalls merklich teurer als die BRD
(und Belgien), aber günstiger als Italien. Wer mit dem Auto nach
Spanien reisen will, sollte vor der französischen Grenze volltanken
und einen 10-Liter-Ersatzkanister mitnehmen. In Spanien sind die
Tankstellenpreise dann wieder erschwinglich (vor allem in Andorra!).
Portugal ist dagegen teuer. In der Schweiz ist nur Diesel teurer als
in der BRD, aber billiger als in Italien.
Wer mit dem Auto nach Italien
fährt, merkt schnell, dass die Treibstoffpreise in Italien deutlich
höher sind als anderswo. Folglich sollte man auf jeden Fall bei der
Durchreise in der Schweiz oder in Österreich tanken. Wer sich in
Norditalien in Grenznähe zu einem der Nachbarländer (Frankreich,
Schweiz, Österreich, Slowenien) bewegt, sollte nach Möglichkeit
jenseits der Grenze tanken, wobei die Ersparnis in Frankreich am
geringsten ist. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Diesel, jedoch
ist die Ersparnis beim Tanken in Frankreich und in der Schweiz
äußerst gering. Österreich und Slowenien sind jedoch auch bei
Diesel günstig. Wer kann, legt seine Reiseroute über eine der
beiden Zollfreizonen Livigno oder Samnaun, wo Benzin und Diesel
unschlagbar preiswert sind. Und wer an der Adria unterwegs ist,
sollte einen Tankstopp in San Marino einlegen; dort kosten Benzin und
Diesel deutlich weniger als im umliegenden Italien. Im übrigen
sollte man noch wissen, dass in Italien Benzin (ital. Benzina)
und Diesel (ital. Gasolio) an den Tankstellen der (meist
mautpflichtigen) Autobahnen am teuersten sind, dass man an
Selbstbedienungs-Tankautomaten meist ein paar Cent sparen kann (nur
Barzahlung, keine Karten) und dass das Mitführen von Benzinkanistern
im Auto verboten ist.
Preiswert tankt man sowohl Benzin als auch Diesel in Luxemburg, Österreich, der Tschechei und in Osteuropa.
Sollten Sie beabsichtigen mit ihrem
kontinentaleuropäischen Auto nach Großbritannien, Irland, Malta oder in
ein anderes Land mit Linksverkehr zu reisen, dann sollten Sie sich
vielleicht für das Spiegelsystem Krugozor der russischen
Firma Uniaks Co. (www.pravorul.ru) interessieren. Mit einem
Linkslenkerauto sitzen Sie in Großbritannien auf der dem Verkehr
abgewandten Seite und können den (entgegenkommenden)
Verkehr vor sich nur eingeschränkt sehen. Vor allem bei
Überholvorgängen ist das ein Problem. Das Spiegelsystem
Krugozor ermöglicht Ihnen jedoch einen Blick nach vorne, auch
ohne den Beifahrer bemühen zu müssen. Das System funktioniert
ebenfalls bei britischen Autos mit Rechtslenker die auf den
Kontinent fahren.Preiswert tankt man sowohl Benzin als auch Diesel in Luxemburg, Österreich, der Tschechei und in Osteuropa.
Übrigens sind in Großbritannien die Benzinpreise in etwa dieselben wie in der BRD und in Belgien (Frankreich ist teuer); Diesel ist in Großbritannien jedoch deutlich teurer und etwa genauso teuer wie in Frankreich und Belgien. Die Treibstoffpreise in Irland entsprechen ungefähr denen in der BRD. Und in Malta ist tanken auf jeden Fall günstiger als in Italien.
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